Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  4. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  12. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  13. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  14. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  15. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition

Auch Kopten in Deutschland befürchten Anschläge

4. Jänner 2011 in Aktuelles, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bischof Damian: Bundeskriminalamt hat deutsche Kopten vor Bedrohungen gewarnt – Internetdrohungen zum koptischen Weihnachtsfest


Alexandria/Höxter (kath.net/idea) – Nicht nur in Ägypten, sondern auch in Deutschland fürchten koptisch-orthodoxe Christen um ihre Sicherheit. Das Bundeskriminalamt habe Priester vor Bedrohungen gewarnt, teilte der koptische Bischof für Deutschland, Anba Damian (Höxter), mit.

Im Internet gebe es Hinweise auf geplante Anschläge in der Nacht vom 6. auf den 7. Januar, also in der orthodoxen Weihnachtsnacht. Nach Informationen der Berliner Zeitung Tagesspiegel werden auf einer Internetseite, die Sympathisanten des Terrornetzwerks El Kaida zuzurechnen ist, Anschläge auf Weihnachtsfeiern der Kopten in Frankfurt am Main und Lehrte bei Hannover angedroht. In Deutschland leben rund 10.000 Kopten. Der blutige Anschlag auf eine koptisch-orthodoxe Kirche in der nordägyptischen Hafenstadt Alexandria in der Neujahrsnacht mit 21 Toten und fast 100 Verletzten hat weltweit Entsetzen ausgelöst. Die wütenden Proteste der christlichen Minderheit in Ägypten richten sich vor allem gegen mangelnden staatlichen Schutz.

Unter deutschen Politikern wird diskutiert, ob es in der Entwicklungshilfe Sanktionen gegen Staaten geben sollte, in denen Christen verfolgt werden. Dafür hat sich der Parlamentarische Geschäftsführer der CSU-Landesgruppe im Bundestag, Stefan Müller, ausgesprochen. Anderer Meinung ist der Vorsitzende der Unionsfraktion, Volker Kauder (CDU). Druck müsse vielmehr auf dem Weg des Dialogs ausgeübt werden, sagte er im Deutschlandfunk. Deutschland müsse das Problem der Christenverfolgung weiter international in den Blickpunkt rücken. Kauder forderte zudem den Zentralrat der Muslime in Deutschland auf, sich deutlich von religiös motivierten Gewaltraten zu distanzieren.


Volker Beck, Fraktionsgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag, rief Ägypten und andere Staaten auf, „dem Ungeist religiöser Intoleranz wirksam entgegenzutreten“. Beck plädierte in der Frankfurter Rundschau dafür, staatliche Vereinbarungen zur Entwicklungspolitik an Bedingungen hinsichtlich der Menschenrechtslage zu knüpfen. Der ägyptische Staatspräsident Mubarak rief alle Ägypter, gleich welcher Religionszugehörigkeit, zur Geschlossenheit in der Bekämpfung des Terrorismus auf. Muslimische Würdenträger traten zusammen mit dem koptisch-orthodoxen Patriarchen Schenuda III. für Frieden ein.

25 Personen vorläufig festgenommen

Nach dem Anschlag in Alexandria sind etwa 25 Personen vorübergehend festgenommen worden; ein konkreter Tatverdacht ergab sich bisher aber nicht. Beobachter vermuten, dass es sich bei den Tätern um muslimische Extremisten handelt, die mit dem Terrornetzwerk El Kaida in Verbindung stehen könnten. Am 1. Januar war eine halbe Stunde nach Mitternacht eine Autobombe vor der koptischen Markus- und Petrus-Kirche explodiert, als etwa 1.000 Besucher einen Gottesdienst verließen. 21 Personen wurden getötet und mindestens 96 verletzt. Danach entlud sich die Wut der Betroffenen in Attacken gegen die Sicherheitskräfte, die Kirchen schützen sollen. Hunderte Demonstranten warfen Steine gegen Polizisten, die mit Tränengas und Gummigeschossen reagierten. Die Toten wurden am selben Tag im Kloster Marmina in einem Vorort von Alexandria beigesetzt. Patriarch Schenuda III. leitete das Begräbnis in Anwesenheit von rund 5.000 Trauernden.

Immer wieder Gewalt gegen Christen

In Ägypten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen extremistischen Muslimen und der christlichen Minderheit. Vor knapp einem Jahr waren im oberägyptischen Nag Hammadi am orthodoxen Weihnachtsfest, dem 6. Januar, acht Kopten und ein muslimischer Wachmann erschossen worden. 2006 prallten in Alexandria mehrere Tage lang Kopten und Muslime aufeinander, nachdem ein Christ erstochen worden war. Von den rund 83 Millionen Einwohnern des Lands sind 87 Prozent Muslime und 10 Prozent orthodoxe Kopten. Außerdem gibt es kleinere Gruppen von Katholiken und Protestanten. Die koptisch-orthodoxe Kirche entstand im ersten Jahrhundert und ist damit eine der ältesten der Welt.

ÖRK: Abscheulicher Anschlag

Kirchenführer in aller Welt haben den jüngsten Anschlag verurteilt. Papst Benedikt XVI. bezeichnete ihn als „niederträchtige Geste des Todes“. Der Generalsekretär des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK), Olav Fykse Tveit (Genf), sprach von einem „abscheulichen Anschlag auf unschuldige Gottesdienstbesucher“. Der ÖRK repräsentiert 349 evangelische, orthodoxe und anglikanische Kirchen mit zusammen rund 560 Millionen Mitgliedern. Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch (Freiburg), und der EKD-Ratsvorsitzende, Präses Nikolaus Schneider (Düsseldorf), verurteilten ebenfalls den Anschlag in Ägypten. Schneider sagte laut Presseberichten, 2011 dürfe kein Jahr der Christenverfolgung werden.

“Zur Diskussion im Forum: Koptische Kirche“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ägypten

  1. Papst gedenkt der Opfer von Kirchenbrand in Ägypten
  2. Ägypten: Mindestens 41 Tote bei Brand in koptischer Kirche in Kairo
  3. Ägypten legalisiert 1.800 kirchliche Gebäude
  4. Ägypten: „Ich habe Mitleid mit den Tätern“
  5. Bedeutendes frühchristliches Heiligtum in Kairo restauriert
  6. Keine Angst vor Corona
  7. Ägypten: Wegen Pandemie keine öffentlichen Ostergottesdienste
  8. Ägypten: Bisher knapp 1.200 Kirchen "legalisiert"
  9. Katharinenkloster auf der Sinai-Halbinsel besser zu erreichen
  10. Ägypten: Regierung legalisiert weitere christliche Kirchengebäude






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  6. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  9. Die Stunde der Heuchler
  10. Papst Leo XIV.: 'Abtreibung ist der größte Zerstörer des Friedens'
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  13. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Ist Jesus der Herr?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz