Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  2. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  5. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  6. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  7. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  8. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  9. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  10. Viel Lärm um nichts?
  11. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  12. Kardinal Koch betont den zutiefst christozentrischen Charakter des Pontifikats von Papst Leo XIV.
  13. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  14. Papst um Entspannung bemüht: Reden in Afrika sind keine Fern-Debatte mit Trump
  15. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium

KNA und Volker Beck gegen Kölner Weihbischof?

3. Februar 2016 in Deutschland, 29 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Fragwürdige Darstellung der „Katholischen Nachrichtenagentur“ von Aussagen des Kölner Weihbischofs Schwaderlapp und der Replik des Grünenpolitikers Beck zur Frage der kirchlichen Segnung homosexueller Lebenspartnerschaften.


Bonn (kath.net) Mit einem eigenen Artikel wartete die Katholische Nachrichtenagentur KNA zur Kritik Volker Becks (Grüne) an Aussagen des Kölner Weihbischof Dominikus Schwaderlapp auf. Unter der Überschrift „Volker Beck kritisiert Kölner Weihbischof als unbarmherzig“ wird gleich im ersten Abschnitt die Position des religionspolitischen Sprecher seiner Fraktion dargestellt: „Schwaderlapp setze ‚auf Unbarmherzigkeit im Jahr der Barmherzigkeit‘“. Die Aussagen des Kölner Weihbischofs waren der in katholischer Trägerschaft befindlichen Nachrichtenagentur zuvor allerdings keinen eigenen Artikel wert gewesen.

Die KNA hatte in ihrem Artikel offenbar Gründe, Becks Wertung der Position des Kölner Weihbischofs als „perfide“ nicht zu erwähnen. Beck hatte wörtlich erläutert: „Es ist perfide, wenn er die Trauung Homosexueller durch die Evangelische Kirche im Rheinland zum Problem der Ökumene erklärt. Das Festhalten der katholischen Kirche an der Sexuallehre des Thomas von Aquin aus dem 13. Jahrhundert ist Ursache für den Graben zwischen der Katholischen Kirchenleitung und ihren eigenen Gläubigen, der evangelischen Bruderkirche und der Gesellschaft des 21. Jahrhunderts.“ Ebenso wenig zitierte die KNA die Darstellung Becks, wonach die Entscheidungsfindung der katholischen Kirche in solchen Fragen offenbar nur eine Frage von aktuellen Mehrheiten sei, also eine Frage demokratischer Meinungsfindung. Beck hatte dazu wörtlich erläutert: „Der Graben verläuft nicht zwischen evangelischer und katholischer Kirche, sondern zwischen dem Bischof und der Mehrheit der gläubigen Christen“, der Graben laufe „um Schwaderlapps Trutzburg außen herum“. Schwaderlapp, so hatte Beck außerdem behauptet, „spricht vom Evangelium und redet doch nur über patriarchale Machtkonstruktionen aus der katholischen Kirchengeschichte“.


Doch zurück zur Darstellung der KNA: Die kirchliche Agentur stellt im zweiten Abschnitt ihres Artikel durchaus korrekt zusammenfassend die Position des Kölner Weihbischofs dar, wie er sie vor wenigen Tagen im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ geäußert hatte. Im dritten und letzten Abschnitt erläutert die KNA dann kurz die Position zweier evangelischer Landeskirchen, die die „Trauung“ homosexueller Paare einführten.

Erst mit dem vorletzten Satz schlüsselt die KNA dann auf, dass Schwaderlapps Grundeinstellung zur Frage des katholischen Umgangs mit homosexuellen Paaren keineswegs seine Privatmeinung ist, sondern in Gänze durch die Haltung der katholischen Bischöfe gedeckt ist (gemeint sind damit vermutlich die katholischen Bischöfe Deutschlands): „Die katholischen Bischöfe lehnen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner ab.“ Doch mit dem Schlusssatz relativiert die KNA dann wiederum auch diese Position: „Das oberste Laien-Gremium, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), plädiert für die Segnung homosexueller Paare.“

kath.net dokumentiert den Artikel der Katholischen Nachrichtenagentur vom 2.2.2016 im Wortlaut:

Volker Beck kritisiert Kölner Weihbischof als unbarmherzig

Berlin/Düsseldorf (KNA) Der Grünen-Politiker Volker Beck kritisiert die ablehnende Haltung des Kölner Weihbischofs Dominik Schwaderlapp zur kirchlichen Trauung homosexueller Paare. «Von der frohen Botschaft Jesu und der Liebe Gottes ist in seinen ausgrenzenden Worten nichts zu vernehmen», erklärte der religionspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion am Dienstag in Berlin. Schwaderlapp setze «auf Unbarmherzigkeit im Jahr der Barmherzigkeit».

Der Weihbischof hatte in einem Gespräch mit der «Rheinischen Post» (Freitag) den Beschluss der rheinischen Landeskirche kritisiert, homosexuelle Paare zu trauen. «Ich sehe diese Entscheidung schon mit einer gewissen Trauer. Es ist zumindest kein Schritt zueinander, sondern etwas, das einen Graben eher etwas vertieft», so Schwaderlapp mit Blick auf die Ökumene. Er betonte weiter: «Wer das Evangelium immer an das anpasst, was gerade dem Gefühl der Zeit entspricht, macht es beliebig.»

Als zweite evangelische Landeskirche hatte die rheinische Kirche Mitte Januar auf ihrer Landessynode beschlossen, künftig die Trauung homosexueller Paare zu erlauben. Bisher ist dies nur in der Evangelischen Kirche Hessen-Nassau möglich. Die katholischen Bischöfe lehnen Trauungen und Segnungen gleichgeschlechtlicher Lebenspartner ab. Das oberste Laien-Gremium, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), plädiert für die Segnung homosexueller Paare.

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  3. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  4. "Derselbe Polarstern"
  5. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  6. Ein Brief vom Papst an die Kardinäle und der Stilwechsel in Rom
  7. George Weigel an Kardinal Hollerich: Hat die Kirche Christus zweitausend Jahre lang missverstanden?
  8. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  9. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  10. Nach Extremerfahrung des Mondflugs: Artemis-Kommandant Wiseman fragte nach christlichem Seelsorger
  11. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?
  12. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer
  13. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  14. Kardinal Fernández: Es laufen keine dezidierten päpstlichen Großaufträge am Glaubensdikasterium
  15. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz