Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  2. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  6. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  7. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  8. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  9. Beschließen ohne zu entscheiden?
  10. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  11. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  12. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  13. Die Nazi-Projektion
  14. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  15. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an

'De bello Germanico': Schweizer Ex-Nuntius wettert gegen Papst

5. März 2010 in Aktuelles, 20 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Karl-Josef Rauber arbeitet seine Vergangenheit als Nuntius auf und verstößt öffentlich gegen das päpstliche Schweigegebot "Sub secreto pontificio" im Zusammenhang mit Bischofsernennungen


Rom (www.kath.net)
In einem feurigen Interview, das in der letzten Ausgabe der italienischen Zeitschrift „Il Regno“ erschienen ist, hat sich der deutsche Erzbischof Karl-Josef Rauber, bis vor kurzem Apostolischer Nuntius in Belgien und Luxemburg, mit starker Kritik gegen seinen Vorgesetzten und deutschen Mitbürger Joseph Ratzinger gewandt.

„Für jemanden, der den Beruf ausgeübt hat, der Botschafter des Papstes zu sein, ist das keine Kleinigkeit“, meint dazu der erfahrene Vatikanist Sandro Magister, der in der italienischen Zeitschrift „L'Espresso“ einen Kommentar dazu verfasst hat.

Seiner Ansicht nach hat die Kritik Raubers am Papst tiefere Wurzeln; sie geht noch auf die Zeit zurück, als Ratzinger Professor in Regensburg war und Rauber von ihm eingesetzt wurde, für ihn als Vermittler mit Rom tätig zu sein. Erzbischof Raubers Ansicht nach habe Ratzinger damals schon seine konservative Haltung eingenommen.


Die Situation habe sich verschlimmert, als Rauber Nuntius in der Schweiz wurde. Er beklagt sich in dem Interview, dass der damalige Kardinalpräfekt der Glaubenskongregation ihn „vier mal“ beim Staatssekretariat denunziert habe, weil er in der Öffentlichkeit die Disziplin des Zölibates kritisiert und schlecht über einige Bischöfe gesprochen hatte.

Sein jüngster Protest gegen den Papst hat jedoch einen anderen Grund, nämlich die Nominierung des neuen Erzbischofs von Malines-Brüssel, André Léonard, der als konservativ gilt und Nachfolger des progressiven Godfried Danneels ist. Rauber behauptete auch, Léonard habe sich nicht im Dreiervorschlag befunden, den er noch als Nuntius von Belgien in Rom unterbreitet hatte.

Er sei weder in einem ersten Dreiervorschlag noch in einem zweiten vorgekommen. Seiner Ansicht nach wäre Léonard „überhaupt nicht geeignet“ für Brüssel, wo Rauber viel lieber einen der Weihbischöfe von Kardinal Danneels als Nachfolger gesehen hätte. Also habe Papst Benedikt XVI. persönlich seinen Willen durchgesetzt und Léonard seinen Kandidaten vorgezogen, ohne zu beachten, dass viele in Belgien, sogar König Albert II., ihn nicht mögen. Mit dieser Äußerung dürfte Rauber sogar gegen das päpstliche Schweigegebot "Sub secreto pontificio" im Zusammenhang mit Bischofsernennungen verstoßen haben.

Erzbischof Rauber wurde von der belgischen Regierung im Jahr 2009 fast als „persona non grata“ bezeichnet, als der Papst am Beginn seiner Afrikareise den Gebrauch von Präservativen verurteilte. Er erinnert sich im Interview an diesen Moment, erklärt aber nicht, ob er damals mit dem Papst einverstanden war oder nicht.

Im Interview spricht Rauber auch darüber, wie ihm Kardinal Angelo Sodano als damaliger Staatssekretär und als sein direkter Vorgesetzter das Leben schwer gemacht hatte. Als er die Nominierung eines ultrakonservativen Schweizer Bischofs kritisierte, habe ihn Sodano "bestraft", indem er ihn nach Ungarn schickte.

Rauber gibt in dem Interview auch ein paar eigene Fehler zu, nämlich als er einmal in der Schweiz (Diözese Basel) und einmal in Ungarn (Militärordinariat) zwei Bischöfe ernannt hatte, die sich dann mit einer Frau davonmachten.

In Basel konnte er später die Sache wieder gut machen, als er danach einen neuen Bischof ernannte, den Ratzinger erst nicht wollte, aber ihn schließlich akzeptierte. Dieser Bischof heißt Kurt Koch und hat sich als eine „exzellente Person“ herausgestellt.

Sandro Magister behauptet auch, dass der selbe Papst Benedikt XVI. Bischof Kurt Koch bald nach Rom als Nachfolger von Kardinal Walter Kasper rufen könnte, um als Präsident dem Päpstlichen Rat für die Einheit der Christen vorzustehen.

Foto: (c) Wikipedia/Carolus


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Vatikan

  1. US-Botschafter am Heiligen Stuhl, Burch: „Die moralische Autorität der Kirche ist unübertroffen“
  2. Norwegischer Bischof Varden: Der hl. Bernhard von Clairvaux „war und ist faszinierend“
  3. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  4. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  5. Vatikan prüft Teilnahme an Trumps Friedens-Rat für Gaza
  6. Kurienerzbischof Gallagher: Leihmutterschaft ist eine „neue Form des Kolonialismus“
  7. „Synoden sind gute, nützliche Instrumente zur Entwicklung praktischer pastoraler Strategien, aber…“
  8. Vatikan hebt Pfarraufhebungen in US-Diözese Buffalo auf
  9. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  10. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung







Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Brasilianischer Erzbischof droht Teilnehmern an der Alten Messe Exkommunikation an
  6. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  7. Ein Gott, der nichts mehr verlangt
  8. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  11. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  12. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  13. Die Nazi-Projektion
  14. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  15. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz