Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Vorlage des Synodalen Wegs „kann man nur als Massenabfall von Schrift und Tradition bezeichnen“
  2. St. Michael/München: Frauenpredigt in Sonntagsmesse geplant
  3. Erzbistum Köln: Bundesland NRW droht Kirchen-Hochschule mit Vertragsverletzungsverfahren​
  4. 4. Versammlung des ‚Synodalen Weges’: Abstimmungsverhalten der Bischöfe
  5. Signale aus der Luft
  6. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  7. Stellvertr. DBK-Vorsitzender Bode steht nach Missbrauchsbericht über sein Bistum vor Scherbenhaufen
  8. Umstrittener Jesuitenpater James Martin hat erneut Probleme mit der katholischen Morallehre
  9. Erzbischof Paglia soll Zustimmung zu italienischem Abtreibungsgesetz widerrufen
  10. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  11. Franziskus in Assisi aus Anlass des Wirtschaftsforums „Economy of Francesco“
  12. Wahl in Tirol: Sogar ÖVP und FPÖ für das kostenlose Töten ungeborener Kinder!
  13. Bischof oder Fischkopf?
  14. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“
  15. „Idee der geschlechtlichen Selbstbestimmung führt zu einer krankmachenden Körperfeindlichkeit“

Ärzte und Greenpeace gegen kommerzielle Nutzung von Embryonen

23. November 2012 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bundesärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery: Embryonale Stammzellen sollten auch im frühesten Stadium ihrer Entwicklung nicht patentierbar sein


Berlin (kath.net/KNA) Der Bundesärztekammer und Greenpeace haben sich gegen die kommerzielle Nutzung menschlicher Embryonen gewandt. Embryonale Stammzellen sollten auch im frühesten Stadium ihrer Entwicklung nicht patentierbar sein, sagte Ärztekammerpräsident Frank Ulrich Montgomery am Mittwoch in Berlin. «Dass wir einen solchen Verstoß gegen die ethischen Grundwerte nicht zulassen dürfen, verlangt schon die Achtung vor dem menschlichen Leben als solches.» Der Bundesgerichtshof will am Dienstag in einer Grundsatzentscheidung abschließend darüber befinden, ob ein entsprechendes Patent des Bonner Stammzellforschers Oliver Brüstle zulässig ist.

Der Ärztekammerpräsident verwies auch auf entsprechende Erklärungen des Deutschen Ärztetages und der Bundestags-Enquete-Kommission «Recht und Ethik der modernen Medizin». «Man würde menschliche Embryonen als banales Ausgangsmaterial benutzen, wenn man Erfindungen zuließe, die embryonale Stammzellen verwenden», betonte Montgomery. Dabei gehe es nicht darum, Forschung zu verhindern, sondern rechtliche Grenzen zu setzen, um ethische Werte zu wahren. Nach wie vor gebe es kein Verfahren, mit dem embryonale Stammzellen gewonnen werden können, ohne die Integrität und Entwicklungsfähigkeit des Embryos zu zerstören. Ethisch vertretbar sei die Forschung mit adulten Stammzellen oder Stammzellen aus Nabelschnurblut.

Hintergrund der Verhandlung ist eine Klage von Greenpeace gegen ein Patent des deutschen Stammzellforschers Oliver Brüstle. Der Europäische Gerichtshof (EUGH) hatte bereits 2011 in Auslegung der EU-Bio-Patentrichtlinie entschieden, dass eine Erfindung nicht patentierbar ist, wenn bei der Anwendung des Verfahrens menschliche Embryonen zerstört werden oder diese als Ausgangsmaterial dienen.

Brüstle will mit dem Verfahren laut Patentschrift Therapien für defekte Nervenzellen entwickeln. Diese sind etwa Ursache für die Parkinson-Krankheit. Montgomery warnte allerdings vor falschen Erwartungen. Die Versprechungen von vor zehn Jahren zur Forschung mit embryonalen Stammzellen seien bislang «eine Luftnummer» und «null Komma null eingelöst». Vielversprechender seien jene mit adulten Stammzellen.

Nach Angaben des Patentrechtsexperten von Greenpeace, Christoph Then, bezieht sich Brüstle nach dem für ihn negativen Urteil des EUGH nun auf Zellen, die entnommen werden, ohne einen Embryo zu zerstören oder auf Zellen aus nicht überlebensfähigen, vorgeschädigten Embryonen. Then betonte, dass laut EUGH «keine
Zellen, die aus menschlichen Embryonen stammen, patentiert werden dürfen». Das gelte auch für diejenigen Zellen, «die das Potenzial haben, sich zu solchen zu entwickeln».

Greenpeace hatte bereits 2004 gegen das Patent von Oliver Brüstle geklagt, das das Patentamt 1999 genehmigt hatte. Greenpeace wollte damit per Gericht die ethischen Grenzen im Patentrecht klären lassen. Die Europäischen Patentgesetze verbieten Patente auf die kommerzielle Nutzung menschlicher Embryonen. Nach Ansicht von Greenpeace verstößt das Patent gegen dieses Verbot, weil im Patent unter anderem vorgeschlagen wird, menschliche Embryonen für die Herstellung von Stammzellen erst zu klonen, um diesen dann die gewünschten Stammzellen zu entnehmen.

(C) 2012 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Incomódo 24. November 2012 

Der Mann tickt nicht richtig

Nur ruhig bleiben. Ungeachtet des ethischen Aspekts, glaube ich, dass Brüstle keine Chance hat: Er beziehe sich „nun auf Zellen, die entnommen werden, ohne einen Embryo zu zerstören oder auf Zellen aus nicht überlebensfähigen, vorgeschädigten Embryonen.“ Das Erste – „ohne einen Embryo zu zerstören“ – kann er nicht garantieren, nicht einmal, dass der Embryo „nur“ gestört und damit in irgendeiner Weise behindert wird. Und das Zweite – „aus nicht überlebensfähigen, vorgeschädigten Embryonen“ – ist schlichtweg ein Hinweis auf Dummheit: Aus krankem „Material“ kann ich nicht Erkenntnisse für gesundes erhalten, wenn ich nicht gesundes Vergleichsmaterial habe.


0
 
 girsberg74 23. November 2012 
 

Immer und überall derselbe Wurm II

Fortsetzung / Ende:

Dieser „Heroismus“ tut sich nicht erst seit den Äußerungen von EKD-Präses Schneider hervor. Unterschwellig regierte er seinerzeit in der „Schein“-Debatte, als die meisten Bischöfe im Jahr 1999 Papst JP II nicht folgen wollten. Er regierte auch in Veranstaltungen des „katholischen“ Beratungsvereins „Donum Vitae“. Heinz-Wilhelm Brockmann (Mitglied des ZdK) äußerte sich im Januar 2001 ganz ähnlich. Die Neue Osnabrücker Zeitung titelte am 13. Januar 2001 dann so: \"Schuldhaft werden, um wirksam helfen zu können\"


1
 
 girsberg74 23. November 2012 
 

Immer und überall derselbe Wurm

Ohne das Patentrecht in Frage zu stellen, kann nur gelten, dass es als kodifiziertes positives Recht nicht grundlegende ethische Anschauungen verletzten darf.

Selbst wenn man annehmen wollte, dass hinter Patentansprüchen nur tugendhafte Ziele stehen, bleibt festzuhalten, dass Unterlassungspflichten über Tugendpflichten stehen.

Es bleibt zu hoffen, dass der Bundesgerichtshof dies durch ein Urteil indirekt bestätigt.
Damit würde dem falschen Heroismus Abbruch getan, dass man sich notfalls schmutzig machen müsse, um helfen zu können.

Dieser „Heroismus“ tut sich nicht erst seit den Äußerungen von EKD-Präses Schneider hervor. Unterschwellig regierte er seinerzeit in der „Schein“-Debatte, als die meisten Bischöfe im Jahr 1999 Papst JP II nicht folgen wollten. Er regierte auch in Veranstaltungen des „katholischen“ Beratungsvereins „Donum Vitae“. Heinz-Wilhelm Brockmann (Mitglied des ZdK) äußerte sich im Januar 2001 ganz ähnlich. Die Neue Osnabrücker Zeitung titelte am 1


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Embryonen

  1. Gerichtshof: Italien darf Embryonenspende an Forschung verbieten
  2. US-Forscher klonten erstmals Menschen
  3. Mit Erzbistum Freiburg unterstützen nun 23 Bistümer 'One of us'
  4. Europapetition 'Einer von uns' ist im Aufwind
  5. Europapetition 'Einer von uns' ist im Aufwind
  6. Europapetition 'Einer von uns' ist im Aufwind
  7. DBK: Kein Aufruf zur Unterstützung von 'Einer von uns'
  8. An Unterschriftenaktion für Embryonenschutz beteiligen
  9. US-Bischöfe verurteilen Klon-Versuch mit menschlichen Embryonen
  10. Patentierung embryonaler Stammzellen?







Top-15

meist-gelesen

  1. Warum Sie am 2. April 2023 am Abend in Krakau sein sollten!
  2. Die Vorlage des Synodalen Wegs „kann man nur als Massenabfall von Schrift und Tradition bezeichnen“
  3. 4. Versammlung des ‚Synodalen Weges’: Abstimmungsverhalten der Bischöfe
  4. Signale aus der Luft
  5. Stellvertr. DBK-Vorsitzender Bode steht nach Missbrauchsbericht über sein Bistum vor Scherbenhaufen
  6. "Die sind wahnsinnig. Wissen die überhaupt, was ich tue?"
  7. St. Michael/München: Frauenpredigt in Sonntagsmesse geplant
  8. Bischof oder Fischkopf?
  9. Die Tolkien-Provokation
  10. „Im Geist der Wahrheit bleiben“ (Joh 14, 17) – Eine brüderliche Korrektur der Bischöfe von Flandern
  11. Drei Priesterweihen in St. Florian - Päpstlicher Privatsekretär Gänswein extra aus Rom angereist
  12. Erzbistum Köln: Bundesland NRW droht Kirchen-Hochschule mit Vertragsverletzungsverfahren​
  13. "Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"
  14. Facebook-Reaktion zu Bodes fehlendem Rücktritt: „Bei Woelki würden alle den Rücktritt fordern“
  15. „Gerade die Bischöfe als Nachfolger der Apostel sind gebunden an die ‚Lehre der Apostel‘“

© 2022 kath.net | Impressum | Datenschutz