Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  2. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  3. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  4. Besser keine Laienpredigt
  5. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  6. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  7. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  8. IOC klärt: Künftig nehmen keine Transfrauen mehr an Frauenwettbewerben bei Olympischen Spielen teil!
  9. „Einheit heilen, ohne Wahrheit zu verdunkeln“
  10. Papst sprach mit Familie eines Opfers des Amoklaufs an Grazer Schule
  11. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  12. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  13. Demokratischer Politiker aus Texas behauptet, die Bibel unterstützt Abtreibung
  14. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt
  15. Gericht: HateAid Geschäftsführerinnen dürfen als ‚linkswoke Faschistende‘ bezeichnet werden

5. November 1943 – Bomben auf den Vatikan

5. November 2013 in Chronik, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Auch der neutrale Vatikanstaat blieb im II. Weltkrieg vor kriegerischen Angriffen nicht verschont. Heute vor 70 Jahren fielen Bomben auf sein Territorium. Von Ulrich Nersinger


Vatikan (kath.net) Seit Anfang September 1943 ist Rom von deutschen Truppen besetzt. Die Stadt leidet unter dem Terrorregime von SD, SS und Gestapo. Aber auch von den alliierten Streitkräften wird die Ewige Stadt bedroht: durch ein von ihren Flugzeugen ausgehendes Bombardement. Mehrfach verletzen Bombenabwürfe über der Vatikanstadt und der exterritorialen Zone des Gianicolo die Neutralität des Heiligen Stuhls. Am frühen Abend des 5. November, kurz vor acht Uhr, wird in den Vatikanischen Gärten ein Flugzeug gesichtet, das wiederholt über dem päpstlichen Territorium kreist, obschon es Flugzeugen strikt untersagt ist, das vatikanische Hoheitsgebiet zu überfliegen. Um 20.10 Uhr wirft es vier Bomben über den Vatikan ab. Der erste Sprengsatz geht vor dem Palazzo del Tribunale nieder. Die zweite Bombe explodierte nah an der Apsis der Petersbasilika, die dritte hinter dem vatikanischen Gouverneurspalast. Die letzte der Bomben detoniert zwischen dem Bahnhof des Kirchenstaates und äthiopischen Priesterkolleg.

Der Hellebardier Alexander Good befindet sich zu diesem Zeitpunkt im Quartier der Päpstlichen Schweizergarde. Er erinnert sich später: „Es ertönt Motorenlärm eines herannahenden Flugzeugs und – noch ehe wir uns fassen können – detonieren hintereinander mehrere Bomben in nächster Nähe. Eine gewaltige Druckwelle lässt die in den Nischen des untersten Fensters des Korridors hängenden Hellebarden klirrend aus ihrer Halterung hüpfen und aus dem Rechen nebenan werden drei unserer Mausergewehre – samt aufgepflanzten Bajonetten – herausgeschleudert und fallen krachend auf die Marmorfliesen. Durch die enorme Erschütterung sind im unteren Drittel der hohen Fenster vereinzelte Glasflächen knallartig geborsten. Da und dort sind Splitter ausgebrochen und auf das breite Gesims gefallen.


Die Wucht der Detonationen und der Knalleffekt der explodierenden Projektile ist dermaßen, dass wir einhellig vermuten, die Kuppel von Sankt Peter sei getroffen worden. In der Dunkelheit lässt sich der entstandene Schaden nicht feststellen. Wir sind vom miterlebten Ereignis noch immer geschockt, da klingelt unser Diensttelefon. Der ‚Maestro di casa’ erkundigt sich beim Zentralposten der Schweizergarde nach dem Vorgefallenen. Mittlerweilen ist der diensttuende Wachtmeister zu uns gestoßen und übernimmt das Kommando. Wir haben inzwischen die herausgeschleuderten Waffen aufgenommen und wieder in den Gewehrrechen gestellt.

Vom Posten ‚Zecca’ wird angerufen und mitgeteilt, dass die Bombeneinschläge unmittelbar hinter der Basilika erfolgt seien. Auf der Piazza del Forno und auf der Via delle Fondamenta liege knöcheltief Erde. Korporal Hoff und Hellebardier Birchler werden beauftragt, die Situation an Ort und Stelle zu erkunden und Bericht zu erstatten. Die Nachtmannschaft vom Portone, die von Mitternacht bis 3 Uhr zur Plantonwacht anzutreten hat, wird zum Schlafen beordert. Nach gut einer halben Stunde kehren die beiden Kundschafter zum Portone zurück und berichten: „Die Einflugrichtung des Bomberflugzeuges müsse von Westen her erfolgt sein. Der erste Bombenkrater befinde sich wenige Meter östlich des Wasserreservoirs, der zweite unmittelbar hinter dem Governatorenpalast, der dritte ein Volltreffer in die Plattform über der Mosaikschule und der vierte in der Grünfläche neben der Straßenkurve unterhalb des Vatikanbahnhofes, wo der Hauptstrang der Wasser-Rundleitung getroffen wurde. Hier schieße eine mehrere Meter hohe Wasserfontaine aus dem Boden. Die entstandenen Schäden seien unermesslich – vorab im Bereich des Governatorats und innerhalb der Mosaikschule.“

Noch heute kann man Spuren der Bombeneinschläge an einigen Gebäuden in der Vatikanstadt wahrnehmen, so u.a. am Gouverneurspalast und an der Bahnhofsstation des Kirchenstaates. Sogar 70 Jahre nach dem Abwurf ist nicht hundertprozentig geklärt, wer die Schuldigen waren. Einige wenige Historiker sehen die Verantwortlichkeit bei der deutschen Luftwaffe, die neuere Quellenlage betrachtet jedoch das Geschehen des 5. Novembers 1943 mit großer Wahrscheinlichkeit als das Vorgehen eines alliierten Flugzeuges.

Bomben auf den Vatikan - 5.11.1943, Historisches Filmmaterial zeigt das Ausmaß der Schäden (italienisch)


Historisches Foto


Noch heute weist der vatikanische Bahnhof Schäden auf



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. Australischer Bischof wird als oberster Kirchenrechtsexperte in den Vatikan berufen
  2. Vatikan fordert umfassenden Zugang zu Recht für Frauen
  3. Immobilienprozess im Vatikan muss teils neu aufgerollt werden
  4. Nach Randalen und Pinkelattacken: Petersdom installiert Schutz für Hauptaltar
  5. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  6. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  7. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  8. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  9. Vatikan prüft Teilnahme an Trumps Friedens-Rat für Gaza
  10. Kurienerzbischof Gallagher: Leihmutterschaft ist eine „neue Form des Kolonialismus“






Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  3. Belgischer Bischof Johan Bonny kündigt Weihe verheirateter Männer zu Priestern an
  4. „Genau das, was wir heute in Deutschland beim Synodalen Weg erleben, dieselben Themen, Ansichten“
  5. Norwegen: Bischof Hansen bittet, dass jeder Gläubige des Bistums Oslo zur Beichte geht
  6. Besser keine Laienpredigt
  7. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  8. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  9. US-Regierung kündigt nach Tod von Noelia Untersuchung gegen Spanien an
  10. Blutiger Palmsonntag in Nigeria: Dschihadisten massakrieren über 40 Christen in Jos
  11. Vom Todesurteil zur Hoffnung: 'Irans geistliche Ketten werden brechen'
  12. Israel verwehrt Patriarch Zugang zur Grabeskirche – Scharfer internationaler Protest
  13. Ehemaliger Bischof verteidigt Papst Leo XIV. gegen Vorwürfe im Zusammenhang mit Pachamama
  14. Neuer Präfekt des Päpstlichen Hauses, Erzbischof Rajič, betont kirchliche Lehre zur Homosexualität
  15. Das „Ur-Datum“ des Heils: Warum der 25. März als Tag der Kreuzigung gilt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz