Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Die Stunde der Heuchler
  8. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  13. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. Studie: Katholizismus in Lateinamerika stark rückläufig

Der Realitätsverlust des Helmut Schüller

23. April 2012 in Kommentar, 38 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wenn Schüller sagt, die Aussage von Lombardi sei kein „offizielles Statement“ des Vatikans gewesen, dokumentiert er öffentlich sein Unwissen über Strukturen und Vorgänge des Vatikans. Ein Kommentar von Armin Schwibach und Roland Noé


Wien (kath.net/rn/as) Nicht wenige Kircheninsider, darunter auch mehrere österreichische Bischöfe, konstatieren derzeit bei Helmut Schüller, dem Chef der „Pfarrer-Initiative“, einen immer größer werdenden Realitätsverlust. Tatsache ist, dass der Vatikan einen direkten „Dialog“ mit Schüller ablehnt. P. Federico Lombardi SJ hatte dies vor einigen Tagen bekräftigt und darauf hingewiesen, dass es sich um ein Problem pastoraler Natur handelt. Es sei Aufgabe der österreichischen Bischöfe und Bischofskonferenz, diesen „Dialog“ zu führen, was den normalen Weg darstelle.

Helmut Schüller scheint dies nun ernsthaft ignorieren zu wollen und meint, dass die Aussage von Lombardi kein „offizielles Statement“ des Vatikans gewesen sei. So wird klar, dass Schüller damit sein eigentliches Unwissen über Strukturen und Vorgänge des Vatikans öffentlich dokumentiert hat.


P. Lombardi ist der Direktor des Presseamtes und Pressesprecher des Heiligen Stuhls. Es ist richtig, dass er als solcher „keine offiziellen Statements“ gibt, denn: seine Aufgabe ist höher angesetzt: er ist Kommunikationsrohr, Filter und autorisierter Interpret der Aussagen und des Willens vatikanischer Instanzen. Wesentlich ist aber, dass das, was Lombardi sagt, immer „von oben“ kommt. Der Vatikansprecher spricht daher nie als „Privatperson“. So „sprechen“ in diesem Fall zum Beispiel der Kardinalstaatssekretär, der Präfekt der Glaubenskongregation und letztlich der Papst.

Als besonders kurios dürfte in bischöflichen Kreisen auch der Umstand eingeschätzt werden, dass Schüller, der ja de facto die Hierarchie leugnet, nun ausgerechnet mit der höchsten Stelle der Hierarchie einen „direkten Dialog“ erstrebt und mit diesem Anspruch alle vorgesetzten Instanzen überspringt. Das immer wieder mit Berufung auf das II. Vatikanische Konzil fast dramatisch eingeforderte Prinzip der Kollegialität und die damit verbundene Anerkennung und Achtung der Bischöfe als Leiter der ihnen anvertrauten Teilkirchen wird damit ausgesetzt, während das Konzil festhält: „Die einzelnen Bischöfe, denen die Sorge für eine Teilkirche anvertraut ist, weiden unter der Autorität des Papstes als deren eigentliche, ordentliche und unmittelbare Hirten ihre Schafe im Namen des Herrn, indem sie ihre Aufgabe zu lehren, zu heiligen und zu leiten an ihnen ausüben“ (Christus Dominus, 16). Damit verstößt der Anspruch des Chefs der sich einem nebulösen Konzilsgeist verpflichtet sehenden „Pfarrerinitiative“ gegen das Wort und den Willen des Konzils selbst.

Auch die Schüller-Aussage, dass sich der Heilige Stuhl an sie wenden möge – die Adresse sei ja bekannt –, lässt eine starke Selbstüberschätzung des ehemaligen Generalvikars von Wien zutage treten. Um es vergleichshalber mit einem Beispiel aus dem Arbeitsleben zum Ausdruck zu bringen: Seit wann wendet sich der Aufsichtsratsvorsitzende von Volkswagen an einen Arbeiter, der in der Zeitung erklärt, die Arbeitsbedingungen seien nicht ideal? Wenn überhaupt, dann wendet er sich an die Verantwortlichen der jeweiligen Fabrik.

Ob Schüller wieder zur Realität zurückfindet, wenn die Medienhype, die seine Freunde und Verbündeten bei ORF & Co. veranstalten, nachlassen wird?


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  8. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  9. Meinungsfreiheit auf katholisch
  10. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Die Stunde der Heuchler
  8. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  9. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  10. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  13. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  14. Ist Jesus der Herr?
  15. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz