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Gegen eine weichgespülte Religion. Christliche Identität ist konkret

9. Juni 2015 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Franziskus in Santa Marta: das ‚Zeugnis’ ist die Sprache der christlichen Identität. Moderne Gnostiker und jene, die ‚auf den Brief der Gottesmutter’ warten, verwässern das Christentum. Das letzte Wort Gottes ist Jesus. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Worin besteht die christliche Identität? Diese Frage stellte sich Papst Franziskus in seiner Predigt am Dienstag der zehnten Woche im Jahreskreis bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“.

Der Papst begann seine Betrachtungen ausgehend von den Worten des heiligen Paulus an die Korinther (2 Kor 1,18-22), als der Völkerapostel über die Identität der Jünger Jesu spricht. Richtig sei, dass Gott uns, um uns zu dieser Identität gelangen zu lassen, einen langen Weg durch die Geschichte zurücklegen lassen habe, bis er seinen Sohn gesandt habe.

„Auch wir“, so Franziskus, „müssen in unserem Leben einen langen Weg zurücklegen, damit diese christliche Identität stark werde“, um davon Zeugnis geben zu können. Es handle sich um einen Weg, der als Weg „von der Zweideutigkeit zur wahren Identität“ bezeichnet werden könne:

„Es ist richtig, da ist die Sünde, und die Sünde lässt uns fallen, doch wir müssen die Kraft des Herrn aufbringen, um wieder aufzustehen und mit unserer Identität weiterzugehen. Doch ich würde auch sagen, dass die Sünde Teil unserer Identität ist: wir sind Sünder, doch Sünder mit dem Glauben an Jesus Christus. Und das ist nicht nur ein Glaube, weil man etwas wissen würde. Nein. Es ist ein Glaube, der Geschenk Gottes ist und in uns von Gott her eingetreten ist. Gott selbst ist es, der uns in Christus stärkt. Und er hat uns gesalbt, er hat uns das Siegel aufgedrückt, er hast uns den ersten Anteil gegeben, das Pfand des Geistes in unseren Herzen. Gott ist es, der uns dieses Geschenk der Identität macht“.

Im Wesentlichen bestehe dies darin, der christlichen Identität treu zu sein und es zuzulassen, dass „der Heilige Geist, der die Garantie, das Pfand in unserem Herzen ist, uns im Leben weiterbringt“. Wir seien keine Menschen, „die einer Philosophie nachlaufen“, so die Mahnung des Papstes: „wir sind gesalbt“ und hätten aus diesem Grund die Garantie des Heiligen Geistes.

Die christliche Identität sei etwas Schönes, „das durch das Zeugnis sichtbar wird. Daher spricht Jesus vom ‚Zeugnis’ als der Sprache unserer christlichen Identität“. Dies gelte auch dann, wenn die christliche Identität der Versuchung ausgesetzt werde, da wir ja Sünder seien. Die Versuchungen stellten sich immer ein und die Identität könne geschwächt werden und sich verlieren. Franziskus warnte vor zwei gefährlichen Wegen:

„Die erste besteht darin, vom Zeugnis zu den Ideen überzugehen, das Zeugnis zu verwässern. ‚Ja, doch, ich bin Christ. Das Christentum ist das da, eine schöne Idee. Ich bete zu Gott’. Und so gehen wir vom konkreten Christus – denn die christliche Identität ist etwas Konkretes, wir lesen es in den Seligpreisungen; dieses Konkretsein steht auch in Matthäus 25: die christliche Identität ist konkret – zu dieser Religion über, die ein wenig ‚weichgespült’ ist, in der Luft und auf dem Weg der Gnostiker. Dahinter steht das Ärgernis. Diese christliche Identität ist ein Ärgernis. Und die Versuchung ist zu sagen: ‚Nein, nein, da ist kein Ärgernis’“.

Das Kreuz „ist ein Ärgernis“. Daher gebe es Menschen, die „mit dieser christlichen, ein wenig ätherischen Spiritualität Gott suchen, die modernen Gnostiker“. Dann gebe es die anderen, die immer etwas Neues in ihrer christlichen Identität bräuchten und dabei vergessen hätten, dass sie als Gesalbte auserwählt worden seien und „die Garantie des Heiligen Geistes haben“. So suchten sie danach: „‚Wo sind die Seher, die uns heute was vom Brief sagen, den uns die Gottesmutter um vier Uhr Nachmittag schickt?’. Zum Beispiel so, nicht wahr? Und davon leben sie. Das ist keine christliche Identität. Das letzte Wort Gottes heißt ‚Jesus’ und nichts mehr!“.

Ein anderer Weg der Rückschritte in der christlichen Identität bestehe in der Weltlichkeit:

„Das Bewusstsein so sehr weiten, dass alles hineingeht. ‚Ja, wir sind Christen, aber das...’. Nicht nur im moralischen Sinn, sondern auch im menschlichen. Die Weltlichkeit ist menschlich. Und so verliert das Salz seinen Geschmack (vgl. Tagesevangelium: Mt 5,13-16). Und wir sehen christliche Gemeinschaften, auch von Christen, die sich christlich nennen, aber nicht in der Lage sind oder es nicht wollen, Zeugnis von Jesus Christus zu geben. Und so geht die Identität zurück, sie geht zurück und verliert sich, und das ist dieser weltliche Nominalismus, den wir alle Tage sehen. In der Heilsgeschichte hat uns Gott mit der Geduld des Vaters von der Zweideutigkeit zur Gewissheit, zum Konkretsein der Fleischwerdung und des Erlösungstodes seines Sohnes geführt. Das ist unsere Identität“.

Der heilige Paulus rühme sich Jesu, „der aus Gehorsam Mensch geworden und gestorben ist. Das ist die Identität und dort liegt das Zeugnis“. Der Papst betonte abschließend: „Wir müssen den Herrn bitten, dass er uns immer dieses Geschenk mache, diese Gabe einer Identität, die nicht versucht, sich an die Dinge anzupassen, bis sie den ‚Geschmack des Salzes’ verliert“.

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