Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  8. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  15. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“

Deine (BDKJ)-Message an die Kirche

8. November 2012 in Kommentar, 16 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der BDKJ der Diözese Rottenburg-Stuttgart hat in einem kurzen Video Beiträge von Jugendlichen gesammelt, die ihre Anliegen an die Kirche zum Ausdruck bringen. Das Ergebnis ist wenig überraschend. Ein Kommentar von Johannes Graf.


Wernau (kath.net/jg)
Der BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) der Diözese Rottenburg-Stuttgart beteiligt sich mit einem fünfminütigen Video am Dialogprozess der Katholischen Kirche in Deutschland 2012. Unter dem Titel „Deine Message an die Kirche?!“ sind dreizehn Video-Kurzbeiträge von Jugendlichen zusammengeschnitten. Das Ergebnis wurde auf dem Videoportal YouTube veröffentlicht. Ein YouTube-Kommentar bringt es auf den Punkt: „Sagt bitte, dass das nicht euer Ernst ist.“

Die Beiträge versuchen teils auf ernsthafte, teils auf bemüht lustige Weise, das zu vermitteln, was der BDKJ offenbar für die Anliegen der Jugendlichen an die Kirche hält. „Mehr Spaß, mehr Action, andere Musik, motivierende Gottesdienste“ wünschen sich vier Mädchen. Sie wissen auch, wie sie das schaffen wollen: Durch „aktive Mitarbeit“. Das Thema Gottesdienst wird auch in einem anderen Beitrag angesprochen. Ein Mädchen fordert seine Freundinnen auf, mit in die Kirche zu kommen. „Neee – zu langweilig“ antworten die drei anderen im Chor. Ja wenn es immer so wäre wie in den Jugendgottesdiensten, dann würden auch mehr Erwachsene kommen, sagen sie hoffnungsvoll.


Die anderen Anliegen überraschen nicht, bestimmen sie doch die innerkatholische Diskussion des deutschen Sprachraums seit Jahrzehnten. Eine Vertreterin der Pfadfinderinnenschaft St. Georg bekennt mutig: „Viele unserer Mädchen und Frauen haben wenig Interesse an dem, was ‚die Kirche’ zu vielen Themen sagt. Vor allem die Haltung der Kirche gegenüber uns Frauen ärgert uns total. Wir fühlen uns als Frauen von der Kirche nicht ernst genommen.“ Konkreter wird die Dame im nächsten Beitrag: „Ständige Diakonin – in der katholischen Kirche – ich hätte Lust darauf.“ Das Frauenpriestertum scheint überhaupt das wichtigste Anliegen der Jugendlichen zu sein, wenn man das BDKJ-Video ansieht. Gleich vier Beiträge fordern konkret die Weihe für Frauen. Eher unfreiwillig komisch ist ein Rap von drei Mädchen. Eine Zeile daraus lautet: „Alle sehen uns gleich an – nur in der Kirche sind wir der Hampelmann“. Dass spätestens seit Papst Johannes Paul II. diese Frage verbindlich beantwortet ist, scheint hier noch nicht bekannt zu sein.

Ohne Kritik am Zölibat geht es natürlich auch nicht. „Das (sic) Zölibat verstehen wir nicht“, sagt ein Jugendlicher und verweist auf die Heilung der Schwiegermutter des Petrus, wie sie im Markusevangelium geschildert wird. Hier wäre wohl eine intensivere Auseinandersetzung mit den historischen und theologischen Gründen für den Zölibat angebracht, bevor man sich in die Diskussion einmischt.

Die Kirche sollte mehr auf die Jugend hören, wünschen sich die Jugendlichen in zwei Beiträgen. Ein Funktionär der KLJB (Katholischen Landjugend Bewegung) möchte, „dass sich die Kirche an die Ansichten der Jugendlichen anpasst um aktuelle Themen auf gleicher Basis diskutieren zu können.“ Seine Kollegin meint dazu, die Jugendlichen würden nicht „an die Institution Kirche glauben“ und täten sich schwer, zu ihr Zugang zu finden. „Jugend ist Fortschritt, tu etwas dafür“, fordert eine andere Jugendliche die Kirche auf.

Ist keiner der Jugendlichen, die in dem BDKJ-Video auftreten je mit einem Weltjugendtag in Berührung gekommen? Haben sie nie eine der Erneuerungsbewegungen bemerkt, die in vielen Bereichen stark von der Jugend getragen werden? Haben sie nie etwas von der „Generation Johannes Paul II.“ gehört, die in der „Generation Benedikt“ ihre Fortsetzung findet? Folgt der BDKJ Rottenburg-Stuttgart der Meinung des Bundesvorsitzenden Dirk Tänzler, der in einem SPIEGEL-Interview im April 2010 die Existenz einer „Generation Benedikt“ geleugnet hat?

Das BDKJ-Video wurde Diözesanbischof Gebhard Fürst zu Ostern 2012 überreicht. Auf YouTube ist die Resonanz bisher nicht überragend: 874 Aufrufe in sieben Monaten, einer positiven Bewertung stehen 5 negative gegenüber.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Dialogprozess

  1. Frieden und Toleranz
  2. Kardinalstaatssekretär möchte mit Papst-Kritikern einen Dialog führen
  3. Pöbeln auf Twitter ist modern
  4. Kirche zu interreligiösem Dialog verurteilt
  5. Dialogprozess im Praxistest: Nur vier Familien bei Veranstaltung
  6. Meisner: Text des Diözesanrats im Widerspruch zur katholischen Lehre
  7. Müller zum Dialogprozess: Die Bischöfe haben keinen Spielraum!
  8. Komm, Heiliger Geist, der Reformen schafft...
  9. Ist im DBK-Dialogprozess Platz für 'römische' Katholiken?
  10. Verkündigung und Dialog







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier
  3. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  4. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  5. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  6. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  7. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  8. Medjugorje-Seher: "Ich bin nur ein Werkzeug"
  9. Nach Sperre: Au-pair-Plattform stimmt Vergleich mit christlichem Vater zu
  10. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus
  11. Papst-Telefonat mit Putin: Leo XIV. tief besorgt über humanitäre Lage in der ukrainischen Stadt Oles
  12. Leo XIV. will Südamerikareise offenbar antreten
  13. Papst wusste offenbar seit einem Monat von Krebsverdacht
  14. Weltmissionssonntag: Vatikan ermöglicht vollkommenen Ablass
  15. Englische Lebensschützerin Vaughan-Spruce plädiert ‚nicht schuldig‘ bei Anklage wegen stillen Gebets

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz