Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. Wien: Rund 20.000 Teilnehmer bei ökumenischem "Marsch für Jesus"
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Fast der gleiche Glaube?
  13. Abtreibungsbefürworter begehen Farbanschlag auf Malteserklinikum in Flensburg
  14. 'Kirche casht ab' - Immer weniger österreichische Katholiken, immer mehr Millionen!
  15. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme

Ein Lied für Nagasaki - Leseprobe 4

28. Dezember 2016 in Buchtipp, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Leseprobe 4 aus dem Buch "Ein Lied für Nagasaki". Von P. Paul Glynn


Linz (kath.net)
Professor Suetsugu, der Dekan der neuen radiologischen Abteilung, hatte viele Eisen im Feuer. Immer mehr Ärzte forderten Vorlesungen über die Röntgendiagnostik. Nagai wurde gebeten, Abhilfe zu schaffen, und so begann er eine Vortragsreihe für Allgemeinmediziner.

Sein Publikum wuchs schnell und damit wuchs auch das Vertrauen des Dekans in seinen Assistenten. Nagai wurde gebeten, einige Kapitel für ein Lehrbuch der Universität zu verfassen. Die Verwaltung war beeindruckt von Nagais Energie und Kompetenz und berief ihn zum Leiter des medizinischen Personals am Universitätskrankenhaus.
Ein führender Christ aus Urakami namens Tagawa lud Nagai ein, sich der Vinzenzgemeinschaft anzuschließen. Nagai hatte sich noch nie auf etwas Neues eingelassen, bevor er es nicht gründlich studiert hatte. Er lieh sich in der Bibliothek mehrere Bücher über die Gemeinschaft aus, die von dem Franzosen Frédéric Ozanam im Jahr 1833 gegründet worden war, um den Armen zu helfen. Ozanam, wie Nagai ebenfalls Wissenschaftler, war Professor an der Sorbonne.

Bevor er ein überzeugter Christ wurde, durchlebte er eine grauenvolle Zeit des Zweifels, was dazu führte, dass er sein ganzes Leben lang großes Mitleid mit Atheisten und Agnostikern empfand. Nagai las darüber mit wachsendem Interesse.
Als Ozanam noch Student an der Sorbonne war, machte er eines Nachmittags einen Spaziergang durch die Pariser Armenviertel. Niedergeschlagen betrat er anschließend die dunkle Pfarrkirche St. Étienne-du-Mont und war überrascht, André-Marie Ampère dort vorzufinden, der dort kniete und betete! Ampère war einer der führenden Wissenschaftler der Welt. Als Ampère die Kirche verlassen wollte, sprach Ozanam ihn an: „Herr Professor, wie ich sehe, glauben Sie an das Gebet.“ Ampère antwortete: „Jeder muss beten.“ Diese Antwort traf Nagai mit voller Wucht. Sie erinnerte ihn daran, dass er selbst Gott durch das Gebet gefunden hatte und jetzt nur sehr wenig unternahm, um anderen ebenfalls dazu zu verhelfen.


Nagai schloss sich der Vinzenzgemeinschaft an und war schockiert, als er auf seinem ersten Einsatz feststellte, dass jede Person in dem Dörfchen Kainoshima an Bindehautentzündung litt. Er begann, an Sonntagen regelmäßig Fahrten zu organisieren und überredete andere Universitätsärzte und Krankenschwestern, sich ihm anzuschließen, um die Armen kostenlos zu behandeln. An einem Sonntag besuchte er eine Frau, die sich Gonorrhöe zugezogen hatte und vor Scham mit ihrem fünfjährigen Sohn in die Berge geflohen war. Sie war fast blind und die beiden überlebten in einem Unterstand, den sie sich mit ihren einzigen Freunden und Unterstützern, den Legehennen, teilten.

Als Nagai das erste Mal zu ihnen kam, war die Frau feindselig und weigerte sich, mit ihm zu sprechen. In der Woche darauf kam er mit Kleidung, Nahrungsmitteln und sprach freundlich zu der Frau. Bevor er ging, sagte sie: „Herr Doktor, ich kann riechen, dass in der Nähe Pflaumen blühen. Sind sie nicht wunderschön?“ Er kletterte den Hang hinauf, brach einen Zweig ab und brachte ihn ihr, damit sie den süßen Duft einatmen konnte. Die Hilfe ist echt, schrieb er in seinem Tagebuch nieder, wenn sie dazu beiträgt, die Würde einer Person wiederherzustellen.

kath.net Buchtipp
Ein Lied für Nagasaki
Von P. Paul Glynn
Geb., 320 Seiten
2016, Media Maria
Preis: Euro 19,50
ISBN 978-3-9454012-9-3

Bestellmöglichkeiten bei unseren Partnern:

- Link zum kathShop

- Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus:

Für Bestellungen aus Österreich und Deutschland: [email protected]

Für Bestellungen aus der Schweiz: [email protected]
Alle Bücher und Medien können direkt bei KATH.NET in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Christlicher Medienversand Christoph Hurnaus (Auslieferung Österreich und Deutschland) und dem RAPHAEL Buchversand (Auslieferung Schweiz) bestellt werden. Es werden die anteiligen Portokosten dazugerechnet. Die Bestellungen werden in den jeweiligen Ländern (A, D, CH) aufgegeben, dadurch entstehen nur Inlandsportokosten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Geschichte

  1. Belvedere: Messe im Gedenken an Staatsvertragsunterzeichnung
  2. Königliche Frauen im Petersdom
  3. Zeitgenossen – Jesus der Galiläer, Seneca der Römer
  4. Liebe.Macht.Erfinderisch.: Enthüllungen
  5. Geköpfte Madonna-Statue im Wallfahrtsort Loretto gefunden
  6. In der Höhle des Geächteten - Hörbuchtipp
  7. Die Byzantiner: Kultur und Alltag im Mittelalter
  8. 1517 - 1717 - 1917
  9. Ein Lied für Nagasaki - Leseprobe 3
  10. Ein Lied für Nagasaki - Leseprobe 2







Top-15

meist-gelesen

  1. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  2. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  3. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  4. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  5. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  6. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  7. Fast der gleiche Glaube?
  8. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  9. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava
  10. Kardinal Koch zu Israel und Gaza: Ehrlich miteinander sprechen
  11. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  12. Stanislaus-Kostka-Wallfahrt von Wien nach Rom erreicht ihr Ziel
  13. Papst: In der Seelsorge auf das Wesentliche konzentrieren
  14. Bruder von Leo XIV.: Papst hilft bei der Steuererklärung
  15. Bischof an Jugend: "Licht des neuen Afrikas liegt in euch"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz