Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vom Elend der Fürbitten
  2. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  3. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  4. Der entschärfte Gott
  5. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach
  6. EuGH-Urteil: Deutscher Kirchenaustritt kein automatischer Kündigungsgrund
  7. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  8. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  9. "Die Zahl der Seminaristen ist im Bistum Chur leider sehr klein geworden"
  10. Theologe Thomas Söding: „Es braucht eine katholische Internationale!“
  11. Botschaft von Papst Leo zum 10. Jahrestag des nachsynodalen Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia
  12. Realitätsverlust im Bistum Chur
  13. Muslime wählen SPD und Linke, Christen wählten CDU
  14. Peinlich - Deutsche Protestanten glauben mehrheitlich nicht an den dreieinigen Gott
  15. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!

Ägypten: Christen haben Hoffnung auf bessere Zukunft

5. Juli 2013 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nach Absetzung Mursis: Kopten sind im Versöhnungskomitee vertreten


Frankfurt am Main/Höxter/Kairo (kath.net/idea) Den Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi beurteilen christliche Repräsentanten und Menschenrechtler weitgehend positiv. Das Militär hatte den Politiker – er war als Kandidat der islamistischen Muslimbrüder in das Amt gewählt worden – am 3. Juli abgesetzt und den Präsidenten des Verfassungsgerichts, Adli Mansur, zum Übergangspräsidenten ernannt. Bis zu Neuwahlen soll eine Expertenregierung das nordafrikanische Land führen. Ein Versöhnungskomitee mit Vertretern aller gesellschaftlichen Kräfte soll die nächsten Schritte vorbereiten. Ihm gehören der Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei, der Großscheich der Al-Azhar-Universität, Ahmed al-Tajjib, sowie der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. an. Unterdessen rief Mursi seine Anhänger auf, friedlich gegen den „Putsch“ der Armee aufzubegehren.

Muslimbrüder ohne Lösungen für große Probleme

Nach Ansicht der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt am Main besteht jetzt die Hoffnung auf einen echten demokratischen Wandel. Mursi habe bei den Präsidentschaftswahlen im Juni 2012 zwar die Mehrheit erhalten, dann aber seine Macht missbraucht, um Islamisten an den Schaltstellen des Staates unterzubringen. Trotz massiver finanzieller Unterstützung aus arabischen Ländern hätten die Muslimbrüder keine Lösungen für die großen Probleme des Landes gefunden: enorme Überbevölkerung, desolate wirtschaftliche Lage, nicht funktionierende staatliche Strukturen, Analphabetismus und das praktisch völlige Fehlen von Rechtssicherheit. Die Menschenrechtsorganisation appelliert an die Bundesregierung und an die Europäische Union, der neuen ägyptischen Übergangsregierung Hilfe anzubieten. Die strukturellen Probleme des Landes seien so gewaltig, dass auch eine demokratische, liberale Regierung ohne nachhaltige Hilfe von außen scheitern werde. Bischof: Ende einer „langen, dunklen Nacht“


Der Bischof der koptisch-orthodoxen Christen in Deutschland, Anba Damian (Höxter), sagte der Evangelischen Nachrichtenagentur idea, dass mit dem Eingreifen des Militärs eine „lange, dunkle Nacht der Herrschaft durch Mursi und die Muslimbrüder zu Ende gegangen“ sei. Im vergangenen Jahr habe sich die Situation von Wirtschaft, Bildung und Religionsfreiheit stark verschlechtert. Es habe sich gezeigt, dass eine radikale, islamistische Haltung nicht mit den Menschenrechten zu vereinbaren sei. Die westliche Welt habe erkennen müssen, dass Muslimbrüder und Salafisten niemals fähig seien, eine moderne Gesellschaft zu führen. Zur Beteiligung der koptischen Kirche am Versöhnungskomitee sagte Damian, dass die Christen als ein entscheidender Teil der ägyptischen Gesellschaft angesehen würden. „Wir sind die Urbewohner des Landes, und es kann keine Entscheidungen geben, ohne dass man die Kopten mit einbezieht“, so Damian.

Ägypten bleibt ein islamisches Land

Auch der Leiter des ägyptischen Zweiges der Evangeliumsgemeinschaft Mittlerer Osten (EMO), Gerald Lauche (Kairo), sieht die Entwicklung „verhalten optimistisch“. Wenn es gelinge, alle gesellschaftlichen Gruppen zusammenzuführen, sei ein Neuanfang möglich, sagte Lauche gegenüber idea. Allerdings bleibe Ägypten ein islamisches Land, dessen Rechtsprechung auch auf dem islamischen Recht, der Scharia, beruhe. Christen bleibe weiterhin der Zugang zu Spitzenämtern in Politik, Verwaltung und Armee verwehrt. Öffentliche Werbung für den christlichen Glauben werde auch in Zukunft nicht möglich sein. Wünschenswert wäre, dass Arbeitsplätze künftig aufgrund von Kompetenz anstatt nach Religionszugehörigkeit vergeben werden und dass der Bau von Kirchen erleichtert werde.

Mißfelder: Mursi war ein radikaler Antisemit

In einem Interview mit dem Deutschlandfunk begrüßte der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder die Absetzung Mursis. Er habe Mursi von Anfang an als eine Gefahr für die Region gesehen und nie das Gefühl gehabt, dass er Ägypten wirklich in eine demokratische Richtung führen wolle. Mursi sei ein radikaler, gefährlicher Antisemit, der vorsätzlich Hetze gegen Israel betreibe.

In Ägypten bilden die schätzungsweise 10-15 Millionen orthodoxen Kopten die größte Kirche.

Hinzu kommen etwa 250.000 (unierte) Katholiken, 40.000 Griechisch-Orthodoxe und 220.000 Protestanten. Die übrigen der rund 83 Millionen Einwohner sind Muslime.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  2. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  3. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  4. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  5. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  6. Keine Angst vor Corona
  7. Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste
  8. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"
  9. Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel besser zu erreichen
  10. Ägypten: Regierung legalisiert weitere christliche Kirchengebäude






Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDE-DEADLINE - 25. MÄRZ!!!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Krautwaschl zu Grünwidl: Bin nicht gezwungen worden!
  4. Realitätsverlust im Bistum Chur
  5. „Die meisten Seelen dort sind die, welche nicht an die Existenz der Hölle geglaubt haben“
  6. Heimisch sein im Vatikan - Papst Leo XIV. wohnt wieder in der klassischen Papstwohnung
  7. Vom Elend der Fürbitten
  8. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  9. Einladung zur Novene zum Hl. Josef
  10. Der deutsch-synodale Irrweg in Zahlen: Nur 25 Priesterweihen in ganz Deutschland im Jahr 2025!
  11. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  12. Papst Leo auf Versöhnungskurs
  13. Papst bezieht diesen Samstag seine Wohnung im Apostolischen Palast
  14. Der entschärfte Gott
  15. Pater Dietrich von Stockhausen überreicht Papst Leo XIV. Hesemanns aktuelle Studie über Heroldsbach

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz