Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  2. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  5. Schisma auf leisen Sohlen
  6. Verheiratete Frauen sind (zunehmend) die glücklichsten von allen
  7. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  8. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  9. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  10. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  11. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  12. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  13. Goldenstein-Nonnen nach Romreise wieder in Salzburg eingetroffen
  14. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  15. Bericht des US-Justizministeriums: Regierung Biden hat traditionelle Christen intensiv durchleuchtet

'Wir haben die hässliche Fratze der Revolution gesehen'

10. Oktober 2011 in Interview, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der koptische Bischof Anba Damian zur Lage in Ägypten - Von Joachim Heinz (KNA) - Kopten rufen weltweit ein dreitägiges Fasten und Beten aus


Kairo (kath.net/KNA)
Die Wucht der jüngsten Ausschreitungen gegen koptische Christen in Ägypten hat Bischof Anba Damian «sehr überrascht». Der Geistliche betreut vom westfälischen Höxter aus die rund 6.000 in Deutschland lebenden Kopten. Im Interview mit der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erläutert er die Hintergründe der gewalttätigen Eskalation. Und erzählt, wie er die Geschehnisse vom Sonntagabend verfolgte.

KNA: Bischof Damian, was genau ist da eigentlich am gestrigen Sonntag in Kairo passiert?

Damian: In der Innenstadt haben mehrere tausend Kopten zunächst friedlich gegen den Brandanschlag auf eine Kirche in der Region von Assuan protestiert. In den frühen Abendstunden ging es dann los. Die Überraschung war groß, als die Armee mit scharfen Waffen und gepanzerten Fahrzeugen gegen die Demonstranten losging. Sie haben in die Menge geschossen und sind mit Panzern über Menschen gefahren. Wir wissen bislang von 35 toten und 200 Verletzten.


KNA: Wie haben Sie persönlich von den Ausschreitungen erfahren?

Damian: Wir haben ein gut funktionierendes Netzwerk in der ganzen Welt. Ich konnte das Geschehen am Abend über Handy-Videos, E-Mails und Kurznachrichten sozusagen live mitverfolgen. Ich habe Schüsse gehört, die Schreie der Verletzten und Bilder von Verwundeten gesehen.

KNA: Was ging da in Ihnen vor?

Damian: Ich empfand eine Mischung aus Traurigkeit, Depression, Hilflosigkeit und Wut.

KNA: Blicken wir trotz alledem auf die politische Großwetterlage - wie hat sich die Lage für die Kopten seit dem Sturz von Hosni Mubarak im Frühjahr verändert?

Damian: Im arabischen Frühling haben wir das schöne Gesicht der Revolution gesehen, nun zeigt sich die hässliche Fratze dahinter. Unter Mubarak hatten die Kopten zwar auch keinen gesetzlich garantierten Schutz - aber er hat mit seinem persönlichen Einsatz jene Kräfte in Schach gehalten, die nun nach vorne drängen und den Kopten gefährlich werden können.

KNA: Welche sind das?

Damian: Es gibt derzeit drei wichtige Kräfte im Land: die Übergangsregierung, das Militär und die Islamisten. Im Militär gewinnen die religiösen Extremisten immer mehr die Oberhand. Und uns fehlt zugleich ein seriöser Ansprechpartner, der unsere Interessen vertritt. Solange man nicht ehrlich über die Probleme redet und die Täter unbehelligt bleiben, ist ein Ende der Gewalt nicht in Sicht.

KNA: Könnte politischer Druck aus dem Ausland weiterhelfen?

Damian: Ägypten ist Teil der Völkergemeinschaft und muss als solches an seine Verpflichtungen zum Schutz von Minderheiten erinnert werden. Daran kann auch die Bundesregierung mitwirken.

KNA: Und was können die Kopten im Ausland für ihre Glaubensbrüder in Ägypten tun?

Damian: Die Mutterkirche hat weltweit ein dreitägiges Fasten und Beten angeordnet. In Deutschland planen wir, mit einem Protestzug auf die Situation in unserer Heimat aufmerksam zu machen. Derzeit laufen die Planungen. Ich gehe davon aus, dass wir bereits an diesem Wochenende in Berlin demonstrieren werden.

kathTube:
Ein Kopte wird bei einer Demo in Ägpyten vom Militär verprügelt




Al Arabia TV: Christen werden von Panzern gejagt




Aus arabischen Nachrichten: Clashes in Cairo over Coptic protests




(C) 2011 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Ägypten – Das Land, auf dem Gott sich offenbart hat
  2. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  3. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  4. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  5. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  6. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  7. Keine Angst vor Corona
  8. Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste
  9. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"
  10. Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel besser zu erreichen






Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  3. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  4. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  5. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  6. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  7. Schisma auf leisen Sohlen
  8. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  9. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  10. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  11. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  12. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  13. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  14. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  15. „Es war, als sähe ich Jesus wirklich“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz