Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  6. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  7. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  8. Die große Täuschung
  9. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

Herr, befreie dein Volk vom Geist des Klerikalismus!

16. Dezember 2013 in Aktuelles, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Wenn im Volk Gottes der prophetische Geist fehlt, fehlt das Leben des Herrn und das reine Festhalten an Paragrafen und Vorschriften gewinnt die Oberhand. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Prophet ist, wer die Worte Gottes hört, den Augenblick zu sehen weiß und sich auf die Zukunft hin zu entwerfen vermag. Dies erklärte Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der dritten Woche des Weihnachtskreises ausgehend von den Lesungen des Tages. Der Prophet trage diese drei Momente in sich: die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

„Die Vergangenheit“, so der Papst: „der Prophet ist sich der Verheißung bewusst und trägt in seinem Herzen die Verheißung Gottes. Dann blickt er auf die Gegenwart, er blickt auf sein Volk und spürt die Kraft des Geistes, um ihm ein Wort zu sagen, das ihm hilft, wieder aufzustehen, den Weg in die Zukunft fortzusetzen. Der Prophet ist ein Mann der drei Zeiten: Verheißung der Vergangenheit, Betrachtung der Gegenwart, Mut, um den Weg in die Zukunft zu weisen. Und der Herr hat sein Volk immer behütet: mit den Propheten, in schwierigen Zeiten, in den Augenblicken, in denen das Volk entmutigt oder zerstört war, als der Tempel nicht da war, als Jerusalem unter der Macht der Feinde stand, als sich das Volk fragte: ‚Aber Herr, du hast dies verheißen! Und was geschieht jetzt?’“.


So habe es sich im Herzen der Gottesmutter zugetragen, als sie zu Füßen des Kreuzes gestanden sei. In diesen Momenten „ist das Eingreifen des Propheten notwendig. Und nicht immer wird der Prophet aufgenommen, viele Male wird er abgelehnt. Jesus selbst sagt zu den Pharisäern, dass ihre Väter die Propheten getötet haben, weil sie Dinge sagten, die unangenehm waren: sie sagten die Wahrheit, sie riefen die Verheißung in Erinnerung! Und wenn es im Volk Gottes der Prophetie ermangelt, dann fehlt etwas: es fehlt das Leben des Herrn!“.

„Wenn es der Prophetie ermangelt, dann wird alle Kraft für die Legalität aufgebracht“, so Franziskus: der Legalismus, das starre Festhalten an Paragrafen und Vorschriften gewinne die Oberhand. So seien im Evangelium (Mt 21,23-27) die Hohenpriester zu Jesus gegangen, „um nach dem Ordner zu fragen“, in dem dessen Recht verzeichnet sei, mit dem er etwas tue: „Mit welchem Recht tust du das alles? Wer hat dir dazu die Vollmacht gegeben? Wir sind die Herren des Tempels!“ Sie hätten die Prophezeiungen nicht verstanden, die Verheißung vergessen und seien nicht in der Lage gewesen, die Zeichen der Zeit zu lesen: „sie hatten weder durchdringende Augen noch Gehör für das Wort Gottes: sie hatten nur die Autorität“.

„Wenn es im Volk Gottes keine Prophetie gibt“, so der Papst weiter, „dann ist da eine Leere, die vom Klerikalismus besetzt wird: gerade dieser Klerikalismus ist es, der an Jesus die Frage richten lässt: ‚Mit welcher Vollmacht tust du das alles?’ Und das Gedächtnis der Verheißung und die Hoffnung, vorwärtszugehen, werden allein auf die Gegenwart zurückgeschnitten: es gibt weder eine Vergangenheit noch eine auf die Hoffnung ausgerichtete Zukunft. Die Gegenwart ist: dem Gesetz entsprechen. Wenn sie dem Gesetz entsprechend ist, dann gehst du weiter“.

Wenn aber der Legalismus herrsche, so sei das Wort Gottes nicht da, „und dem Volk Gottes, das glaubt, in seinem Herzen weint, weil es den Herrn nicht findet – ihm fehlt die Prophetie“. Das Volk weine, wie dies Anna, die Mutter Samuels tue, während sie um die Fruchtbarkeit des Volkes bitte, die der Kraft Gottes entspringe, als er in uns das Gedächtnis seiner Verheißung weckt und uns hoffnungsvoll zur Zukunft drängt. Das ist der Prophet! Das ist der Mann durchdringenden Auges, der die Worte Gottes hört“.

„Unser Gebet in diesen Tagen“, so Franziskus abschließend, „während wir uns auf Weihnachten vorbereiten, soll sein: ‚Herr, lass es deinem Volk nicht an Propheten fehlen!’ Wir alle, die wir getauft sind, sind Propheten. ‚Herr, lass uns nie deine Verheißung vergessen! Lass uns nie müde werden, vorwärts zu gehen! Lass uns nicht in einem reinen Festhalten von Vorschriften verschlossen sein, das die Türen verriegelt! Herr, befreie dein Volk vom Geist des Klerikalismus und hilf ihm mit dem prophetischen Geist!’“

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  8. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  9. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  10. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  11. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  12. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  13. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  14. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  15. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz