Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  2. Das Gratis-Christentum des Hendrik Wüst
  3. Vatikan reagiert auf LGBT-Sexualkonzept für katholische Schulen in Hamburg!
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Ablehnung ökumenischer Konzile ist modernistisch
  6. Tragisches Ende einer Medjugorje-Wallfahrt: Zwölf polnische Pilger sterben bei Busunglück in Ungarn
  7. Der Bischof und der Denunziant
  8. 'Was ich am Katholizismus schon immer toll fand...'
  9. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  10. Die denkwürdige Wandlung des Tucker Carlson
  11. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  12. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  13. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  14. Nach Lebensschutzdemonstration: Zwölf Polizisten von Linksradikalen verletzt
  15. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“

Den Rauswurf wagen? Helmut Schüller hätte es verdient

18. Mai 2012 in Kommentar, 18 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wie ein Pubertierender die Langmut seiner Eltern auf die Spitze treibt, tut es Helmut Schüller mit der seines Bischofs. Ein Gastkommentar von Helmut Müller


Koblenz (kath.net) Zunächst bin ich vor mir selber erschrocken als mir dieser Gedanke in den Sinn kam. Ich kenne Helmut Schüller nicht persönlich, auch wenn ich alle Buchstaben meines Namens, außer dem Anfangsbuchstaben seines Nachnamens, mit ihm gemeinsam habe.

Wie ein Pubertierender die Langmut seiner Eltern auf die Spitze treibt, tut es Helmut Schüller mit der seines Bischofs. Nichts ist neu von seinen Forderungen, worauf mich ein evangelischer Kollege aufmerksam machte, Martin Luther hätte das meiste schon vor 500 Jahren gefordert und verwirklicht. Gibt es deshalb blühende evangelische Landeskirchen? Evangelikale Kirchen, ja. Aber einen solchen Glauben will Helmut Schüller ja gerade nicht. Zielt er eine Ökumene der Austrittszahlen an?

Das Anheizen des Frusts in der katholischen Kirche ist ihm gelungen, die Austrittszahlen (auch ohne sein Zutun) nähern sich denen der evangelischen Kirchen und werden sie womöglich noch überholen, wenn das Tremolo der Presse, das seinen praktizierten Ungehorsam hinaus posaunt, weiter anhält.


Müsste es ihn nicht nachdenklich stimmen, dass es einen Protest wie den seinen in diesem Ausmaß nur in Nationalkirchen gibt, die vor bürgerlicher Sattheit fast auseinander bersten?

Das Christuszeugnis ab den 30er Jahren des ersten Jahrhunderts wird in unseren Breiten immer weniger in kirchlicher Tradition, sondern zunehmend in einer Fremdwahrnehmung dieses Zeugnisses mit hermeneutischen Knotenpunkten in der Tradition von 1789, 1830 und der neuesten Verdichtung 1968 verstanden. Das ist genauso als hielte man Schopenhauer und Popper für die besten Hegelinterpreten, obwohl sie nur Spott und Hohn für ihn übrig hatten. Aber in katholischen Hochschulgemeinden und Akademien ist es offenbar Stilelement geworden, sich in der Hermeneutik des schärfsten Gegners kongenial verstanden zu wissen. Die Tagespost scheint generell durch die TAZ ersetzt worden zu sein, die Christus einmal als Lattengustel u. v. a. m. geschmäht hatte. Das scheint mir das Milieu zu sein, in dem Schüller hofiert wird. Man schaue sich nur einmal die Zusammenstellung des Medienechos über Helmut Schüller in dem Internetforum Münsteraner Forum für Theologie und Kirche an und die anlaufende Berichterstattung über den Katholikentag in Mannheim wird wohl ähnlich verlaufen.

Sollte man also den Rauswurf wagen? Verdient hätte er ihn! Sein Ortsbischof und Rom haben Langmut bewiesen. Wenn sie es täten, könnte man ihnen nicht vorwerfen Kritiker schnell mundtot zu machen. Und ich weiß auch nicht, ob es ein Gebot der Klugheit ist, es nicht zu tun. Aber mit Helmut Schüller würde man viele unbescholtene Christen mit hinauswerfen, die auf ihn und das gewaltige Medienspektakel mehr hören als auf die Stimme des Bischofs oder die des Papstes. Paulus hat einmal ähnlich in der Frage des Essens von Götzenopferfleisch entschieden. Man solle glaubensschwachen Mitbrüdern und Mitschwestern kein Ärgernis geben und auf ihre Schwäche Rücksicht nehmen. Obwohl mir nicht wohl dabei ist, es gibt gute Gründe ihn nicht rauszuwerfen. Weltweit gesehen ist die Kirche sicherlich noch stark genug – eine Hand nicht abzuhacken, die die Hand, aus der sie frißt, permanent schlägt.

Dr. Helmut Müller ist Akademischer Oberrat am Institut für Katholische Theologie der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  3. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  4. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  5. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  6. Iranischer Christ warnt vor Ausbreitung des Islam im Westen
  7. Britischer Millionär finanziert Rechtskosten für Christen, die wegen Straßenpredigten angeklagt sind
  8. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  9. "Für kein Geld der Welt"
  10. Bartholomaios kritisiert Moskauer und Belgrader Patriarchen
  11. FEST MARIA KÖNIGIN - Einladung zur Gebets-Novene zur Muttergottes - 13. bis 21. August
  12. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  13. In Zell am Ziller eröffnet ein Museum über den Heiligen Engelbert Kolland
  14. Das Ziel, für das der Mensch bestimmt ist. Die Aufnahme Mariens als Verheißung des ewigen Lebens
  15. Gott hingegen vergeht nie! Wir existieren, weil er uns liebt!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz