Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  4. Die Krise des Bischofsamtes
  5. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  6. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  7. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  8. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  9. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  10. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  11. Der Realismus der Barmherzigkeit
  12. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  13. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  14. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan
  15. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung

Menschenrechtsexperte: Die Sklaverei wird weiter zunehmen

13. November 2013 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Weltweit sind etwa 30 Millionen Menschen betroffen – Deutschland ist in Europa Sextourismus-Land Nummer 1, „es kommen ganze Flugzeugladungen mit Männern aus den USA, England oder Frankreich, die hier einen Bordell-Urlaub gebucht haben“


Wetzlar (kath.net/idea) Die Zahl der von Menschenhandel und Sklaverei betroffenen Menschen wird weiter steigen. Damit rechnet der Vorstandsvorsitzende der Menschenrechtsbewegung International Justice Mission Deutschland (Internationaler Auftrag für Gerechtigkeit), Dietmar Roller (Berlin). Er äußerte sich in einem Gespräch mit der Evangelischen Nachrichtenagentur idea (Wetzlar). Die christliche Organisation wurde 1997 in den USA gegründet und ist überkonfessionell. Sie kämpft in aller Welt gegen Sklaverei, Menschenhandel, sexuelle Ausbeutung sowie illegale Landwegnahme und Inhaftierung. Die 500 Mitarbeiter arbeiten in 16 Einsatzbüros in Asien, Afrika und Südamerika. Die Organisation versucht vor allem, durch die Arbeit von Ermittlern, Rechtsanwälten und Sozialarbeitern zu mehr Gerechtigkeit beizutragen. Weltweit sind etwa 30 Millionen Menschen versklavt. Roller zufolge bleibt das Geschäft mit Menschen lukrativ und wird mit fortschreitender Globalisierung weiter zunehmen. Gerade Arme blieben oftmals der Gewalt ausgeliefert, selbst wenn ihnen formal alle Rechte zustünden. Die Zahl der Opfer werde nur sinken, wenn es gelinge, die Rechtssysteme zu transformieren. Ziel müsse es sein, dass in den Slums dieser Welt das gleiche Recht gilt wie in den Villenvierteln. Roller: „Menschenhandel kann es nur so lange geben, wie arme Menschen keinen Zugang zum Recht haben und die Täter davon ausgehen können, dass ihre Taten nicht geahndet werden. Jedoch können bereits wenige erfolgreiche Fälle Recht sichtbar machen und so ein ganzes Rechtssystem verändern.“


Arbeit mit versteckten Kameras

Die Arbeit von International Justice Mission besteht laut Roller aus vier Schritten: ermitteln, befreien, anklagen und Nachsorge für die Opfer. Zum Teil verwendeten die Ermittler versteckte Kameras. Zum Beispiel tarnten sie sich als Pädosexuelle und ließen sich von Zuhältern Kinder vermitteln. Wenn ihnen die Kinder vorgestellt würden, verhandelten sie einen Preis und filmten die Übergabe des Geldes. Bei einem weiteren Termin zögen sie die Polizei hinzu, so dass die Opfer befreit und die Täter festgenommen werden können.

Wie man dem Rad in die Speichen fällt

Nach den Worten Rollers bedeutet Recht schaffen, dem Unrecht entgegenzutreten. Er erinnerte an die Aussage des evangelischen Theologen Dietrich Bonhoeffer (1906-1945): „Wenn die Kirche den Staat ein Zuviel oder ein Zuwenig an Ordnung und Recht ausüben sieht, kommt sie in die Lage, nicht nur die Opfer unter dem Rad zu verbinden, sondern dem Rad selbst in die Speichen zu fallen.“ Roller verwies dazu auf einen Fall aus Indien. Dort hielt ein Steinbruchbesitzer mehrere Familien als seine Sklaven. International Justice Mission habe in Zusammenarbeit mit der lokalen Polizei alle befreit. Bei der Gerichtsverhandlung sei der Steinbruchbesitzer zunächst zu einer Zahlung von 90 Dollar verurteilt worden. Der Fall sei ins Berufungsverfahren und dann bis vor das höchste indische Gericht gegangen. Am Ende sei der Angeklagte zu 16 Jahren Haft verurteilt worden. Dieses Urteil werde jetzt als Musterurteil in vielen anderen Prozessen herangezogen.

Deutschland ist in Europa Sextourismus-Land Nummer 1

Roller ging auch auf die Situation in Deutschland ein. Nach seiner Einschätzung ist die Bundesrepublik in Europa Sextourismus-Land Nummer 1 und stehe in einer Reihe mit Ländern wie Thailand oder Kambodscha. Roller: „Es kommen ganze Flugzeugladungen mit Männern aus den USA, England oder Frankreich, die hier einen Bordell-Urlaub gebucht haben.“ Die 2002 erfolgte Reform des Prostitutionsgesetzes der rot-grünen Bundesregierung habe die Prostitution aus der Schmuddelecke holen und die Situation der Prostituierten verbessern sollen, so Roller. Erreicht worden sei das Gegenteil: Geholfen habe das Gesetz nicht den Prostituierten, sondern den Zuhältern. Roller empfahl der Bundesregierung, das „schwedische Modell“ zu übernehmen: Dieses lässt die Prostituierte straffrei und stellt den Käufer von Sex unter Strafe: „Damit wird der Verursacher bestraft, und jeder Freier überlegt sich künftig zweimal, ob er bereit ist, dieses Risiko einzugehen. Durch diese Ächtung der Prostitution ist die Zahl der Freier in Schweden signifikant zurückgegangen. Dagegen ist Prostitution in Deutschland in der Mitte der Gesellschaft fest etabliert – hier muss sich grundlegend etwas ändern.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Armut

  1. UNO: Vatikan fordert weltweites Aus für Leihmutterschaft
  2. Päpstliche Exhortation Dilexit te bietet „Armut in zwei Melodien“
  3. „Soziallehre ist Verkündigung – Warum die Kirche ihren Schatz neu entdecken muss“
  4. Türkei: Trauer um an Covid-19 verstorbenem "Arzt der Armen"
  5. Essener Tafel: Nun mehrt sich die Kritik an Merkels Kritik
  6. Elisabethsonntag - Welttag der Armen
  7. Das Zeichen der Nacktheit
  8. Unterwegs mit Léon Bloy - Gespräche, Gedanken, Gebete. Leseprobe 2
  9. Unterwegs mit Léon Bloy - Gespräche, Gedanken, Gebete. Leseprobe 1
  10. Rom: McDonald´s am Vatikan speist Obdachlose






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Der vatikanische Synodalismus ist ein Anachronismus
  3. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  4. Vor Papstbesuch in Lourdes: Alle Rupnik-Mosaike werden dauerhaft verhüllt
  5. Jedes Rosenkranzgebet sollte mit einer klaren Intention begonnen werden!
  6. Kopf der hl. Agatha zum 900. Jubiläum der Reliquienrückkehr gekrönt
  7. Spanischer Priester hilft mehr als 1.200 Personen, einen Ehepartner zu finden
  8. Biologische Eltern verklagen Leihmutter, weil diese Abtreibung verweigerte
  9. Warum die Erzdiözese Seoul so viele Priesterberufungen hat
  10. Erzbischof von Sydney kritisiert TV-Sender wegen einseitiger Berichterstattung zu Sterbehilfe
  11. Priester berichtet von Befreiung christlicher Sklaven in Pakistan
  12. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  13. Haltet das Fenster zur Unendlichkeit offen! Eine Gemeinschaft, die aus dem Evangelium lebt
  14. Christus ist der Fels, der uns trägt
  15. 50 Jahre Jugendkonferenzen in Steubenville

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz