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Wider die in sich verschlossene Religiosität

27. April 2013 in Aktuelles, 48 Lesermeinungen
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Franziskus-Perle des Tages: das in sich verschlossene Gemeinschaftsleben zur beständigen Verteidigung der Wahrheit ist immer Verleumdung und Geschwätz ohne Zärtlichkeit, im alleinigen Wissen von der Pflicht. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Auf Christus blicken, der uns entsandt hat, das Evangelium zu verkündigen, seinen Namen voller Freude zu verkünden“: mit diesem Aufruf wandte sich Papst Franziskus am heutigen Samstag der vierten Osterwoche an die in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ versammelte Gemeinde. Die Christen dürften keine Angst vor der „Freude des Geistes“ haben. Die Verschlossenheit in sich selbst müsse besiegt werden. Am Gottesdienst nahmen die Angestellten der vatikanischen Post sowie der karitativen Einrichtung „Santa Marta“ teil. „Santa Marta“ unterstützt seit 90 Jahren Kinder bedürftiger Familien in Rom jeder Nationalität und Religionszugehörigkeit.

„Es hatte den Anschein, als hätte dieses Glück nie niedergerungen werden können“: so kommentierte der Papst den Text der Lesung vom Tag (Apg 13,44-52) über das Vertrauen in Christus der Gemeinde der Jünger in Antiochia, als sich diese versammelt hatte, um das Wort des Herrn zu hören. So fragte sich Franziskus, warum die Gemeinschaft der „verschlossenen Juden“, „ein Grüppchen“, „gute Menschen“, derart eifersüchtig wurde, als sie die Scharen der Christen sah, und so begann, diese zu verfolgen.

„Ganz einfach, weil sie ein verschlossenes Herz hatten, weil sie nicht offen waren für die Neuheit des Heiligen Geistes“, so Franziskus: „Sie glaubten, dass alles bereits gesagt sei, dass alles so sei, wie sie dachten, dass es sein müsse. Und deshalb fühlten sie sich als die Verteidiger des Glaubens und begannen, gegen die Apostel zu sprechen, sie zu verleumden...“


„Die Verleumdung...“, rief der Papst aus: „Und so sind sie zu den vornehmen frommen Frauen gegangen, die Macht hatten. Sie füllten ihnen den Kopf mit Ideen, mit Sachen, und drängten sie, mit ihren Männern zu reden, damit sie gegen die Apostel vorgingen. Das ist eine Haltung dieser Gruppe und auch aller anderen Gruppen in der Geschichte, der verschlossenen Gruppen: mit den Mächtigen verhandeln, die Probleme lösen, doch ‚unter uns’... So wie das jene am Morgen der Auferstehung getan hatten, als die Soldaten hingegangen waren, um ihnen zu sagen: ‚Wir haben das gesehen’ ... ‚Seid ruhig! Nehmt...’. Und mit dem Geld haben sie alles zugedeckt“.

Genau darin besteht für den Papst die Haltung dieser „verschlossenen Religiosität“, die nicht die Freiheit habe, sich dem Herrn zu öffnen: „Ihr Gemeinschaftsleben zur beständigen Verteidigung der Wahrheit – denn sie glauben die Wahrheit zu verteidigen – ist immer die Verleumdung, das Geschwätz... Wirklich, sie sind eine Gemeinde von Schwätzern, die dagegen reden, die den anderen zerstören und nach Innen schauen, immer nach Innen, wie von einer Mauer abgeschottet. Die freie Gemeinde dagegen ging mit der Freiheit Gottes und des Heiligen Geistes voran, auch unter den Verfolgungen. Und das Wort des Herrn verbreitete sich in der ganzen Gegend“.

Das Vorangehen, das Sichverbreiten sei gerade die Eigenschaft der Gemeinde des Herrn, „denn das Gute ist so: es verbreitet sich immer! Das Gute zieht sich nicht in sich zurück. Das ist ein Kriterium, ein Kriterium für das Kirchesein, auch für unsere Gewissenserforschung: wie sind unsere Gemeinden, die religiösen Gemeinschaften, die Pfarrgemeinden? Sind sie Gemeinden, die für den Heiligen Geist offen sind, der sie immer vorwärts bringt, um das Wort Gottes zu verbreiten, oder sind sie verschlossene Gemeinden mit ganz genauen Geboten, die auf den Schultern der Gläubigen viele Gebote abladen, wie der Herr den Pharisäern gesagt hatte?“

Die Verfolgung beginne „gerade aus religiösen Gründen und aus Eifersucht“. Doch die Jünger „waren nicht nur voll der Freude des Heiligen Geistes, sie sprechen mit der Schönheit, sie eröffnen Wege“.

Die verschlossene und selbstsichere Gemeinde, die ihre Sicherheit im Verhandeln mit den Mächtigen oder im Geld suche, „spricht mit gehässigen Worten: sie beleidigen, sie verurteilen. Gerade das ist ihre Haltung. Vielleicht vergessen sie die Zärtlichkeiten der Mama, als sie klein waren. Derartige Gemeinden wissen nichts von Zärtlichkeit, sie wissen etwas von der Pflicht, wie man etwas macht, sie verstehen es, sich in einer scheinbaren Beachtung der Gebote zu verschließen. Wie Jesus ihnen gesagt hatte: ‚Ihr seid wie ein Grab, wie ein Grabmal, weiß, wunderschön, doch nichts mehr’. Denken wir heute an die Kirche, die so schön ist: diese Kirche geht voran. Denken wir an die vielen Brüder und Schwestern, die wegen dieser Freiheit des Geistes leiden und verfolgt werden, jetzt, in vielen Teilen der Welt. Doch diese Brüder und Schwestern sind im Leiden von Freude und vom Heiligen Geist erfüllt“.

Abschließend forderte Franziskus auf, auf Jesus zu blicken: „Er entsendet uns, das Evangelium zu verkündigen, voll Freude seinen Namen zu verkündigen, erfüllt von Freude“. Der Papst unterstrich, dass man nie „Angst vor der Freude des Geistes“ haben dürfe, eine Angst, die dazu führe, sich in sich selbst zu verschließen.

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Lesermeinungen

 Toribio 2. Mai 2013 
 

Geniale Katechese, die nicht immer verstanden wird

Was sind die Gründe dafür?
- der ungewohnte Predigtstil? Möglich, aber das dürfte nun geklärt sein.
- die verkürzte u. teils ungenaue Übersetzung? In gewisser Weise ja... hatte das gleiche Empfinden wie Viator H., dass der OR genauer war.
- mangelndes Glaubenswissen? Muss manchmal wohl auch vermutet werden.
- sonstige Gründe? - ???
Was mir immer wieder auffällt ist, dass Franziskus die Geister scheidet wie kaum ein anderer, obwohl er in Wirklichkeit niemanden direkt an den Pranger stellt. Er ist voller Liebe und Barmherzigkeit, demütig, in allem sehr authentisch, spricht eine einfache Sprache, die ins Herz geht. Wer dafür offen ist, freut sich und ist für seine Worte dankbar. Andere - die Stolzen, Ungehorsamen, Verschlossenen? - bekunden Unruhe, fühlen sich bedrängt, sehen in Franziskus nur einen Aktionskünstler oder Mann ohne Tiefgang, sind irritiert durch die schwarzen Schuhe und die fehlende Mozzetta usw.
Entlarven sich diese damit selbst?


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 Toribio 2. Mai 2013 
 

Muss er diesbezüglich aber bei Null anfangen?

Ich, obwohl nur ein einfacher Laie, habe ja schon mal versucht, die historische Entwicklung ein bisschen zu erläutern: Die erste Gemeinde in Jerusalem war rein judenchristlich. Dann kamen die Bekehrung des Kornelius und die Gründung der Gemeinde von Antiochia. Mit Antiochia trat das Christentum aus dem Judentum hinaus in die nichtjüdische griechische Welt. Und hier erhebt sich die Frage, ob Beschneidung und Befolgung der jüdischen Gesetze zum Heil der Heiden notwendig sind oder nicht, auf die Petrus eine eindeutige Antwort gibt. Petrus offenbart also das Neue des Hl. Geistes, andere hingegen verschließen sich und beharren auf dem Bisherigen.
Das ist in meinen Augen die Situation, die Franziskus kommentiert.
Davon leitet er allgemeine Kriterien für die Kirche ab und legt uns dann nahe, dass wir anhand der aufgestellten Kriterien uns selbst und unsere Gemeindesituation überprüfen.
Eine geniale Katechese, trotzdem sie so einfach ist.


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 Toribio 2. Mai 2013 
 

@ Viator H.: Perfekt!

Gemeinsam kommt man weiter!
Im Nachhinein gesehen war vielleicht auch mein Hinweis auf die Judenchristen ein bisschen verwirrend. Franziskus sprach ja auch nur von "verschlossenen Juden" und trennt nicht zw. jüdischen Religionsoffiziellen u. Judenchristen. Entscheidend war doch nur das eine: viele Juden haben das Neue des Hl. Geistes, dass nämlich für die Heiden die Beschneidung und die jüdischen Gesetze nicht mehr heilsnotwendig sind, nicht akzeptiert.
Zwischenbemerkung: Ich weiß nicht, wie es den anderen hier geht, aber für mich ist dieser Disput ein Ansporn, mich mal genauer mit den Ursprüngen des Christentums und den Vorgängen der Loslösung vom Judentum zu beschäftigen. Habe auch manchmal das Gefühl, dass Franziskus in seinen Predigten gewisse Kenntnisse ganz natürlich voraussetzt, die vielleicht oft gar nicht mehr vorhanden sind. Dann müsste Franziskus, bevor er die historische Situation kommentiert, diese nämlich erst mal näher erläutern.


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 Viator Hungaricus 2. Mai 2013 

@Toribio Teil II

dazu auf, mit dem somit gewonnenen Kriterium nun uns selbst zu prüfen, und zwar unsere „religiösen Gemeinschaften und Pfarrgemeinden“. Wir sollen uns fragen, ob wir „den Namen (des Herrn) voller Freude verkünden“ oder ob wir in „Angst vor der Freude des Geistes“ eine „verschlossene Gemeinschaft“ bilden, deren Merkmale Negativität und ängstliche Abgrenzung sind. In der Tat ein hervorragendes Kriterium! Bemerkenswert ist, daß im OR keine Rede von den hier zitierten „ganz genauen Geboten“ ist. Ich stimme Ihnen aber ausdrücklich zu, daß jene Judenchristen, die gegenüber der Entscheidung des Apostelkonzils und der (in der Freiheit von den Gesetzen der Tora über diese hinausgehende) Lehre des Hl.Paulus weiterhin uneinsichtig geblieben sein mögen, ein gutes Beispiel für eine solche Gruppe abgeben, die ein „mehr“ gegenüber den Geboten Gottes und der Kirche fordert und damit „unerträgliche Lasten“ auf die Schultern der Gläubigen lädt. Nochmals Dank für die fruchtbare Auseinandersetzung an alle!


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 Viator Hungaricus 2. Mai 2013 

Herzlichen Dank @Toribio

für den wertvollen Hinweis auf den Artikel im Osservatore Romano, der die Predigt umfangreicher und präziser darstellt bzw. zitiert, als dies hier geschehen ist. Aus dieser Lektüre ist mir die Intention des Hl. Vaters in der Predigt erheblich deutlicher geworden. Wäre mir der Inhalt der Predigt zuerst durch diesen Artikel vermittelt worden, so hätte ich nichts Rätselhaftes an ihr gefunden. Die Kurzfassung in Ihrem letzten Post trifft es gut. Er geht in drei Schritten vor: 1) Zunächst kommentiert er die historische Situation, die in unserer Stelle überliefert wird. Er bezieht die historische Situation freilich NICHT auf die bereits getauften Judenchristen, sondern auf die bekehrungswilligen und -unwilligen Juden in Antiochien. Dann gewinnt er 2) von dieser Situation abstrahierend das "Kriterium der Kirche": Das Gute a) breitet sich immer aus und b) es beugt sich nicht. Erst jetzt wechselt er 3) die Perspektive ("AUCH für unsere Gewissensprüfung"; meine Hervorhebung) und ruft uns


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 Toribio 1. Mai 2013 
 

@ Viator H.

Ich mache Ihnen einen Vorschlag: Sehen Sie sich mal den Bericht des OR dazu an:
http://tinyurl.com/d2oro5x
Es geht um den Gegensatz zw. dem Offensein für die Neuheit des Hl. Geistes [aufgrund einer Vision erkennt Petrus, dass Beschneidung u. Befolgung der jüdischen Gesetze für die Heiden nicht notwendig sind] und dem Verschlossensein vieler Juden bzw. Judenchristen, die auf diesen Traditionen bestanden. Die "verschlossenen Juden" waren nicht offen für das Neue des Hl. Geistes. Sie glaubten, dass alles schon gesagt worden wäre, dass alles so sei, wie sie dachten, dass es sein müsse, und deshalb fühlten sie sich als Verteidiger des Glaubens. Sie begannen den Aposteln zu widersprechen, sie zu verleumden. Das sei eine Haltung, der man im Lauf der Geschichte begegne. Die Verfolgung, fügte der Papst hinzu, beginnt aus religiösen Gründen, aus Eifersucht, aufgrund der Sprache: Die freie Gemeinschaft spricht voller Freude, die Verschlossenen beleidigen und verurteilen.


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 Viator Hungaricus 1. Mai 2013 

@Toribio

In meinem letzten Post ging es nur um die Beantwortung Ihrer Behauptung, es gehe in der Lesung dieses Tages um die Judenchristen, diese seien diejenigen, die hier gegen Paulus und Barnabas vorgehen. Die Lesung war Apg 13, 44-52. Darin geht es NICHT um die Judenchristen und die Stellen, die Sie zitieren, gehören in einen anderen Kontext. Daß Papst Franziskus hier im Sinne der von mir zitierten Gedanken Klaus Bergers gesprochen hätte, glaube ich nicht, und habe es auch nicht behauptet. Ich bleibe nach wie vor dabei, daß diese Predigt einige Unklarheiten aufwirft. Aber die Diskussion hier und das Nachdenken und Nachhören auf die Hl. Schrift haben doch zu wichtigen Anstößen geführt, zumindest für mich, und dafür noch einmal meinen herzlichen Dank an alle, die dazu beigetragen haben!


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 Toribio 1. Mai 2013 
 

@ Viator H.: Teil II

Entscheidend ist, dass die Unreinheit, die durch die Tischgemeinschaft mit Unbeschnittenen entsteht, nunmehr aufgehoben ist... Petrus rechtfertigt sich: "Mir aber hat Gott gezeigt, dass man keinen Menschen unheilig oder unrein nennen darf." Daraus ergibt sich eine Aufhebung der durch Menschen gemachten Gesetze. Da spürt man zum ersten Mal den Heilsuniversalismus... Petrus macht in seiner ersten Rede vor Nicht-Juden deutlich, dass Gott in der Frage des Heils kein Volk mehr bevorzugt. Die Heidenchristen sind begeistert und kommen geisterfüllt in Scharen herbei. Und genau das macht die Judenchristen, die sich als allein auserwählt wähnen, eifersüchtig... und es beginnen die Abgrenzungen u. Verleumdungen. Und genau darauf geht Franziskus ein. Nicht alle, aber viele Judenchristen meinen, dass alles bereits gesagt sei usw.
Das Ergebnis: Die geistoffenen Heidenchristen um Petrus u. Paulus verbreiten sich, die verschlossenen Judenchristen gehen später unter.


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 Toribio 1. Mai 2013 
 

@ Viator Hungaricus

Wir müssen uns noch mehr den tatsächlichen Gegebenheiten nähern!
Ihre neuerlichen Einwände, so berechtigt sie sein mögen, sind mir immer noch viel zu sehr eigenmächtige Interpretation. K. Berger in allen Ehren, aber an all das hat Franziskus ganz sicher nicht gedacht.
Damit Sie meine späteren Ausführungen nachvollziehen können, muss ich Sie zunächst ein zweites Mal korrigieren. Sie haben in Ihrem 2. Beitrag geschrieben: "Außer er meint gar nicht die Gebote GOTTES, sondern irgendwelche anderen Gebote, die aufgehäuft werden." Das ist der springende Punkt: Da geht es nicht um die 10 Gebote, sondern um die Beschneidung und die jüdischen Glaubens- und Reinheitsvorschriften. Die Judenchristen wollten nämlich von den Heidenchristen verlangen, dass sie sich beschneiden lassen und die jüdischen Gesetze befolgen. Um jetzt die beginnende Heidenmission zu verstehen, ist es wichtig, dass man die Visionen des Kornelius und des Petrus kennt und richtig interpretiert.


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 Viator Hungaricus 1. Mai 2013 

Danke @Toribio

für Ihr Eingehen auf meinen ersten Kommentar. Allerdings kann ich Ihnen nicht zustimmen, was unsere Stelle aus Apg 13 betrifft. Paulus und Barnabas predigen hier in Antiochien nicht den Judenchristen, sondern sie gehen am Sabbat in die Synagoge und nehmen am regulären jüdischen Gottesdienst teil. Nach dessen Abschluß werden sie eingeladen, zur jüdischen Gemeinde zu sprechen und Paulus hält seine Predigt. "Als aber die Juden die vielen Leute sahen" - die sich versammelt hatten, um das Wort des Herrn zu hören - "wurden sie von Eifersucht erfüllt und widersprachen den Worten des Paulus, lästernd". Vgl. Klaus Berger, Kommentar zum Neuen Testament, 461: "Das Lästern bezieht sich wahrscheinlich auf die die Ablehnung der Gottessohnschaft Jesu (wie Mk 3), die Eifersucht auf den großen Zulauf, den die Synagoge wegen des Auftretens der Apostel erlebt." Das bringt freilich einen hochinteressanten Aspekt in diese Predigt! Wenn die "Verschlossenheit" in der Ablehnung der Göttlichkeit Jesu besteht,


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 Toribio 30. April 2013 
 

Interessant sind die nächsten Kommentare

Im heutigen Kontext gesehen... gegen wen wendet sich Franziskus denn nun genau? Gegen die lateinamerikanischen Befreiungstheologen, gegen den Wölfe-Sanhedrin im Vatikan [Ausspruch der Sel. Elizabeth Canori-Mora], gegen bestimmte Bruder- und Schwesternschaften? Ich denke, dass solche Fragen falsch sind und den Absichten von Franziskus nicht gerecht werden. Ihm geht es nicht darum, andere an den Pranger zu stellen, sondern darum, ganz allgemein schlechte Verhaltensweisen aufzuzeigen... es geht ihm um Typisierungen, über die jeder selber nachdenken kann und soll, wie 'Philalethes' so schön ausgeführt hat.
Zudem ein Hinweis an 'Viator Hungaricus': Sie sind von einer falschen Annahme ausgegangen... die "Verschlossenen" waren sehr wohl Christen - die Judenchristen! Mit deren Einstellung und Verhalten wäre das Christentum nie Weltreligion geworden, sondern wäre eine jüdische Sekte geblieben. Dass es anders gekommen ist, verdanken wir Paulus.


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 Toribio 30. April 2013 
 

Zu den Kommentaren

Das ging mit den Beiträgen von 'Stanley' u. 'landpfarrer' schon interessant los. Ich denke, dass mit den verschlossenen Juden weniger die jüdischen Religionsoffiziellen als vielmehr die Judenchristen gemeint sind. Die Gemeinde, die zu Pfingsten entstand, war zuerst rein judenchristlich, das Evangelium wurde zunächst nur unter den Juden verkündet. Diese Gemeinschaft nahm zwar zu, blieb aber mehr oder weniger nur eine Art innerjüdische Sekte, auch deswegen, weil die Judenchristen trotz der Taufe ihr jüdisches Leben - Einhaltung der Thora - beibehalten haben. In Apg 10,1–48 lesen wird dann, wie Petrus aufgrund einer Vision den römischen Hauptmann Kornelius taufte und damit die Evangelisation auf die Heiden ausweitete. Schon sehr bald ergab sich eine heidenchristliche Mehrheit unter den Christen, was gewisse Spannungen zur Folge hatte.
Das ist m.E. die Ausgangssituation.


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 Toribio 30. April 2013 
 

Franziskus-Perlen: Forts. II

Dr. M. hat am 14. März geschrieben:
"I spent some time reading Cardinal Bergoglio's homilies of the past few years. If they are any indication of how he will speak as pope, get ready for some wonderful preaching.
While Benedict XVI always surprised me by the depth of his insight into the Gospel, my short foray into Pope Francis' archiepiscopal preaching surprises me by his direct application of the Gospel to the problems of his diocese, from drugs to human trafficking, from poverty to family unity."
Franziskus scheint also seit eh und je sehr direkt zu predigen, spricht meist frei, liest also nicht nur was vor, zitiert viel die Bibel u. die Kirchenväter und baut auch gerne Anekdoten ein. Ein weiteres konstantes Element sollen seine Fragen sein, auf die die Zuhörer selber eine Antwort finden, sich anhand des Evangeliums selber hinterfragen sollen, um dann entschieden gemäß dem Auftrag Christi leben und handeln zu können.
Ich find's wunderbar!


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 Toribio 30. April 2013 
 

Franziskus-Perlen: Forts. I

Apropos Predigtstil der Jesuiten... Jürgen Erbacher hat auf seinem Blog geschrieben:
"Die Predigt, wie immer frei gehalten, in jesuitischer Tradition mit drei zentralen Punkten, machte einmal mehr deutlich, dass dieser Papst bei all seinem offenen Stil eine klare Botschaft hat."
Diese Aussage lässt vermuten, dass die Jesuiten einen ganz eigenen Predigtstil pflegen. Kann jemand dazu was sagen?
Bei uns gibt's dazu noch kaum Wortmeldungen, wohl aber in Amerika und anderswo. John Thavis z.B. schreibt:
"The pope's morning homilies are fascinating, a kind of mini Magisterium. They seem designed to provide food for thought at a very accessible level."
Ich denke, dass Franziskus seine geistlichen Betrachtungen bewusst einfach gestaltet, damit sie einprägsam sind. Zudem sind sie immer sehr praxisbezogen. Das bestätigt auch Dr. Edward Mulholland, der sich hier frühere Predigten angeschaut hat:
http://www.arzbaires.org.ar/inicio/homilias.html


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 Toribio 30. April 2013 
 

Franziskus-Perlen haben es in sich!

Dass die Predigten von Franziskus nicht immer auf Anhieb verstanden werden, ist nicht nur auf schlechte Übersetzungen zurückzuführen, sondern liegt auch an seinem einfachen Predigtstil, an den viele sich erst noch gewöhnen müssen. Franziskus ist nicht mehr so sehr der Philosoph und Kirchenlehrer wie Benedikt, sondern vielmehr der praktische Seelsorger, der Seelenhirte schlechthin... 'Adson_von_Melk' hat es mal gut auf den Punkt gebracht: "Pfarrer der Welt"! Und so spricht er auch... er bedient sich der Sprache der Welt.
Zudem darf man eines nicht vergessen: Franziskus ist Jesuit... das sind im Klerus immer noch jene mit der besten Ausbildung, nicht nur in der Theologie... Franziskus hat auch eine Ausbildung in Philosophie, Psychologie und Literatur. Von da her rührt wohl sein effizienter Predigtstil... Predigten in Form von Mahnreden verbunden mit bestimmten assoziativen Denkmustern, worauf 'A. Bacci' schon des Öfteren hingewiesen hat.


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 Victor 29. April 2013 
 

Es gibt viel zu tun

"Verschlossene Religiösität": darunter würde ich z.Bsp. die Piusbruderschaft verstehen. Sie kapselt sich gerne ab.
Aber auch die vielen anderen lassen sich nicht belehren. Papst Benedikt XVI. könnte davon sicherlich ein Lied singen wie auch etliche gläubige Christen, die gegen Betonmauern angehen, wenn es um die Lehre der Kirche geht, einen anständigen Katechismus- und Religionsunterricht, oder um eine wirklich, nach den Büchern gefeierte, hl. Messe.
Irgendwann wird Papst Franziskus sicherlich konkreter werden müssen und auch zu befolgende Anweisungen erteilen, denn an der traurigen Situation etwa der Kirche in D hat sich ja durch seine Wahl noch nichts geändert.
Die Angelegenheit "Entweltlichung" in spiritueller Hinsicht ist nach wie vor sehr dringlich. Es ist mehr als fraglich, ob eine sich als Staatskirche verstehende Kirche in Deutschland das wird leisten können- wohl eher nicht.
"Wir" benötigen, neue, andere, papstreue Bischöfe, Theologen und Priester m.Er.


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 Selene 29. April 2013 
 

@Viator Hungaricus

Es geht doch nicht darum, wen was schmerzt oder freut, wer hier oder anderswo im Internet keine Zustimmung findet sondern es geht darum, zu verstehen, was der Papst meint.

Da er in einfachen, klaren Worten spricht, dürfte das doch nicht so schwer sein.

Dass er die Kirche jenseits der klassischen Lager konservativ und progressiv erneuern will könnte endlich mal u.a. den unseligen Grabenkampf beenden und die Kirche nach außen wieder glaubwürdig machen.

Eine in sich zerstrittene Kirche ist nicht im Sinne Jesu, wirkt nicht überzeugend und anziehend und verschwendet ihre Energie nach innen.


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 Viator Hungaricus 29. April 2013 

Teil II

als auch den Traditionalisten eine Absage. Aber welches tertium bietet Franziskus uns jenseits dieser Dichotomie an? @Wiederkunft hat hier nicht viel Zustimmung geerntet, aber auch als dem Charismatismus keineswegs Nahestehender muß man zugeben, daß den Impulsen von Franziskus manchmal schon etwas von dieser Richtung anhaftet. Nicht umsonst erinnert das Ablehnen der Dichotomie "progressiv-konservativ" an den Sel. Johannes Paul II. Wie aber steht Papst Franziskus zur Linie seines unmittelbaren Vorgängers, zur "Hermeneutik der Kontinuität" und der Liebe zur großen Tradition der Kirche? Man kann wirklich nicht behaupten, daß der Hl. Vater bisher diese Stoßrichtung seines Vorgängers in irgendeiner Weise aufgenommen hätte. Eher läßt er sie links liegen. Jene, in deren "Herzen die Flamme weiterbrennt, die Benedikt XVI entzündet hat" (Zitat Papst Franziskus) schmerzt das und sie warten auf ein Zeichen der Kontinuität. Vielleicht bietet die angekündigte Glaubensenzyklika eine Chance dafür?


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 Viator Hungaricus 29. April 2013 

Gute Analyse @Philaletes

Tatsächlich stellt der Hl. Vater hier Kriterien auf, und es lohnt sich, diese noch einmal Revue passieren zu lassen. Gut ist: "Vorangehen", "offen" für den Hl. Geist sein, "das Wort Gottes verbreiten". Daß er mit dem "Vorwärts" nicht dem Progressismus das Wort reden möchte, zeigt er mit seiner gestrigen Predigt, in der er die definitive "Neuheit Gottes" den veränderlichen "weltlichen Neuheiten" gegenüberstellt. Es geht also doch um eine conversio, eine Umkehr, bei der sich nicht z.B. die Lehre der Kirche ändern muß, sondern wir selbst. So weit, so gut. Wie sehen nun jene aus, die dem entgegenstehen? Sie sind "verschlossen, selbstsicher und gehässig", sie "schauen nach innen", "machen viele Gebote". In seinem Interviewbuch kritisiert er "Fundamentalisten und Traditionalisten" die am Buchstaben kleben - da sind wohl dieselben gemeint. Also, um es einfach, vielleicht allzu einfach zu sagen: Franziskus erteilt im kirchlichen Richtungsstreit sowohl den Progressisten als auch den


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 bezader 28. April 2013 
 

@weinberg

Frage.
Mir geht es genauso...Es könnte eine Schwäche sein, aber vielleicht ist es eine (unbewusste) Erleuchtung des Heiligen Geistes? Ich bete jeden Tag um diese Gnade. Für mich ist Papst Benedikt mein Leuchtturm. Ich vermisse ihn.


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 placeat tibi 28. April 2013 
 

@Philalethes

Habe Sie schon richtig verstanden. Ich hätte ein "eher" hinter das "dennoch" stellen sollen. Jedenfalls: ich vermute, daß das Gewicht der Predigt auf etwas akut Konkretem liegt. Ohne Gewähr.

Danke, ebenfalls!


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 Philalethes 28. April 2013 
 

Wieso "dennoch"?

@placeat tibi
Wieso "dennoch"? Meine Analyse schließt Ihre Vermutung nicht aus.Im Gegenteil: Eine Typisierung ist nur möglich, wenn man Konkretes im Hinterkopf hat. Halte das Konkrete aber nicht für die Hauptsache des Predigttextes. Sondern: Der Sinn der Typisierung besteht darin, sie als Möglichkeit zur Diagnose ständig "abrufbar" zu haben, um Gruppierungen beurteilen zu können, wohin auch immer man kommt. Davon haben Sie doch mehr als von der weiteren Aufschlüsselung des von Ihnen vermuteten Konkreten.
Das war doch sicher eine wertvolle Predigt! Hier wurde einfach und klar dargelegt, was bis in die Religionssoziologie hineingeht. Schönen Sonntag! Philalethes


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 placeat tibi 28. April 2013 
 

Drei kurze Antworten

@Wiederkunft
Vor kurzem sagte Franziskus: man könne Jesus nicht ohne die Kirche lieben und auch: man solle das Evangelium nicht ohne die Tradition der Kirche auslegen. (und keine Ahnung, ob der Papst auf Sandalen steht;-))

@Philaletes
Ich vermute dennoch weiterhin, daß der Papst sehr wohl konkrete Gruppen im Sinne hat, welche genau, und ob innerkirchlich oder nicht, hat sich mir nicht eineutig erschlossen. (auch wenn "ein jeder prüfe sich" ja nie falsch sein kann)

@Mysterium I.
Tja, "wohin geht es?" Das ist die Frage! Klar ist, daß es um etwas sehr Grundsätzliches geht. Ich hoffe, wir können es bald entschlüsseln.


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 Wiederkunft 28. April 2013 
 

Heiliger Geist

Es ist schon erstaunlich wie Papst Franziskus lehrt. Kein Wort zu den Reizthemen in der Kirche.Sondern nur Auslegung der Evangelien.Ohne Rücksicht auf die Gebräüchlichkeiten in der Kirche noch außerhalb.Ich denke er versteht sein Amt im Verständnis der Charismatischen Erneuerungsbewegungen und ich glaube er wird noch viele liebgewonnene Strukturen aufbrechen.Es kommt mir vor als würde er am Liebsten wie Jesus mit Sandalen umherwandern und das Reich Gottes verkünden.Ohne die Strukturen der Kirche.Einfacher Apostel, sonst nichts.Da kommt hoffentlich noch viel Gutes auf uns zu!


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 Peregrin T. 28. April 2013 
 

Schriftauslegung

In meiner Bibel heißt es heute: "Die Juden hetzten die gottesfürchtigen vornehmen Frauen und die Ersten der Stadt auf..." Da steht nichts davon, dass die Frauen ihre Männer aufhetzten und auch nicht, dass da Geld im Spiel war. Vielleicht erscheint das kleinlich, aber ich möchte mir wünschen, allein der Glaubwürdigkeit wegen, dass auch der Papst nichts in die Hl. Schrift hineininterpretiert, was nicht da steht.


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 Woarnold 28. April 2013 
 

Zum besseren Verständnis

Vielleicht sollte man sich die Mühe machen im Voraus die Episteln und Evangelien der kommenden Tage durchzulesen und selbst versuchen sie zu interpretieren.Ein Vergleich dann mit der Auslegung des Heiligen Vaters würde möglicherweise manches besser verstehen lassen.


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 Selene 28. April 2013 
 

Meine Einschätzung

Ich vermute, der Papst bereitet mit seinen Predigten die Menschen auf eine Kirchenreform vor, anknüpfend an das 2. Vaticanum, dessen mangelnde Umsetzung er kürzlich beklagt hat.

An die Ränder gehen heißt für mich, auf die so genannten prekären Milieus zu gehen,die Kirche nicht nur für die Mittelschicht gestalten.

Das ist meine subjektive Interpretation und muss natürlich nicht stimmen.


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 Christa Dr.ILLERA 28. April 2013 
 

Ich denke

der Papst meint, dass wir uns nicht zurückziehen sollen in die katholischen "Kuschelecken", wo es warm, gemütlich, sicher ist und dort Gruppen bilden, denn es genügt nicht,"brav" zu sein, sonntags in die Kirche zu gehen, etc. Klar sollen/müssen wir immer auftanken bei unserer Mutter Kirche, die uns nährt und betreut, aber wir sollen hinausgehen, bis an die Grenzen d.Erde, bis-nur bis-zu den Pforten der Hölle, um noch die zurückzuholen, die am Abgrund stehen. Überall außerhalb der Kirche spüren wir den Gegenwind, die Verleumdungen, die Verfolgungen. Franziskus sagt auch in anderen Predigten, wir sollen missionarisch/apostolisch sein, hinausgehen in "alle Welt", wie der Herr sagt, nicht den bequemen breiten Weg suchen, sondern in Seiner Nachfolge die steilen Wege nehmen, aber mit Begeisterung, Freude, mit Gott im Rückenwind Risiken auf sich nehmend, mit dem Kompaß des Heiligen Geistes, der immer neu und nie "berechenbar"ist. Eifersucht der anderen entspringt aus der Unruhe ihrer Herzen.


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 Palmsonntag 28. April 2013 
 

Der große Benedikt XVI

@ Weinberg
fehlt mir sehr und Dank für Ihr ehrliches Bekenntnis.


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1
 
 Weinberg 28. April 2013 
 

Frage

Ich frage mich, warum mein Interesse an Papst Franziskus so schnell erlahmt ist und ich die Berichte über seine Predigten kaum verfolge - trotz aller Lobeshymnen. Während ich vom Charisma Benedikts XVI.immer noch fasziniert bin.
Vielleicht liegt es am Verzicht des neuen Papstes auf äußere Zeichen der Würde seines Amtes in seinem Auftreten
und seinem Verständnis von Liturgie.
Vielleicht ist es auch nur eine Schwäche
meinerseits.


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2
 
 H.Kraft 27. April 2013 
 

Verschlossene Religiosität

Ich freue mich immer, wenn ich die neuen Überlegungen von Papst Franziskus lese.
Ja, sind wir nicht bei uns hier für die Religion und die Kirche etwas ver-
schlossen und reagieren manchmal auch etwas abgestumpft.
Wäre es nicht besser, wenn wir uns als Christen etwas innerlich und aus dem Herzen heraus für manche gute Ideen von Papst Franziskus aufschliessen würden. Er möchte doch bei uns nichts anderes als eine neue Begeisterung für den Glauben wecken. Aber dafür müssen wir uns von innen heraus ändern. Also hinhören, sich auf die Worte von Papst Franziskus einlassen und dann überlegen, wo und wie kann dies in meiner Pfarrei oder in einem Gesprächs-
kreis über den Glauben umgesetzt werden.
Es ist also das Nachdenken über die Worte von Papst Franziskus, die uns als Gläubige anregen sollten, etwas in unseren Pfarrgemeinden in einem positiven Sinn zu verändern. Und mit Mut und Zuversicht kommen auch gute und überzeugende Ideen. Nur muss man dazu einmal wollen.
H. Kraft


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 H.Kraft 27. April 2013 
 

Papst Franziskus - Gemeinschaftsleben

Papst Franziskus fordert doch hier in seinen Darlegungen auch ein neues Gemeinschaftsleben in der Kirche aus dem Hl. Geist heraus. Wie soll aber bei uns in vielen Diözesen in Deutschland ein echtes Gemeinschaftsleben wieder in den Pfarreien aufgebaut werden, wo doch nur diese zu Pfarrverbänden zusammenge-
legt werden? Und wo wirkt heute der Hl. Geist? Dieser war sicher bei der Wahl von Papst Franziskus im Konklave am 13. März zugegen. Als Christen müssen wir uns immer wieder neu auf den Weg machen und auch dieses wirkliche Gemeinschafts-
leben in den Pfarreien wieder langsam aufbauen. Und dies ist möglich, wenn wir überzeugt sind, dass eine Lebendig-
keit aus dem Inneren der Kirche und den
einzelnen Pfarrgemeinden kommen kann. Nur müssen wir dies auch gemeinsam wollen und nicht nur kritisieren und wieder, wie so oft, alles in Frage stellen wollen. Gelingen wird dies, wenn wir mit Mut und Zuversicht an das ,Neue` in der Kirche herangehen.
H. Kraft


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 Stormarn 27. April 2013 
 

@Selene

Roter Faden? Es tur mir leid, ich kann bislang in den Lektionen von Papst Franziskus, so weit ich diese bei kath.net oder an anderer Stelle nachlesen konnte, den sog. roten Faden nicht entdecken. Mir erscheint das Gesagte immer wieder sehr spontan, wenngleich verbal durchaus gefällig, aber Tiefgang entdecke ich bislang nicht. Damit zeigt er der Welt gewiß weniger Kanten; theologisch hat er es damit vermutlicher einfacher und ist damit wohl eher ein Stein, an dem man sich weniger stößt. Man wird sehen...


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 Philalethes 27. April 2013 
 

@placeat tibi

Der Papst spricht hier zwar von Gemeinden, will aber auf das Typische des Verhaltens von Gruppen hinaus: die durch den Hl.Geist für das Evangelium offene Gruppe, die es hinausträgt und offen in der Welt verkündet, und die entgegengesetzte Gruppe, die sich in sich zurückzieht, hinter verschlossenen Mauern diskutiert und nichts nach außen zu verkünden hat, weil es nichts Neues für sie gibt. Genau darin besteht für den Papst die Haltung dieser „verschlossenen Religiosität“, die nicht die Freiheit habe, sich dem Herrn zu öffnen: die dagegen rede und den anderen zerstöre. Dann folgen im Predigttext ihre Verhaltensweise und Motivation im Angriff auf die andere Gruppe. Es folgt nochmal wie in einem kurzen Blick ein konkreter Bezug auf Gemeinden, dieses Mal auf die Pfarrgemeinden. Der Gesamttenor bleibt aber die TYPISIERUNG, die einjeder nach eigenen Erfahrungen konkretisieren kann und stets soll. Wenn man mit diesem „Vorwort“ nochmal die Predigt liest, spero, ut PLACEAT TIBI mea praefatio.


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 Selene 27. April 2013 
 

Reformen

Ich denke, der Papst will die Kirche auf Reformen vorbereiten. Welche das sein werden, muss man abwarten.

Wenn er über Verleumdungen predigt, könnte das eine Anspielung auf das sein, was im Internet über ihn gelästert wird, nicht hier, aber auf anderen Seiten.


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 Mysterium Ineffabile 27. April 2013 

@placeat tibi: Dringlichkeit

Dann bin ich also nicht der einzige, der diese Dringlichkeit wahrnimmt. Es ist, als ob man auf etwas eingestimmt, vorbereitet werden soll. Der Papst hat jeden Tag der Osterzeit genutzt, um etwas zu sagen. Jeden Tag. Und jeden Tag ist er drängend-dringlich. Wohin geht es?


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 christit 27. April 2013 
 

Sicher....

geht es darum, grundsätzlich das Gute zu leben und zu verbreiten - und sich niemals darauf einzulassen, negativ oder sich hinter den Gesetzen der Kirche verschanzend Zwietracht zu säen. Egal gegen wen. Das ist ein hoher Anspruch, den es zu erfüllen gilt. Jeder für sich & alle miteinander.


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 Selene 27. April 2013 
 

Roter Faden

Den roten Faden in den Predigten des Papstes habe ich auch schon entdeckt.

Ich denke, es ist eine Vorbereitung auf den Weg, den er mit der Kirche gehen will.

Es macht aber keinen Sinn, über diesen Weg zu spekulieren, so lange nichts Konkretes geschieht. Es ist einfach noch zu früh.


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 placeat tibi 27. April 2013 
 

@Mysterium I.

Danke, ja so ähnlich mutet es mich auch an, und was er sagt,scheint von größter Dringlichkeit getragen.
Vielleicht deshalb meine Unruhe.


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 Mysterium Ineffabile 27. April 2013 

@placeat tibi

Ich habe mir jetzt mal alle "Perlen" angesehen. Sind ja schon viele. Das schaut aus wie ein Mosaik. Auch ein roter Faden muss drin sein, ist drin. Nur sieht man den nicht "konkret". Es ist, als male der Papst ein Bild, sozusagen als Aktionskünstler.

Franziskus macht es einem nicht leicht. Umso mehr belustigen mich die einseitigen Jubler, zum Beispiel die ZDKler, die sich ja dieser Tage so intensiv mit der Sexualität auseinandergesetzt haben, während die Weltkirche andere Probleme hat. Nur um es mit Franziskus zu sagen: Stichwort Märtyrer.


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 placeat tibi 27. April 2013 
 

@Mysterium I. und @Viator H.

Schließe mich gerne an, konkreteres täte gut.

Wer ist gemeint? Wer verleumdet wen? Wer kungelt "unter sich" mit den weltlich Mächtigen und deckt mit seinem vielen Geld die Wahrheit zu?

Zusammen mit den auch schon mehrfach erwähnten Warnungen, daß die Kirche nicht zur sozialen NGO verkommen darf, kann man sich zwar "seinen Teil" denken, aber lieber wäre mir direkte, konkrete Klarheit.


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 Selene 27. April 2013 
 

Weltkirche

Ich denke, es geht hier - bezogen auf die Gegenwart - nicht um einzelne Gemeinden oder Kontinente sondern um die Gesamtheit der Weltkirche.


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 Mysterium Ineffabile 27. April 2013 

@Viator Hungaricus

Ja, Ihre Fragen hatte ich auch und habe sie immer noch. Ich würde gern konkret wissen, was der Papst meint, auf welche Situation er sich bezieht, von welcher Situation er ausgeht. Wenn ich mich nicht täusche, wird hier zum zweiten Mal das Problem der Verleumdung und üblen Nachrede sehr stark betont. Was bedeutet das? In welchem Kontext?

Eigentlich wäre es mir lieber, ich müsste nicht derart nachdenken, sondern hätte eine klare Ansage.


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 Viator Hungaricus 27. April 2013 

Etwas rätselhaft II

Außer er meint gar nicht die Gebote GOTTES, sondern irgendwelche anderen Gebote, die aufgehäuft werden. Dann kann man die Worte vielleicht auch auf die Situation in Mitteleuropa beziehen, wo z.B. die DBK sich soeben von den zahlreichen und immer mehr werdenden jungen Menschen distanziert hat, die sich in Frankreich für die Gebote Gottes und die Lehre der Kirche öffentlich einsetzen; und die damit implizit andere "Gebote" höher stellt: Die Wahrung der "friedlichen Koexistenz" mit dem Mainstream ("den Mächtigen") vor allem. Ob eine solche Situation hier (auch) gemeint sein könnte?


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 Viator Hungaricus 27. April 2013 

Etwas rätselhaft

erschien mir diese Predigt auf den ersten Blick. Gegen wen wendet sich der Hl. Vater hier genau im heutigen Kontext? Denn die "Verschlossenen" in der Apg waren ja keine Christen, insofern ist die Stelle eindeutig: hier jene, die sich dem Hl. Geist öffnen, auf der anderen Seite jene, die sich ihm verschließen, da sie Jesus nicht als den Herrn annehmen. Wer sind also - er spricht ja von Menschen innerhalb der Kirche - heute die ersteren, wer die letzteren? Wo sind denn bei uns die Gemeinden, die "mit den Mächtigen verhandeln", Dinge "mit Geld zudecken" wollen usw. und das gegen den Hl. Geist? Geht es hier vielleicht um eine in Lateinamerika vorliegende Situation? Oder um den Vatikan? Zumindest in Mitteleuropa fragt man sich, wo denn die Gemeinden zu finden wären, die "auf den Schultern der Gläubigen viele Gebote abladen"? Das Gegenteil ist doch die für uns heute typische Situation, nämlich daß viele Gebote beschwiegen werden, um die Gläubigen nicht zu "unnötig zu belasten".


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 landpfarrer 27. April 2013 
 

@Stanley

Der Papst predigte ja hier in erster Linie über die Situation der ersten Chrsiten in Antiohia. Grundlage ist der Lesungstext des Tages (Apg 13,44-52). Das Aufhetzen der Frauen durch die Juden ist dort erwähnt und kurz vorher heisst es: "Als aber die Juden die Volksmenge sahen, wurden sie voller Eifersucht, widersprachen dem, was Paulus sagte und lästerten). Es ist ja dies kein Widerspruch zu der von Ihnen angeführten Motivation. Denn hier geht es um die ersten Christen in Antiochia, bei dem was Sie sagten um die Verurteilung Jesu durch den Hohen Rat.


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 Mysterium Ineffabile 27. April 2013 

@Stanley

Das haben Sie noch nie gehört? Merkwürdig. Wenigstens wissen wir jetzt, dass Sie heute nicht in der Messe waren.

Der Papst paraphrasiert die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte und legt sie dann aus.

"Als die Juden die Scharen sahen, wurden sie eifersüchtig, widersprachen den Worten des Paulus und stießen Lästerungen aus" (Apg 14,35): darum geht es.


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 Stanley 27. April 2013 
 

Eifersucht der Juden?

Jesus Christus wurde vom Rat der Hohenpriester zum Tode verurteilt, weil er u.a.für sich die Vergebung der Sünden in Anspruch nahm. Nach der Überlieferung des Alten Testamentes kann allein GOTT Sünden vergeben. Dass GOTT selbst in Menschengestalt zu seinem Volk kam, um die Schrift und die Propheten absolut wahr und verbindlich auszulegen und sich ihnen als dreifaltiger GOTT zu erkennen gab, konnten sie nicht fassen. Dadurch wurde Jesus Christus "zum Ärgernis für die Juden". "Er macht sich selbst zu GOTT", so lautete das Todesurteil. Dass die frühchristliche Verfolgung vornehmlich aus Gründen der Eifersucht der "Gemeinschaft der verschlossenen Juden" auf die sich ausbreitenden Christen ausgelöst worden sein soll, habe ich so noch nie gehört.


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