Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  2. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  3. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  4. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  5. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  6. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  7. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  8. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  11. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  12. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  13. Bayerischer Rundfunk bezeichnet muslimische Kleidung für Frauen als ‚Modest Fashion‘
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an

Kopten kritisieren Zusammensetzung der neuen Regierung in Kairo

7. August 2012 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Nur eine Christin unter 35 Ministern - Metropolit Pachomios übt Kritik an "unfairer" Auswahl - Bischof Marcos: Gewalt gegen Christen nimmt zu


Kairo (kath.net/KAP) Die koptisch-orthodoxe Kirche ist unzufrieden mit der Zusammensetzung der neuen ägyptischen Regierung, der nur noch eine Christin angehört. Metropolit Pachomios von Beheira, der nach dem Tod von Kopten-Papst Schenouda III. derzeit vorübergehend an der Spitze der Kirche steht, bezeichnete die Auswahl der Minister am Wochenende in einem Zeitungsinterview als "unfair". Entsprechend ihrem Anteil an der Gesamtbevölkerung müssten vier koptische Christen dem neuen Kabinett angehören, forderte Pachomios gegenüber der Zeitung "Al-Shorouq".

Wissenschaftsministerin Nadia Eskandar Zukhari ist die einzige Christin und neben Sozialministerin Nagwa Hussein Ahmed Khalil eine von zwei Frauen in der neuen, auf 35 Ministerposten aufgestockten Regierung, die Staatspräsident Mohammed Mursi in der Vorwoche angelobt hat. "Vor allem weil die Zahl der Ministerien gestiegen ist, hatten wir mehr koptische Vertreter erwartet", übte Metropolit Pachomius Kritik. Die Kopten auf diese Weise zu behandeln sei falsch.


Der alten Regierung in Kairo hatten zwei koptische Christen angehört. Nach unterschiedlichen Schätzungen sind zwischen 10 und 14 Prozent der 82 Millionen Ägypter Christen.

Bischof: Gewalt gegen Christen nimmt zu

Metropolit Pachomios kritisierte im Interview auch die ägyptischen Sicherheitskräfte für ihr Nicht-Eingreifen bei einem Angriff auf Christen in dem Dorf Dahshur nahe der Hauptstadt Kairo am vergangenen Mittwoch. Dort war ein Streit zwischen einem christlichen Wäschereibesitzer und einem muslimischen Kunden zu Straßenkämpfen ausgeartet, bei denen ein Muslim starb. Muslime griffen daraufhin eine Kirche an und steckten koptische Wohnungen und Geschäfte in Brand; mehr als 100 koptische Familien mussten aus dem Dorf fliehen.

Der koptische Bischof Marcos sprach nach der Attacke vor einer Zunahme der Gewalt gegen Christen. "Das allgemeine Klima wendet sich gegen die Christen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP.

Die "offiziellen" Reaktionen trugen nicht dazu bei, den Unmut der Kopten zu dämpfen. Präsident Mursi ließ erklären, es habe sich in Dahshur um einen "individuellen Vorfall" gehandelt, keinesfalls könne man von einer Verfolgung der Christen sprechen. Solche Dinge ereigneten sich "alle Tage". Die Christen sollten in das Städtchen zurückkehren, die Gewalttäter würden bestraft werden.

Das koptisch-orthodoxe Patriarchat betonte in einer Erklärung, die Behörden hätten in Dahshur nicht mit der notwendigen Entschlossenheit gehandelt. Diese Entschlossenheit wäre aber der einzige Weg, um die "anhaltende Welle der Gewalt gegen die Kopten" zu stoppen. Aufgabe der Behörden sei es jedenfalls, die Gewalttäter und die Anstifter zu bestrafen, die Rückkehr der christlichen Familien zu ermöglichen und für finanzielle Kompensation für alle Geschädigten zu sorgen.

Das Oberhaus des ägyptischen Parlaments setzte ein achtköpfiges Komitee ein, das sich um "interreligiöse Versöhnung" in Dahschur annehmen soll. Der Vorsitzende des Oberhauses, Ahmed Fahmi, erklärte dazu, es gehe nicht in erster Linie darum, die Schuldigen festzustellen, sondern Versöhnung zwischen Muslimen und Kopten zu bewirken. Genau diese in Ägypten oft angewandte Vorgangsweise - Einsetzung von Versöhnungskomitees nach interkonfessionellen Auseinandersetzungen - wird von den meisten Kopten abgelehnt.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Michał1993 7. August 2012 

Ja ja...

So viel zum von den Gutmenschen so hochgelobten arabischen Frühling. Ich würde es eher arabischen Winter nennen.

Beten wir, damit unsere ägyptischen Glaubensbrüder wohlbehütet durch diese finstere Zeit kommen.


1
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kopten

  1. Koptisch-Orthodoxe Kirche nimmt Dialog mit Rom wieder auf
  2. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  3. Kinofilm zum Schicksal der 21 christlich-koptischen Märtyrer in Libyen: Drehbeginn steht bevor
  4. Hausmeister in Ägypten wegen Tötung eines Priesters angeklagt
  5. Koptischer Papst-Patriarch Tawadros II. besucht Saudiarabien
  6. Kopten öffnen auch nach Attentat weiterhin ihre Kirchen
  7. Kopten-Papst weiht in den USA 68 neue Kirchen
  8. Koptische Kirche verbietet Mönchen das Twittern
  9. 25 Jahre koptisches Kloster in Höxter
  10. Ägypten: Zu Weihnachten Weihe der größten Kirche des Nahen Ostens






Top-15

meist-gelesen

  1. EINMALIGE SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - MONTAG ANMELDESCHLUSS!!!
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  5. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  6. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  7. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  8. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  9. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  10. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  11. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  12. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  13. Nicht spektakuläre Gesten sondern kleine Taten der Treue
  14. „Der Postillon“: „Keine Baugenehmigung auffindbar: Amt ordnet Abriss von Kölner Dom an“
  15. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz