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'Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium'

10. März 2003 in Deutschland, keine Lesermeinung
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kath.net dokumentiert den Fastenhirtenbrief des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick


Liebe Schwestern und Brüder im Herrn!

1. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“. Ich hoffe, viele von Ihnen konnten dieses Wort aus dem Markusevangelium beim Empfang des Aschenkreuzes in dieser Woche hören. Aber auch das „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst“, ruft uns zur Bekehrung und zum Glauben an das Leben in Fülle durch Jesus Christus auf. Möge die Fastenzeit im Jahr 2003 Ihnen und allen in unserem Erzbistum helfen, sich zu bekehren, wieder mehr dem Evangelium zu glauben und wie Jesus in der Liebe zu Gott und zum Nächsten zu leben. Das Ziel der Fastenzeit ist dann erreicht, wenn wir zu neuen Menschen in Christus werden. Singen Sie bewusst die Einladung des bekannten Fastenzeitliedes mit: „Bekehrt euch alle, denn das Reich ist nahe; in rechter Buße wandelt eure Herzen. Seid neue Menschen, die dem Herrn gefallen.“

2. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“. Jesus Christus ist der Erlöser aller Menschen. „Denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen,“ heißt es im Lobgesang des Zacharias (Lk 1,68). Durch die Taufe, Firmung und Eucharistie beruft und befähigt uns der auferstandene Christus, seine Erlösung den Menschen in Wort und Tat zu bezeugen. Das tun wir durch Gottesdienst und Gebet, durch gute Worte zum und über jeden Mitmenschen. Wir werden zu Zeugen seiner Erlösung durch liebevolle Zuwendung zum Nächsten, durch Einsatz für die Wahrheit, die Gerechtigkeit, den Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Wir sind Mitarbeiter des Erlösers, wenn wir uns tatkräftig den Armen und Behinderten zuwenden, den ungeborenen und geborenen Kindern gute Entwicklung garantieren, den Jugendlichen Sinn und ganzheitliche Entfaltungsmöglichkeiten bieten und uns um die Alten und Kranken sorgen. Ich bitte Sie, liebe Mitchristen, sich dieser hohen Berufung und Beauftragung neu bewusst zu werden und als echte Christen zu leben. Wir können mit unserem Menschsein, das von Gott in seiner Würde wunderbar erschaffen und noch wunderbarer wiederhergestellt wurde (Tagesgebet an Weihnachten), Heilbringer und Miterlöser durch Jesus Christus in seinem Heiligen Geist sein. Hören wir den Ruf des Herrn: „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium.“

3. „In jener Zeit trieb der Geist Jesus in die Wüste. Dort blieb Jesus vierzig Tage lang“ (Mk 1,12).Was bedeutet Wüste? Zur Wüste gehören Stille und Alleinsein, Weite des Blickes und Beschränkung auf das Wesentliche des Lebens, Hunger und Durst nach leiblicher und geistiger Nahrung, Gebet und Betrachtung. Die Wüste ist auch der Ort, wo der Teufel den Menschen versucht und Gott sein geliebtes Geschöpf an sich ziehen will, wo wir alle lernen können die Geister zu unterscheiden. In der Wüste erfährt Jesus das alles. Ich wünsche Ihnen allen, liebe Mitchristen, dass Sie diese Erfahrung Jesu in der Fastenzeit 2003 machen. Haben Sie Mut, in den kommenden 40 Tagen die Wüste bewusst in Ihr Leben hineinzuholen! Verzichten Sie zum Beispiel auf Fernsehsendungen, Kinobesuche, bestimmte Internetangebote, oberflächliche Vergnügungen und Ablenkungen, auf den Konsum von Alkohol, Süßigkeiten und anderem mehr. Suchen Sie dafür entschieden die Stille und das persönliche Gebet. Feiern Sie bewusster die Gottesdienste mit. Sie werden den Sinn des Lebens tiefer erfassen. Sie werden den Frieden und die Nähe Gottes spüren, so wie Jesus, der in der Wüste sogar mit den wilden Tieren in Frieden leben konnte und von Engeln bedient wurde.

4. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“.Betrachten wir noch ein wenig näher den Ruf zur Umkehr. Bekehrung und Leben nach dem Evangelium erfordern ständigen Kampf gegen die Versuchung und die Sünde. Der Hebräerbrief lässt keinen Zweifel daran. Er schreibt: „Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet“ (Hebr 12,4). Etwas weiter heißt es: „Strebt voll Eifer nach Frieden mit allen und nach Heiligung, ohne die keiner den Herrn sehen wird“ (Hebr 12,14). Ich möchte Ihr Augenmerk auf die sogenannten sieben Hauptsünden richten. Es sind: Stolz, Habsucht, Zorn, Neid, Unkeuschheit, Unmäßigkeit, Trägheit. Sie werden auch Wurzelsünden genannt, weil sie die Ursache für viele andere Sünden sind. Ich versuche sie zu überwinden, indem ich jeden Tag morgens die acht Seligpreisungen, wie sie im Matthäusevangelium beschrieben werden (vgl. Mt 5,3-10), mir vergegenwärtige.

„Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“. Mit der Haltung der Demut und Bescheidenheit wird der Stolz überwunden und das „Himmelreich“ der gegenseitigen Anerkennung und Akzeptanz erlangt.

„Selig die Trauernden; denn sie werden getröstet werden“. Gemeint ist hier die Trauer über Ausbeutung, Unterdrückung und Ungleichheit in unserer Welt. Wer an diesen Missständen leidet, der kämpft gegen die Habsucht an, die die Wurzel dieser Übel ist. Er wird getröstet. Denn er erlebt, dass sich Geschwisterlichkeit, Freundschaft und Solidarität ausbreiten.

„Selig, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land besitzen“. Mit der Gewaltlosigkeit oder Sanftmut wird der Zorn besiegt, der verletzt, weh tut und Beziehungen oft für lange Zeit zerstört. Geduld, Wohlwollen und Güte kehren ein.

„Selig, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; sie werden satt werden“. Wer Gerechtigkeit für alle will, der ist nicht neidisch. Er erkennt, dass wir alle verschieden sind und jedem das zukommen muss, was jeder Einzelne braucht. Er freut sich an den unterschiedlichen Begabungen und Talenten, die bereichern. Mit der Gerechtigkeit ist die Barmherzigkeit verbunden. Sie lässt auch den Schwachen und Armen Gerechtigkeit zukommen. Sie weiß, dass jeder auf die Hilfe anderer angewiesen ist.

Deshalb: „Selig, die Barmherzigen; denn sie werden Erbarmen finden.“ Gerechtigkeit und Barmherzigkeit sind die Mittel, die den Neid überwinden.

„Selig, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“ Die, die reinen Herzens sind, verfallen nicht der Unkeuschheit, die sich nicht nur auf das sexuelle Leben bezieht. Die christliche Tradition meint mit diesem Begriff die Haltung der Egozentrik, die alles an sich reißt, für sich benutzt und verbraucht. Die, die reinen Herzens sind, begegnen mit Ehrfurcht und Hochachtung jedem Nächsten, aber auch der Tier- und der Umwelt. Sie gehen mit jedem und allem um, wie es Gott bestimmt hat und will.

„Selig, die Frieden stiften; denn sie werden Söhne Gottes genannt werden.“ Die Unmäßigen stiften Unfrieden, weil sie das Gefälle zwischen Arm und Reich, Nord und Süd, Arbeitgeber und Arbeitnehmer, Rassen und Ländern, Jung und Alt vergrößern. Selig, die Frieden stiften, der mit dem Ausgleich der Interessen und der Anerkennung der Gleichheit aller in Würde und Stellung beginnt - sie heißen Kinder Gottes.

„Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn ihnen gehört das Himmelreich“. Wer um der Gerechtigkeit willen Verfolgung erleidet, der kämpft für sie. Er ist also nicht träge. Er ist keiner, der nur egoistisch sein Schäfchen ins Trockene zu bringen sucht und um des eigenen Wohlbefindens willen auch faule Kompromisse eingeht. Der Einsatz für die Gerechtigkeit zu Gunsten aller, der sich auch nicht durch Verfolgung einschüchtern lässt, überwindet die Trägheit.

Liebe Mitchristen!Es würde mich sehr freuen, wenn Sie die Seligpreisungen der Bergpredigt aus dem Matthäusevangelium abschreiben und daneben die sieben Hauptsünden setzen würden. Diesen Zettel könnten Sie in der diesjährigen Fastenzeit jeden Tag lesen und betrachten. Diese Form ist eine Hilfe, die Wurzelsünden beherrschen zu lernen. So könnten Sie, liebe Schwestern und Brüder, zu Menschen der Seligpreisungen werden. Die Zeit vor Ostern im Jahr 2003 würde für Sie dann sicher viel Fortschritt im Glauben und Leben als neue Menschen bringen.

5. “Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“.

Das Sakrament der Umkehr und Erneuerung ist leider bei uns mit vielen Vorurteilen behaftet. Es ist uns von Jesus Christus als Quelle der Bekehrung, des frohmachenden Glaubens und des Lebens nach dem Evangelium geschenkt. Wir müssen es wieder mehr in Anspruch nehmen! Ich möchte Sie ermutigen, in den Tagen vor Ostern zur Beichte zu gehen oder ein Beichtgespräch zu führen. Sie werden spüren, dass Sie sich durch Besinnung, durch das Aussprechen von Schwäche, Schuld und Sünde sowie die priesterliche Lossprechung bekehren und neue Menschen werden. „Bekehrt euch und glaubt an das Evangelium“. Die Beichte und das Beichtgespräch wollen uns dazu helfen.

Liebe Mitchristen, Schwestern und Brüder!

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete Fastenzeit 2003. Ich erbitte Ihnen Umkehr, Glaube an das Evangelium, Leben als neue Menschen. Entfalten Sie alle Ihre menschlichen guten Fähigkeiten und setzen Sie sie für das Wohl des Nächsten ein. Erleben Sie wie Jesus die Stille und den Frieden der „Wüste“. Versuchen Sie die Wurzelsünden Stolz, Habsucht, Zorn, Neid, Unkeuschheit, Unmäßigkeit und Trägheit mit den Seligpreisungen der Bergpredigt zu überwinden. Legen Sie in dieser Fastenzeit eine gute Beichte ab. Ich wünsche Ihnen schon heute, dass Sie nach der innerlichen Stärkung der kommenden 40 Tage ein gesegnetes Osterfest in der Freude des Herrn feiern können.

Informationen zur Fastenzeit

Fastenhirtenbrief des Papstes

KATH.NET-Fastenaktion

KATH.NET-Thread zur Fastenzeit


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