Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  2. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  3. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  4. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  5. Schisma auf leisen Sohlen
  6. Verheiratete Frauen sind (zunehmend) die glücklichsten von allen
  7. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  8. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  9. Papst Leo XIV. und die Zukunft der liturgischen Einheit der Kirche
  10. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  11. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  12. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  13. Goldenstein-Nonnen nach Romreise wieder in Salzburg eingetroffen
  14. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  15. Bericht des US-Justizministeriums: Regierung Biden hat traditionelle Christen intensiv durchleuchtet

Kopten kündigen Protestmarsch mit über einer Million Teilnehmern an

5. Mai 2011 in Weltkirche, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Man muss vorsichtig sein und darf kein vorschnelles Urteil abgeben“, so ein Missionar zum Fidesdienst. Er warnt davor, vorschnell zu schließen, dass sich in Ägypten ein interreligiöser Konflikt anbahne.


Kairo (kath.net/Fidesdienst) Verschiedenen koptische Bewegungen kündigten für Freitag, den 6. Mai einen Protestmarsch an, zu dem sie 1 eine Million Teilnehmer erwarten. Im Mittelpunkt steht der Erhalt der Markus-Kathedrale in Abbasseya. Am vergangenen Freitag hatten tausende Salafiten ein Sit-in vor der Kathedrale veranstaltet, bei dem sie die „Freilassung von Kamilia Shehata, Frau eines koptischen Priesters forderten, die nachdem sie ihren Mann verlassen hatte, zum Islam konvertiert und dann zu ihrer Herkunftsfamilie zurück gekehrt sein soll. Nach Aussage der Salafiten soll die Frau nun festgehalten werden und zur Rückkehr zu koptischen Religion gezwungen worden sein.

„Wir müssen vorsichtig sein und sollten kein vorschnelles Urteil abgeben. Man muss abwarten, wie die Situation sich entwickelt und dabei können wir keine mögliche Wendung ausschließen“, so der seit vielen Jahren in Ägypten tätige italienische Comboni Missionar, P. Luciano Verdoscia, der daran erinnert, dass „nach Ansicht von Beobachtern, die Zahl der Salafiten zwar nicht sehr groß ist, sie jedoch gerne laut auftreten“.


P. Verdoscia warnt auch davor, vorschnell zu schließen, dass sich in Ägypten ein interreligiöser Konflikt anbahnt. „Man muss sich vor Augen führen, dass das religiöse Empfinden in Ägypten immer sehr ausgeprägt war. Dies betrifft sowohl Muslime als auch Christen. Das spüren auch wir als aus dem Ausland kommende Ordensleute: man tendiert dazu sich in Ghettos abzusondern, in denen es sich gut lebt und wo man seinen eigenen Aktivitäten nachgehen kann. Was außerhalb der eigenen Gemeinschaft geschieht wird oft als eine Bedrohung gesehen, vor der man sich schützen muss. Natürlich lehrt uns die Geschichte, dass in einem solchen Kontext alles passieren kann, Denken wir nur an den Westen: es wurden religiöse Minderheiten verfolgt, es gab den Nationalsozialismus, usw. Deshalb müssen wir eine solche Logik überwinden.“

Im Hinblick auf einen möglichen neuen Weg, den die Studenten als Hauptakteure der ägyptischen Revolution auf dem Tahrir-Platz vorgezeigt haben, sagt P. Verdoscia: „Die Studenten vom Tahrir-Platz haben eine andere Logik. Das Problem dabei ist, dass sie sich vor allem mit telematischen Mitteln verständigen und damit jene 40% der Bevölkerung nicht erreichen, die in Armut und ohne Bildung leben. Diesen Menschen bleibt nur die eigene religiöse Identität und sie sind leicht zu beeinflussen. Gewiss, nicht alle lassen sich von extremistischen Predigern beeinflussen, doch rund 20-30% der Bevölkerung fühlt sich von extremistischen Reden angezogen und dies ist immer noch ein beträchtlicher Teil der Bevölkerung, der nicht unterschätzt werden darf.“

„Wie ich in bei anderen Gelegenheiten bereits betonte“, so P. Verdoscia abschließend, „werden die verschiedenen Probleme mit der Zeit ans Tageslicht gelangen und dies ist positiv, denn die Probleme müssen in umfassender Weise gelöst werden: man darf sich nicht nur mit bestimmten Problemen befassen und mit anderen nicht. Wir hoffen deshalb, dass Bildung und mehr wirtschaftlichen Wohlstand dazu führen werden, dass die Menschen anders denken. Die Studenten vom Tahrir-Platz, die aus besseren finanziellen Verhältnissen kommen und gebildet sind, denken bereits anders“.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kopten

  1. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  2. Kinofilm zum Schicksal der 21 christlich-koptischen Märtyrer in Libyen: Drehbeginn steht bevor
  3. Hausmeister in Ägypten wegen Tötung eines Priesters angeklagt
  4. Koptischer Papst-Patriarch Tawadros II. besucht Saudiarabien
  5. Kopten öffnen auch nach Attentat weiterhin ihre Kirchen
  6. Kopten-Papst weiht in den USA 68 neue Kirchen
  7. Koptische Kirche verbietet Mönchen das Twittern
  8. 25 Jahre koptisches Kloster in Höxter
  9. Ägypten: Zu Weihnachten Weihe der größten Kirche des Nahen Ostens
  10. Beisetzung der 21 koptischen Märtyrer steht bevor






Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Kardinal Marx und das öffentlich gewordene Geheimdekret
  3. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  4. Konsekrierte Hostien an Hunde verfüttert: Keine Konsequenzen im Bistum Chur
  5. Kardinal Marx unter Druck: Zwischen grober Fahrlässigkeit und dem Vorwurf der Vertuschung
  6. Back to the future: Durch den Traditionalismus zur Gendergerechtigkeit
  7. Schisma auf leisen Sohlen
  8. „Theologische Katastrophe“: Massive Kritik am Erprobungsband des neuen evangelischen Gesangbuchs
  9. Insider: Vatikan bereitet sich auf Folgen der Bischofsweihen der Piusbruderschaft vor
  10. Goldenstein-Nonnen doch in Rom? Propst in Sorge
  11. Goldenstein-Nonnen: Verstimmung um nun doch durchgeführte Romreise
  12. Was Kardinal Marx meint und was das Zweite Vatikanische Konzil lehrt
  13. Die Messe in der außerordentlichen Form kehrt nach Santa Maria Maggiore/Rom zurück
  14. Erzbischof Sheen warnte bereits 1965 vor falschem Mitgefühl
  15. „Es war, als sähe ich Jesus wirklich“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz