Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  4. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  8. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  9. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  10. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Menschenrecht auf Abtreibung?
  13. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  14. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  15. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“

Unwürdiges Spektakel amtlicher katholischer Medien gegen Trump

10. November 2016 in Kommentar, 38 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn Ingo Brüggenjürgen, Pater Hagenkord, Gregor Scherzinger & Co. über den neuen US-Präsidenten herziehen - kath.net-Kommentar von Peter Winnemöller


Bonn (kath.net/pw) Deutsche Medien gefielen sich darin, den jetzt neu gewählten US-Präsidenten während des Wahlkampfes als Clown zu bezeichnen. Clownereien erlebt man jetzt allerdings eher im deutschen Medien- und Politikzirkus. Da wollen Medien in Trägerschaft kirchlicher Dienststellen natürlich nicht nachstehen. Man fragt sich allerdings schon, wer hier der Clown ist, wenn angesichts der Wahl von Donald Trump der Chefredakteur eines katholischen Radiosenders den „Glauben an Amerika“ verliert. Das „Domradio“ befindet sich im Besitz des katholischen Erzbistums Köln. Allgemein wird immer davon ausgegangen, dass das Credo keinen Glaubenssatz zu Amerika enthält. Das wäre nämlich wenig sinnvoll. Die USA sind ein großes und ein großartiges Land. Heilsbedeutung kommt ihnen allerdings nicht zu. Um welchen Glauben es sich folglich hier handelt, ist unbekannt. Klar wird aber die Parteinahme von Ingo Brüggenjürgen zugunsten der unterlegenen Kandidatin der Demokraten. Man kann fragen, wie angemessen das ist: Wie nämlich Clinton mit ihrer Haltung zum Lebensrecht die Sympathie eines Katholiken finden kann, ist völlig unverständlich.

Das völlige Versagen aller „USA-Versteher“, die komplett Unrecht hatten, sieht der Leiter der deutschen Sektion von Radio Vatikan, Pater Bernd Hagenkord, in seinem „persönlichen“ Blog auf der Radio-Vatikan-Seite. Ein Versagen des Journalismus und einen Sieg einer postfaktischen Politik konstatiert er im Falle des Wahlsieges von Trump. Das Urteil über den neuen US-Präsidenten ist gesprochen, bevor dieser auch nur vereidigt ist. Auch „katholisch.de“, das offizielle Portal der katholischen Kirche in Deutschland, hat schon umfangreiche Kenntnisse, wie der neugewählte Präsident sein Amt ausüben wird. Man lässt den als USA-Kenner ausgewiesenen Theologen Gregor Scherzinger zu Wort kommen, der unterstellt Trump werde nicht der Präsident aller US-Bürger sein.


Drei von vielen Beispielen einer journalistischen Belehrungsmentalität, die genau der Bestandteil des von P. Hagenkord diagnostizierten Versagen des Journalismus ist. Seit Monaten wird uns die Unmöglichkeit eines Wahlsieges von Trump eingebläut. Clinton wurde wahrhaft postfaktisch zu einer hehren Lichtgestalt aufgebaut. Ermittlungen des FBI gegen die Kandidatin fanden allenfalls am Rande Erwähnung. Das wahre Dilemma dieser Wahl wurde so gut wie gar nicht thematisiert. Der jetzt gewählte 45. Präsident der USA war vermutlich nie ein Traumkandidat. Möglicherweise nicht einmal für die, die ihn gewählt haben. Doch sie haben ihn gewählt und die oben beschriebenen Phänomene sind daran nicht unschuldig.

Ähnlich wie die offiziell-katholischen Medien in unserem Land sich in einer elfenbeinturmartigen Wolke bewegen, aus deren luftiger Höhe sie das Fuß- und Wahlvolk belehren und mit ihrem rotgrün schillernden Licht zu erleuchten versuchen, taten dies auch amerikanische Medien. Von allen großen Medienhäusern und allen großen Fernsehstationen wurde Clinton gepusht. Trump hat sich gegen dieses Medienfeuerwerk durchgesetzt. Dies konnte geschehen, weil man inzwischen den Medien zwar noch zuhört, ihnen jedoch einfach nichts mehr glaubt. Manche gehen dazu über, exakt das Gegenteil dessen für wahr zu halten, was die Medien verkünden. Eine dramatische Situation, in der Verschwörungstheorien wie Pilze aus dem Boden schießen. Der Dünger dafür sind leider immer wieder auftauchende Halb- und Unwahrheiten, die Journalisten wider besseres Wissen verbreiten.

Man glaubt hierzulande auch den amtskatholischen Mainstreammedien nicht mehr viel. Wie sonst sind die Erfolge katholischer Weblogs und privater katholischer Medieninitiativen zu erklären? Mit wenig Geld und wenigen Mitarbeitern, dafür mit viel Engagement und viel ernstem Ringen um die Wahrheit, wird hier das gemacht, was andere sich für gute Etats und noch bessere Gehälter weigern zu tun: echten Journalismus zu treiben.

Das Beispiel der aktuellen US-Wahl und ihrem Ergebnis zeigt doch nur zu deutlich, wie unglaubwürdig sich eine ideologisch völlig einseitig ausgerichtete Medienlandschaft macht und wie sich die Informationen ihren Weg mit Hilfe neuer technischer Möglichkeiten suchen. Der betuliche Belehrungsjournalismus hat ebenso ausgedient wie die betuliche Belehrungspolitik. Die Menschen wollen das nicht mehr und ziehen am Zeitungskiosk genauso wie in der Wahlkabine gnadenlos die Rote Karte.

Gerade für Medien in kirchlicher Hand wäre dies eine große Chance, den Menschen mit der Wahrheit aufzuwarten. Diese Wahrheit im Ringen, im ehrlichen Diskurs und immer wieder im Kampf um Objektivität zu suchen. Das wäre ein Pfund, mit dem es sich zu wuchern lohnte. Den amtskirchlichen Medien stünde eine Entweltlichung gut zu Gesicht. Leider stehen im Augenblick die Zeichen weiterhin auf elastisches Anschmiegen an den Mainstream. Damit werden die meisten amtskatholischen Medien bis zu ihrem qualvollen Ende noch viele Jahre lang viele Kirchensteuermillionen verschlingen.

Foto Peter Winnemöller


Foto oben (c) kath.net/Michael Hesemann


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  2. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  3. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  4. Meinungsfreiheit auf katholisch
  5. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  6. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  7. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  8. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  9. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"
  10. Glaube ohne Feuer: Wie die Kirche Angst vor der eigenen Botschaft bekommt






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  11. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  12. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  13. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  14. Ein Frühstück für den Verleugner
  15. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz