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EKD-Vorsitzender und ZDK-Chef Glück im Kuratorium eines Islamzentrums

4. August 2015 in Deutschland, 37 Lesermeinungen
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Evangelikale kritisieren EKD-Ratsvorsitzenden: Bedford-Strohm will im Kuratorium eines Islamzentrums mitwirken. Mit dabei auch der Chef des Zentralkomitee der deutschen Katholiken


München (kath.net/ idea.de)
Evangelikale in ganz Deutschland haben mit Entsetzen, Unverständnis und bitterer Ironie auf die Zusage des EKD-Ratsvorsitzenden und bayerischen Landesbischofs Heinrich Bedford-Strohm (München) reagiert, im Kuratorium des Münchner Islamzentrums mitzuwirken. Die Einrichtung soll „Muslimen bei der Ausübung ihrer Religion behilflich sein, ihr Glaubensbewusstsein und ihre Bereitschaft zum Dienst am Mitmenschen vertiefen, aber auch zum besseren Verständnis des Islam und der Muslime beitragen“, heißt es in der Selbstdarstellung. Grundlage des Zentrums sei das islamische Glaubenszeugnis „Kein Gott außer Allah und Muhammad ist Allahs Gesandte“.

Für die römisch-katholische Kirche sitzt der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken, Alois Glück (Traunwalchen/Oberbayern), im Kuratorium. Gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea erklärten Bedford-Strohm und Glück, dass sie jene Kräfte im Islam stärken wollen, die die Werte des Grundgesetzes bejahen, und mit ihnen gemeinsam Wege in die Zukunft bauen. Der Initiator des Islamzentrums, Imam Benjamin Idriz (Penzberg/Oberbayern), habe mit vielen Beispielen bewiesen, dass er sich gegen einen radikalen Islam stelle. „Mit diesen Muslimen können wir gemeinsam eine friedliche Zukunft gestalten“, so die Kirchenvertreter. Zugleich betonen sie, als Christen keine Werbung für den Islam zu machen.


Ein Spiegel des Gesamtzustandes der Landeskirchen

In Stellungnahmen für die Evangelische Nachrichtenagentur idea weisen evangelikale Repräsentanten auf die Unvereinbarkeit von Christentum und Islam hin. Die grundsätzlichen Unterschiede würden in der evangelischen Kirche jedoch zunehmend kleingeredet, sagte der Leiter des Arbeitskreises Islam der Deutschen Evangelischen Allianz, Ulrich Neuenhausen (Bergneustadt/Oberbergisches Land). Insofern sei die Entscheidung Bedford-Strohms nicht überraschend. Sie spiegele den Gesamtzustand der Landeskirchen wider, in denen das Verständnis für die Besonderheit des christlichen Glaubens schwinde. „Die Überzeugung, dass auch Muslime die gute Nachricht brauchen, dass Gott sich in Jesus Christus den Menschen zugewandt hat, spielt im kirchlichen Alltag kaum noch eine Rolle“, so Neuenhausen. Dafür sei die Mitwirkung des höchsten EKD-Repräsentanten in einem Gremium, dass Muslime in ihrem Glauben stärken soll, ein unübersehbares Signal.

Leitungsgremien sollen sich vom Bischof distanzieren

Der Vorsitzende der Konferenz Bekennender Gemeinschaften in den evangelischen Kirchen Deutschlands, Pfarrer Ulrich Rüß (Hamburg), sieht das Bischofsamt beschädigt. Er fordert die bayerische Landessynode und den Rat der EKD auf, sich von der Haltung des Bischofs zu distanzieren. Das „Ja zum selbstbewussten, aber auch kritischen Dialog mit dem Islam gerade auch angesichts der bedrohten Lage der Christen in islamisch geprägten Staaten und durch den islamistischen Terror“ dürfe nicht zur Aufgabe der christlichen Identität führen. In einer Zeit der Säkularisierung des christlichen Glaubens und der Herausforderung und Bedrohung durch den Islam sowie angesichts massenhafter Kirchenaustritte „brauchen wir einen Bischof, der mit allen seinen Möglichkeiten die Seinen zusammenhütet, anstatt einen, der denen dient, die das Christliche in Frage stellen“.

Wie wenn ein Imam missionarische Dienste der Kirche unterstützte

Den württembergischen Islam-Experten Kirchenrat i.R. Albrecht Hauser (Korntal bei Stuttgart) macht der Vorgang „beinahe sprachlos“. Dass der EKD-Ratsvorsitzende die Einladung in das Kuratorium eines „islamischen Missionszentrums“ annimmt, wäre „in etwa so, als wenn die EKD einen hochrangigen Imam in den Vertrauensrat des Amtes für Missionarische Dienste der EKD wählen würde“. Ironisch schlägt Hauser vor, einen der größeren Kirchenkomplexe in München den Muslimen zu schenken, anstatt auf eine Geldspende aus einem arabischen Golfstaat zu warten: „Eine Umwidmung wäre längerfristig für alle Seiten kostengünstiger.“

Wie kann man Bischof sein und eine andere Religion fördern?

Massive Kritik kommt auch aus Bayern. Es sei „ungeheuerlich“, dass ein auf Schrift und Bekenntnis ordinierter Theologe eine Organisation unterstütze, die den Gott der Christen nicht anerkenne, sagt der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung um Bibel und Bekenntnis in Bayern (KSBB), Andreas Späth (Windsbach bei Ansbach). Er fragt, „wie man gleichzeitig Bischof sein und eine andere Religion fördern kann“. Ein Christ habe immer zu Christus zu rufen, anstatt zur Nachfolge eines Götzen zu ermutigen. Der Vorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises der CSU in Oberfranken, Pfarrer Jürgen Henkel (Selb-Erkersreuth), befürchtet, dass die erwartetet Finanzierung des Islamzentrums durch arabische Scheichs den Einfluss des radikalen Islam vergrößern werde. In Rumänien wehrten sich Muslime „mit guten Gründen“ gegen Spenden aus den Ölländern.


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