Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  4. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  5. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  6. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  7. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  8. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  9. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  10. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  11. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  12. Neuer Hirtenstab für Papst Leo XIV. betont die Auferstehung
  13. Iran: Mindestens 12.000 Tote bei Protesten gegen das Regime
  14. Das Porträt Leos XIV. wird nun in Mosaik-Galerie der Päpste aufgenommen
  15. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther von der CDU immer mehr unter Druck

Der Realitätsverlust des Helmut Schüller

23. April 2012 in Kommentar, 38 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn Schüller sagt, die Aussage von Lombardi sei kein „offizielles Statement“ des Vatikans gewesen, dokumentiert er öffentlich sein Unwissen über Strukturen und Vorgänge des Vatikans. Ein Kommentar von Armin Schwibach und Roland Noé


Wien (kath.net/rn/as) Nicht wenige Kircheninsider, darunter auch mehrere österreichische Bischöfe, konstatieren derzeit bei Helmut Schüller, dem Chef der „Pfarrer-Initiative“, einen immer größer werdenden Realitätsverlust. Tatsache ist, dass der Vatikan einen direkten „Dialog“ mit Schüller ablehnt. P. Federico Lombardi SJ hatte dies vor einigen Tagen bekräftigt und darauf hingewiesen, dass es sich um ein Problem pastoraler Natur handelt. Es sei Aufgabe der österreichischen Bischöfe und Bischofskonferenz, diesen „Dialog“ zu führen, was den normalen Weg darstelle.

Helmut Schüller scheint dies nun ernsthaft ignorieren zu wollen und meint, dass die Aussage von Lombardi kein „offizielles Statement“ des Vatikans gewesen sei. So wird klar, dass Schüller damit sein eigentliches Unwissen über Strukturen und Vorgänge des Vatikans öffentlich dokumentiert hat.


P. Lombardi ist der Direktor des Presseamtes und Pressesprecher des Heiligen Stuhls. Es ist richtig, dass er als solcher „keine offiziellen Statements“ gibt, denn: seine Aufgabe ist höher angesetzt: er ist Kommunikationsrohr, Filter und autorisierter Interpret der Aussagen und des Willens vatikanischer Instanzen. Wesentlich ist aber, dass das, was Lombardi sagt, immer „von oben“ kommt. Der Vatikansprecher spricht daher nie als „Privatperson“. So „sprechen“ in diesem Fall zum Beispiel der Kardinalstaatssekretär, der Präfekt der Glaubenskongregation und letztlich der Papst.

Als besonders kurios dürfte in bischöflichen Kreisen auch der Umstand eingeschätzt werden, dass Schüller, der ja de facto die Hierarchie leugnet, nun ausgerechnet mit der höchsten Stelle der Hierarchie einen „direkten Dialog“ erstrebt und mit diesem Anspruch alle vorgesetzten Instanzen überspringt. Das immer wieder mit Berufung auf das II. Vatikanische Konzil fast dramatisch eingeforderte Prinzip der Kollegialität und die damit verbundene Anerkennung und Achtung der Bischöfe als Leiter der ihnen anvertrauten Teilkirchen wird damit ausgesetzt, während das Konzil festhält: „Die einzelnen Bischöfe, denen die Sorge für eine Teilkirche anvertraut ist, weiden unter der Autorität des Papstes als deren eigentliche, ordentliche und unmittelbare Hirten ihre Schafe im Namen des Herrn, indem sie ihre Aufgabe zu lehren, zu heiligen und zu leiten an ihnen ausüben“ (Christus Dominus, 16). Damit verstößt der Anspruch des Chefs der sich einem nebulösen Konzilsgeist verpflichtet sehenden „Pfarrerinitiative“ gegen das Wort und den Willen des Konzils selbst.

Auch die Schüller-Aussage, dass sich der Heilige Stuhl an sie wenden möge – die Adresse sei ja bekannt –, lässt eine starke Selbstüberschätzung des ehemaligen Generalvikars von Wien zutage treten. Um es vergleichshalber mit einem Beispiel aus dem Arbeitsleben zum Ausdruck zu bringen: Seit wann wendet sich der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen an einen Arbeiter, der in der Zeitung erklärt, die Arbeitsbedingungen seien nicht ideal? Wenn überhaupt, dann wendet er sich an die Verantwortlichen der jeweiligen Fabrik.

Ob Schüller wieder zur Realität zurückfindet, wenn die Medienhype, die seine Freunde und Verbündeten bei ORF & Co. veranstalten, nachlassen wird?


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  2. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  3. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  4. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  5. Meinungsfreiheit auf katholisch
  6. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  7. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  8. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  9. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  10. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  6. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  7. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  8. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  9. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  10. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  11. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  12. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  13. Neuer Hirtenstab für Papst Leo XIV. betont die Auferstehung
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. Österreichische Regierungspartei 'Neos' kritisieren KGB-Progapanda beim ORF

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz