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Kirchenbrandstiftung verunsichert die Bevölkerung

20. August 2013 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Angst vor Jugendbanden – Evangelischer Landesbischof warnt vor Vorverurteilungen


Garbsen (kath.net/idea) Die Brandstiftung, die eine evangelische Kirche in Garbsen bei Hannover am 30. Juli fast völlig zerstört hat, verunsichert noch immer die Bevölkerung der rund 60.000 Einwohner zählenden Stadt. Die Täter, die an der Willehadi-Kirche einen Schaden von rund einer Million Euro angerichtet haben, sind trotz einer Belohnung von 15.000 Euro noch nicht ermittelt. Doch schon seit längerer Zeit klagen viele Einwohner über zwei rivalisierende Banden von Jugendlichen ausländischer Herkunft. Sie stehen im Verdacht, für mehr als 30 weitere kleinere Brände seit Jahresbeginn verantwortlich zu sein. Nach dem Kirchenbrand sollen junge Muslime, meist türkisch-arabischer Herkunft, mit Hurra-Rufen an der schwer beschädigten Kirche vorbeigefahren sein. Andererseits haben dort auch muslimische Verbände eine Mahnwache unter dem Motto „Nein zu Gewalt – wir halten zusammen“ ausgerichtet.


Meister: Vielfältige Kultur in Garbsen gestalten

Bei einem Besuch in der ausgebrannten Kirche zeigte sich der hannoversche Landesbischof Ralf Meister erschüttert über die Verwüstungen, warnte aber gleichzeitig vor kategorischen Vorverurteilungen. Er sei „erschrocken über die öffentliche vorurteilsbehaftete Zuordnung von Schuld und Täterschaft“. Die Zerstörung des Gotteshauses gefährde den sozialen Frieden im Stadtteil. Meister: „Der Zorn über diese mutwillige Zerstörung ist groß und berechtigt. Die Täter müssen ausfindig gemacht und bestraft werden.“ Doch hoffe er, dass die Bürger gleichwohl ermutigt würden, „solidarisch und fair die vielfältige Kultur in Garbsen zu gestalten“.

Morgner: Fromme Muslime neigen eher zur Gewalt als Christen

Der frühere Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes (Vereinigung Landeskirchlicher Gemeinschaften), Pfarrer Christoph Morgner, lebt im Ruhestand in Garbsen. Er sagte auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, man müsse im Fall der Brandstiftung die Ermittlungen abwarten. Unabhängig davon fühlten sich aber viele Garbsener Bürger von den Jugendbanden bedroht und verunsichert.

Es gelte dabei auch zu bedenken, dass der Islam ein anderes Verhältnis zur Gewalt habe als das Christentum mit dem von Jesus Christus ausgesprochenen Gebot der Feindesliebe. Für Christen sei religiös motivierte Gewalt in ihrer Geschichte eine Schande.

Morgner verwies auf Untersuchungen in Deutschland, wonach die Gewaltbereitschaft junger Muslime mit dem Grad ihrer Religiosität wachse; bei jungen Christen sei es umgekehrt: Je frömmer sie seien, desto weniger neigten sie zur Gewaltanwendung.

Kirchenbrand in Garbsen bei Hannover - Brandstiftung an evangelischer Kirche



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