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Evakuierung der belagerten Stadt Homs

21. Februar 2014 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Pater Ziad: „Die meisten Christen wollen nicht weg. Sie haben Angst, dass sie nie wieder nach Hause zurückkehren können. Aber viele sind sehr abgemagert. Man sieht sofort, dass sie wenig zu essen hatten. Und manche sind krank.“


Wien-München (kath.net) „Pater Frans ist noch immer ein Zeichen der Hoffnung für die Menschen in Homs“, sagt Pater Ziad (Foto) aus Syrien. „Gestern konnte ich ihn am Telefon erreichen. Wie immer, war er voller Mut und Hoffnung, und er hat gelacht.“ Dennoch ist der Jesuit in Sorge um seinen holländischen Mitbruder im belagerten Teil der Stadt. „Gestern habe ich bei der Evakuierung von 1.400 Menschen geholfen. Unter ihnen waren 31 Christen, die Pater Frans gut kennen. Sie sagten, er sei müde und gealtert.“

Die Evakuierung und die Waffenruhe gestatten der Stadt eine zeitweilige Atempause. Auch einige Lebensmittelpakete haben das Kloster von Pater Van der Lugt erreicht. Dennoch seien die Evakuierungen kein Grund zur Freude, erklärt Pater Ziad. „Die meisten Christen wollen nicht weg. Sie haben Angst, dass sie nie wieder nach Hause zurückkehren können. Aber viele sind sehr abgemagert. Man sieht sofort, dass sie wenig zu essen hatten. Und manche sind krank.“

Unter den evakuierten Christen ist auch eine Familie, die die letzten zwei Monate mit Pater Van der Lugt im Kloster verbracht hat. „Diese alleinstehende Mutter hat mit ihren drei Kindern die vergangenen zwei Jahre in der belagerten Stadt verbracht, die meiste Zeit davon zu Hause. Die älteste Tochter, die 17 Jahre alt ist, kümmerte sich um ihren vierzehnjährigen Bruder und ihre dreizehnjährige Schwester, die seit zwei Jahren nicht in die Schule gehen konnten. Früher ging sie aus dem Haus, um Nahrungsmittel zu beschaffen. Aber seit zwei Monaten haben sie nicht einmal mehr Wasser.“ Inzwischen hat die Familie anderswo in Homs einen Unterschlupf gefunden. Pater Ziad: „Wir versuchen, eine Wohnung für sie zu finden, aber das ist schwer. Sie leben nun in der Küche des Hauses einer älteren verheirateten Schwester.“


Pater Frans bleibt im belagerten Teil der Stadt, um „das Haus zu hüten“. Er bewacht sakrale Gegenstände aus Kirchen und Moscheen – manche davon aus dem 13. Jahrhundert – und kümmert sich um die 30 Christen und die zahlreichen Muslime, die zurückgeblieben sind. In den vergangenen Monaten war der niederländische Priester oft in den Nachrichten und richtete dringende Appelle an die kämpfenden Parteien, den Konflikt und die Belagerung der Altstadt von Homs zu beenden. Bislang besteht die Befürchtung, dass die Bombardements nach den Evakuierungen fortgesetzt werden.

„Natürlich ist er müde“, sagt Pater Ziad. Die Altstadt sei schon seit zwei Jahren im Belagerungszustand, aber Pater Frans habe keine Angst. „Das Zeugnis des Niederländers bedeutet denen, die zurückgeblieben sind, viel. Er hat viele Beerdigungen abgehalten, die Heilige Messe mit den Menschen gefeiert. Er ist ein großer Freund, nein, ein guter Hirte, der Hoffnung schenkt und viele Familien beschützt hat. Er gab sogar vielen Menschen Nahrung. Er möchte, dass der christliche Geist in Homs bleibt.“

Befragt nach der Botschaft, die Pater Ziad an die Menschen richten möchte, die „Kirche in Not“ unterstützen, antwortete er: „Es ist schwer, die Menschen in der belagerten Stadt zu erreichen. Natürlich versuchen wir, zu ihnen zu gelangen. Aber wenn Sie wirklich helfen wollen, unterstützen Sie alle Menschen in Syrien, sowohl Christen als auch Moslems“.

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KIRCHE IN NOT ist ein internationales katholisches Hilfswerk. Das Werk leistet weltweit geistliche und materielle Hilfe für Christen,
die wegen ihres Glaubens bedroht oder verfolgt werden.

Infos und Spendenmöglichkeit:

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

Kirche in Not Deutschland

Foto Pater Ziad © Kirche in Not


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