Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  3. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  4. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  5. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  6. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  7. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  8. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  9. Wir können NICHT schweigen!
  10. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  11. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  12. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah
  15. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete

Experte: Islamische Dachverbände nicht mit Kirche gleichsetzen

10. Oktober 2014 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi warnt die Bundesregierung vor einer Gleichbehandlung islamischer Verbände und kirchlicher Vertreter.


Frankfurt (kath.net/KNA) Der Freiburger Islamwissenschaftler Abdel-Hakim Ourghi warnt die Bundesregierung vor einer Gleichbehandlung islamischer Verbände und kirchlicher Vertreter. Die Mitglieder in der «Türkisch-Islamischen Union der Anstalt für Religion» (Ditib) und ähnlicher Verbände stammten vorwiegend aus der Türkei und seien sunnitisch geprägt, betonte der aus Algerien stammende Wissenschaftler in einem Gastbeitrag in der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» (Donnerstag). Dadurch sähen sich aber die in Deutschland lebende Schiiten, Aleviten sowie arabischstämmige Muslime nicht vertreten.

Zudem wirft Ourghi den türkischen Verbänden vor, «weit von der modernen Erschließung eines humanistischen Islam» entfernt zu sein. Eine historisch-kritische Vermittlung der islamischen Glaubenslehre sei den Dachverbänden fremd. Der Ditib etwa wirft Ourghi vor, der wissenschaftlichen Freiheit feindlich gegenüberzustehen. Als problematisch bewertete er in dem Zusammenhang, wenn solche Verbände Einfluss auf die Gestaltung von islamischem Religionsunterricht und Islamstudien in Deutschland nähmen.


Nach Einschätzung des Islamwissenschaftlers leiden die türkischen Verbände unter einer «schizophrenen Identität». «Sie agieren hier, vertreten jedoch Interessen der Türkei und versuchen, durch ihren Klientelismus Einfluss auf der universitären Ebene bei der Auswahl der Lehrkörperschaft zu nehmen», so sein Vorwurf. Er betonte, dass die Ditib sich dabei an den Vorgaben des Ministeriums für religiöse Angelegenheiten in Ankara orientiere.

«Der Staat begeht einen Fehler, wenn er die muslimischen Dachverbände mit den kirchlichen Vertretern der Katholiken und Protestanten gleich zu behandeln versucht», so Ourghi. Hingegen solle ein bundesweites islamisches Gremium aus muslimischen Persönlichkeiten eingerichtet werden, in dem sowohl Sunniten als auch Schiiten und andere muslimische Gruppen vertreten seien. «So könnte eine religiöse Renaissance eines europäischen Islam in einem westlichen Kontext beginnen», so der Wissenschaftler.

Ourghi leitet an der Pädagogischen Hochschule Freiburg den Fachbereich Islamische Theologie und Religionspädagogik. Anfang des Jahres machte er Schlagzeilen, als er dem Münsteraner Soziologen Mouhanad Khorchide vorwarf, mit seinem Buch «Islam ist Barmherzigkeit» den syrischen Reformdenker Muhammad Shahrour plagiiert zu haben. Das Zentrum für Islamische Theologie (ZIT) an der Universität Münster wies die Vorwürfe zurück und nannte die Argumente Ourghis «diffus» und «böswillig».

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Bundesland Brandenburg plant Neutralitätsgesetz für Justiz: Kein Kopftuch, Kippa, Kreuz
  2. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  3. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  4. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  5. Zwischen Wölfen und Brüdern
  6. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  7. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  8. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  9. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  10. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  3. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  4. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  5. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  6. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  7. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  8. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  9. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  10. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  11. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  12. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  13. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  14. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  15. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz