Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  4. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  5. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  6. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  7. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  8. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  9. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  10. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  11. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten
  12. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  13. Beschließen ohne zu entscheiden?
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Die Nazi-Projektion

Obama erntet heftigen Widerspruch

8. Februar 2015 in Weltkirche, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Politiker und Kirchenleute kritisieren Rede beim Nationalen Gebetsfrühstück


Washington (kath.net/idea) US-Präsident Barack Obama sieht sich einer Welle heftiger Kritik aus Politik und Kirche gegenüber. Auslöser sind seine Äußerungen zum religiösen Extremismus beim Nationalen Gebetsfrühstück am 5. Februar in Washington. Dabei hatte der Präsident vor 3.600 Teilnehmern aus 130 Ländern einerseits den islamischen Terrorismus scharf verurteilt und gleichzeitig Christen sowie Angehörige anderer Religionen angesichts ihrer teilweise gewalttätigen Geschichte zur Demut aufgerufen. Er erinnerte an die Kreuzzüge, die Inquisition und die Sklaverei. In allen Religionen gebe es „eine sündhafte Tendenz, die unseren Glauben pervertieren und verzerren kann“, so Obama. Kirchenhistoriker, konservative Politiker und evangelikale Theologen werfen Obama vor, die Gräueltaten von Terrorgruppen wie dem „Islamischen Staat“ (IS) im Nahen Osten und Boko Haram (Westliche Bildung ist Sünde) in Westafrika relativieren zu wollen.

Franklin Graham: Jesus gab sein Leben, Mohammed tötete


Der Evangelist Franklin Graham (Charlotte/Bundesstaat Nord Carolina) – Präsident der Billy-Graham-Gesellschaft und des Hilfswerks „Samaritan’s Purse“ (Geldbeutel des Samariters) – warf Obama vor, Jesus Christus und den Propheten Mohammed fälschlicherweise auf dieselbe Stufe zu stellen. Zwar räumte Graham ein, dass Menschen in der Geschichte den Namen Jesus missbraucht hätten, um Böses zu vollbringen, aber Jesus habe niemals seine Nachfolger aufgerufen, solche Schandtaten zu begehen, wie sie bei den Kreuzzügen oder in der Inquisition geschehen seien. Vielmehr habe er „Frieden, Liebe und Vergebung“ gelehrt. Jesus habe sein Leben für die Sünden der Menschen hingegeben; Mohammed habe hingegen viele Unschuldige getötet. Er sei ein „Krieger“ gewesen. Graham: „Wahre Nachfolger Christi ahmen Christus nach – wahre Nachfolger Mohammeds ahmen Mohammed nach.“

Baptist: „Undurchdachter Vergleich“

Russel Moore (Washington), Präsident der Kommission für Ethik und Religionsfreiheit des Bundes der Südlichen Baptisten, bezeichnete Obamas Äußerungen als „einen unglücklichen Versuch eines undurchdachten Vergleichs“. Die Untaten, die er erwähnte, bewegten sich eindeutig außerhalb der moralischen Maßstäbe der Christenheit und seien auf überwältigende Opposition von Christen gestoßen. Der Leiter der „Katholischen Liga“, Bill Donohue (New York), hält Obama eine erstaunliche historische Unkenntnis vor: „Die Kreuzzüge waren eine Verteidigungsreaktion der Christen gegen muslimische Wahnsinnige des Mittelalters.“

Obama soll „die heutige Realität“ wahrnehmen

Tony Perkins (Washington), Präsident des christlichen Familienforschungsrates, warf Obama vor, er wolle nicht wahrhaben, dass der Islam und radikale Ideologien, die sich darauf berufen, missbraucht würden, um Christen umzubringen. Der Präsident hätte besser daran getan, auf den „Völkermord“ aufmerksam zu machen, der im Namen des Islam im Nahen Osten begangen werde. Der Gouverneur des Bundesstaates Louisiana, Bobby Jindal, meinte, der Präsident solle „aufwachen“ und die Realität des heutigen religiösen Extremismus wahrnehmen. Es sei gut und schön, wenn der Präsident historische Lektionen erteile, aber heute gehe es um „den Terrorismus des radikalen Islam“, der Geiseln köpfe und bei lebendigem Leibe verbrenne, so der republikanische Politiker. Ähnlich äußerte sich die konservative Publizistin Michelle Malkin (Los Angeles/Kalifornien) im Kurznachrichtendienst Twitter: „IS schneidet Köpfe ab, verbrennt Geiseln, tötet Schwule, versklavt Mädchen. Obama: Schuld sind die Kreuzzüge.“

Mittelalter nicht mit der Gegenwart vergleichen

Der Historiker Thomas Asbridge, Direktor des Zentrums für Islamstudien an der Universität von London, erklärte gegenüber der Zeitung New York Times, nur wenige Historiker teilten Obamas Sicht der Kreuzzüge. Die meisten seien der Ansicht, dass sie eine Reaktion auf muslimische Eroberungen waren, um das Heilige Land zurückzugewinnen. Er habe kein Problem damit, dass Obama an die gewalttätige Geschichte der Christenheit erinnere – „aber wir müssen sehr vorsichtig damit sein, das Verhalten im Mittelalter nach heutigen Maßstäben zu beurteilen“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

USA

  1. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  2. US-Familien ziehen in Bundesstaaten, die von Republikanern regiert werden
  3. Jesse Jacksons wechselnde Positionen zum Lebensschutz
  4. Puerto Rico ändert Strafrecht – Ungeborene als Menschen anerkannt
  5. Mein Held des Monats: Marco Rubio – Ein Weckruf für das Abendland
  6. US-Gesundheitsministerium setzt sich für medizinisches Personal ein, das Abtreibungen ablehnt
  7. Kalifornien: 90 Millionen US-Dollar für Planned Parenthood
  8. Traditionsbruch: New Yorks Bürgermeister Mamdani nicht bei Installation von Erzbischof Hicks
  9. Papst Leo XIV. ernennt Lebensschützer zum neuen Erzbischof von Denver
  10. „Recht auf Gebet“: Trump-Administration erlässt neue Richtlinien für US-Schulen







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Toni Faber und der Zölibat - Beschwerdewelle gegen Wiener Dompfarrer
  4. "Alle Iraner feiern. Die schlimmsten Menschen der Welt weinen"
  5. "Europa hat die Gefahr der islamischen Republik Iran noch immer nicht begriffen"
  6. "Mit Hitler hat es keinen vernünftigen, authentischen und verantwortungsvollen Dialog gegeben!"
  7. Um Gottes willen: „die Waffen nieder“ – Kardinal Brandmüllers Ruf zur liturgischen Vernunft
  8. Ist die Zeit der Barmherzigkeit bald vorbei? Stehen wir kurz vor der Zeit des Gerichts?
  9. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  10. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  11. Möge die Versöhnung der Kirche in Deutschland gelingen
  12. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  13. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  14. Kärntner Ordinaritaskanzler: Rechthaberei in der Kirche überwinden
  15. Papst antwortet auf Leserbrief eines Atheisten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz