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'Kirchensteuergepolsterte Dialogprofis'

19. Juli 2011 in Deutschland, 51 Lesermeinungen
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Katholischer Journalist Alexander Kissler übt scharfe Kritik am Dialogprozess und an den deutschen Jesuiten: "eine jesuitisch gekappte Kirche nach dem Vorbild der Fünf-Minuten-Terrine. Sie liefert jeden gewünschten Geschmack, schnell und heiß."


München (kath.net)
Der bekannte katholische Journalist Alexander Kissler hat im Onlinemagazin "The European" erneut scharfe Kritik am Dialogprozess von Mannheim und den deutschsprachigen Jesuiten geübt. Kissler erinnerte daran, dass der Jesuitenorden einmal die "verschworene Truppe" des Papstes war, heute begreife der Orden sich als "Speerspitze des Kirchenumbaus". Beim Dialog-Treffen der katholischen Kirche Deutschlands wurde weniger dem Dialog als vielmehr der Kirche der Prozess gemacht. Für Kissler ist klar, dass die Mehrheit der "kirchensteuergepolsterten Dialogprofis" es nicht schnell genug mit einer "Selbstauflösung der katholischen Kirche" gehen könne. Das Mannheimer Treffen sei daher ein "Meilenstein auf dem Weg zur deutschen Nationalkirche" gewesen.


Dann kommt Kissler im "The European"-Kommentar wieder auf die Jesuiten zurück und zitiert aus einem Schreiben des Provinzials der deutschen Jesuiten, Stefan Kiechle, das dieser Ende Mai 2011 in Hamburg vorgelegt habe, um die Generalvikare der deutschsprachigen Bistümer "zu erbauen". Kiechle hat in dem Schreiben gemeint, dass das Kirchenrecht in manchem nicht mehr auf die Wirklichkeit passe und die Kirche „keine naturrechtlichen Schnellschüsse“ produzieren dürfe. Dabei solle der Mensch in den Mittelpunkt gestellt werden. Für Alexander Kissler ist klar, dass die Realität von 2011 das neue Lehramt sein solle. "Der Wirklichkeit gehorchen soll die neue deutsche Kirche. Die jeweiligen Tagesbefehle – mehr Klimaschutz bitte, mehr Geschlechtergerechtigkeit, mehr Lebenspartnerschaftsgesetze etc. – soll sie demnach ausführen, subito. Freuen wir uns also auf eine jesuitisch gekappte Kirche nach dem Vorbild der Fünf-Minuten-Terrine. Sie liefert jeden gewünschten Geschmack, schnell und heiß. Sie sättigt nicht, fordert nicht, verlässt das Hier und Jetzt nicht um einen Nanometer. Das Haus im Haus hat kein Fundament.",meint Kissler abschließend.


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