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Kopten: Viele packen Koffer, andere kämpfen

6. Dezember 2011 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Ägyptens Kopten unterstützen jetzt liberale Muslime - Pfarrer Gameel von "Maspero Youth Union" kritisiert Wahldurchführung: Fälle bekannt, in denen militante Salafisten der El-Nour-Partei sich vor die Türen der Wahllokale postierten


Kairo (kath.net/KAP) In Ägypten gehen nach dem Wahltriumph der Islamisten die Pläne der koptischen Christen in zwei Richtungen. "Viele sind bereits dabei, ihre Koffer zu packen, aber es gibt eine zweite Gruppe, zu der die jungen Revolutionäre gehören. Die sind entschlossen, zu bleiben und weiter zu kämpfen": Das betonte der Koordinator der koptischen Jugendbewegung "Maspero Youth Union", Beshoy Tamry, gegenüber der Kairoer Tageszeitung "Al Ahram" (Englischsprachige Onlineausgabe von Montag). "Wir werden uns abmühen und kämpfen. Unsere Hoffnung sind jetzt die moderaten Muslime. Sie sind es, die in der Lage sind, uns in unserem Kampf um einen modernen Rechtsstaat zu unterstützen", so Tamry.

Scharfe Kritik an der Wahldurchführung übte Pfarrer Filopater Gameel, der ebenfalls der "Maspero Youth Union" angehört und ein Augenzeuge des "Maspero-Massakers" vor zwei Monaten war, bei dem 28 meist christliche Demonstranten getötet wurden. Es seien Fälle bekannt, in denen militante Salafisten der El-Nour-Partei sich vor die Türen der Wahllokale postiert hätten, so dass die Wähler an ihnen vorbei mussten und dadurch eingeschüchtert wurden, berichtete der Geistliche "Al Ahram" gegenüber.


Der Sekretär des Rates der Koptisch-Orthodoxen Kirche, Kamil Seddiq Sawiris, sagte gegenüber der Zeitung "Al-Masri al-Youm" (Montag), die Kirche unterstütze bei den am Montag begonnenen Stichwahlen in Alexandria die unabhängigen Kandidaten. Sie treten vor allem gegen die Kandidaten der drei dominierenden islamistischen Parteien - "Hizb Al-Horriya Wal-Adala" (Muslimbrüder), "Hizb El-Nour" (saudi-finanzierte Salafisten) und "HizbAl-Wasat" (Liberale Muslimbrüder) - an.

Die Stichwahlen begannen am Montag. Gewählt wird in Wahlkreisen, in denen im ersten Wahlgang kein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht hatte. Die insgesamt 504 Abgeordneten des künftigen Parlaments werden zur Hälfte durch Verhältniswahl und der Rest über Wahlkreise, also über Mehrheitswahl, ermittelt.

Überraschend ist bisher vor allem das relativ gute Abschneiden der Salafisten: Diese extremistische Bewegung kam auf über 24 Prozent. Die sich moderat gebende Partei der Muslimbrüder hingegen liegt mit 36,6 Prozent gar nicht so weit vor den Salafisten wie zuvor erwartet. Die dritte Islamistenliste, das moderate "Wasat", errang 4 Prozent.

Für den Fortgang der Parlamentswahlen, die je nach Landesteil an unterschiedlichen Tagen stattfinden, wird mit einem scharfen Wahlkampf zwischen den verschiedenen islamistischen Flügeln gerechnet.

Große Verlierer des bisherigen Wahlgangs sind die liberalen Parteien. Sollten sich ihre Ergebnisse nicht durch die Abstimmungen in weiteren Landesteilen verbessern, werden sie im künftigen Parlament nicht viel Einfluss haben. Die Allianz der Linken und Liberalen muss sich bisher mit dem dritten Platz begnügen und erhielt nur knapp 13 Prozent.

Das staatliche Fernsehen rief die wahlberechtigten Bürger am Montag mit dem Slogan "Das zweite Mal ist genauso wichtig wie das erste Mal" auf, ihre Stimme abzugeben. Das Endergebnis des langwierigen und komplizierten Prozesses wird für den 13. Jänner erwartet. Es ist die erste Wahl seit der Entmachtung von Präsident Hosni Mubarak, der das Nil-Land drei Jahrzehnte lang autokratisch regierte, im vergangenen Februar. Das zu wählende Parlament soll eine neue demokratische Verfassung ausarbeiten.

Die Muslimbrüder als stärkste organisierte politische Kraft des Landes haben Anspruch auf die Regierungsführung erhoben, sollten sie erwartungsgemäß die größte Parlamentsfraktion stellen. Um ihre enormen Privilegien zu sichern, streben Kräfte im Militär unter Juntachef Feldmarschall Mohammed Hussein Tantawi offenbar ein Bündnis mit den Muslimbrüdern an.

Die Muslimbruderschaft (arabisch: "Jamiat al-Ikhwan al-Muslimun"), die in zahlreichen islamischen Ländern Ableger hat, war 1928 von dem ägyptischen Lehrer Hassan al-Banna gegründet worden. Sie folgt der Devise: "Gott ist unser Ziel, der Koran unsere Verfassung". 1954 war die Muslimbruderschaft vom ägyptischen Revolutionsregime unter Gamal Abdel Nasser verboten worden, zahlreiche ihrer Führer wurden zum Tode verurteilt, danach wurde sie aber wieder vorübergehend legalisiert. Nach der Ermordung des Präsidenten Anwar al-Sadat 1981 ging dessen Nachfolger Mubarak gegen islamistische Gruppen vor.

Copyright 2011 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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