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Alterzbischof von Mossul skeptisch über Rückkehr der Christen

23. September 2016 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Mar Amel Shimon Nona: Vertrauen zu Muslimen zerstört - Papst besucht Ende September in Georgien die chaldäische Gemeinde


Rom (kath.net/KAP) Überaus skeptisch über die Möglichkeit einer Rückkehr der Christen nach Mossul und in die Kleinstädte der Ninive-Ebene ist der frühere chaldäisch-katholische Erzbischof der irakischen Metropole, Mar Amel Shimon Nona. "Die chaldäische Eparchie Mossul existiert nicht mehr", sagte er im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR im Blick auf die Papstreise in den Kaukasus und den dortigen Chaldäern, wie "Pro Oriente" am Montag berichtete.

Alle Christen Mossuls seien geflohen, auch die rund 150.000 Christen der Ninive-Ebene. Sie seien heute Flüchtlinge in Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Region des Irak, im Libanon, in der Türkei, in Jordanien. "Viele warten auf ein Visum, um zu emigrieren, die meisten wollen nach Australien", so Nona. Aber auf ein Visum müsse man oft zwei Jahre warten.

Nona ist selbst ein Vertriebener: Er war Erzbischof von Mossul - als Nachfolger des von Islamisten ermordeten Paulos Faraj Rahho - von Ende 2009 bis zur Eroberung der Stadt durch die IS-Terrormiliz im Sommer 2014.


Für die Christen schwinde allerdings die Hoffnung auf Rückkehr, so Nona: "Denn die ersten, die bei unseren Leuten geraubt und gestohlen haben, waren unsere islamischen Nachbarn. Deshalb gibt es heute kein Vertrauen mehr." Er kenne Christen, die 40 Jahre Tür an Tür mit islamischen Nachbarn zusammengelebt hätten, berichtete der Erzbischof. Aber im Jahr 2014 seien sie gerade von diesen Nachbarn hinausgeworfen und beraubt worden. Wie könne man verlangen, dass "unsere Leute zurückkehren, um in einem so unsicheren Milieu zu leben?"

Kein Respekt mehr vor dem "Anderen"

Ein großer Unsicherheitsfaktor seien auch die Auseinandersetzungen zwischen kurdisch, sunnitisch oder schiitisch orientierten Politikern im Irak, betonte Nona. Auch wenn der Irak offiziell ein einheitlicher Staat bleibe, sei er seit der Invasion von 2003 doch zutiefst gespalten. Alle Formen des Zusammenlebens und des Respekts vor dem "Anderen" seien verschwunden.

Für Erzbischof Nona steht fest, dass es den Islamisten auch in Mesopotamien um einen "Genozid" an den "Andersgläubigen" geht. Die Terroristen seien daran interessiert, nicht nur die physische Existenz der Christen, sondern auch "ihre Vergangenheit und ihre Zukunft" zu zerstören.

Ein Dialog mit Muslimen sei eigentlich nur möglich, weil es auch viele "wohlgesinnte Muslime" gibt, sagte der Erzbischof. Er müsse immer daran denken, dass seine Christen alles zurücklassen mussten, um ihren Kindern das Schicksal der "Bekehrung zum Islam" zu ersparen, das so viele im ganzen Nahen Osten, in Nordafrika und auf dem Balkan viele Jahrhunderte hindurch erlitten hätten.

Als erfreulich bezeichnete er die Solidarität der katholischen Kirche, vor allem in Europa und in Ozeanien. Diese Solidarität habe die chaldäischen Katholiken verstehen lassen, dass es eine "starke katholische Kirche" gibt, die den Attacken zu widerstehen weiß.

Bei der Frage, ob Papst Franziskus eines Tages in den Irak kommen werde, wich Nona aus und berichtete, dass Patriarch Mar Louis Raphael Sako beim bevorstehenden Georgien-Besuch am 30. September als erster Papst eine chaldäische Kirche, St. Simon Bar Sabbas, betreten wird.

Seit zaristischen Zeiten gibt es in Transkaukasien - vor allem in Tiflis - eine starke Gemeinde von mesopotamischen Christen, die entweder der chaldäisch-katholischen Kirche oder der Apostolischen Kirche des Ostens angehören. Die Vorfahren dieser Christen hatten im Russischen Reich Zuflucht vor der permanenten Verfolgungssituation gesucht. Die Kirche St. Simon Bar Sabbas in Tiflis ist dem im Jahr 344 als Märtyrer gestorbenen zweiten Katholikos von Seleukia-Ktesiphon geweiht.

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Micha1984 24. September 2016 

Traurigkeit und Freude

Bei diesem Artikel ist mir ganz traurig zumute. Ich halte es für schlimm, aber für irgendwie menschlich, dass man sich an seinem Nächsten bereichert, wenn der fliehen muss und man nicht mit einer Rückkehr rechnet, das Eigentum einem leichten Zugriff ausgesetzt ist. Es ist die einfachste kriminologische Regel, dass einfacher Zugriff ohne drohende Sanktion viele Menschen kriminell werden lässt.
Aber das Vertrauen und all die anderen Dinge, die für ein friedliches Miteinander unabdingbar sind, sind nachhaltig gestört, wenn nicht auf Dauer zerstört. Die Wunden werden Generationen zeichnen.

Schön ist es und stolz macht es mich, wenn ich lese, dass die Chaldäer eine kraftvolle, unterstützende Katholische Kirche, eine wahre Weltkirche, erlebt hat. Dafür ein "Vergelts Gott" an alle, an die vielen Teile unseres Gottesvolks, die an diesem Gefühl der Geborgenheit in einer absolut nicht geborgenen Situation mitgewirkt haben.


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