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Into the Wild

10. November 2008 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Der gläubige Regisseur Sean Penn erzählt in ruhigen, stellenweise meditativen, Bildern großartiger Natur- und Gesichtslandschaften, die aufwühlende und wahre Geschichte eines jungen Amerikaners - Eine Filmbesprechung von Franziskus v.Ritter-Groeneste


München (kath.net/idea)
Hier ist ein Film, den es sich unbedingt lohnt auf DVD anzusehen. Eigentlich müßte er Into the Light heissen. Der gläubige, wenn auch nicht christliche Regisseur Sean Penn erzählt hier in ruhigen, stellenweise meditativen, Bildern großartiger Natur- und Gesichtslandschaften, die aufwühlende und wahre Geschichte eines jungen Amerikaners, Chris McCandless, der sich selbst den Supertramp nennt.

Der junge Mann begibt sich auf eine spirituelle Reise, die ihn, frisch graduiert, mit allerbesten Noten versehen, doch in die ungezähmte Wildnis Amerikas hinausführt, an einen Ort jenseits von Raum und Zeit, um „der zu werden, der er ist“, wie Penn es formuliert. Erfolg und Karriere reizen Chris nicht. Als ihm seine Eltern zum bestandenen Examen ein neues Auto schenken wollen, verweigert er sich ihnen. Für ihn sind Erfolg und Karriere nur eine Illusion der Gesellschaft. Sein alter Datsun genügt ihm voll und ganz.


Chris McCandless ist von einer Radikalität, die, aufwühlt. Als er zu Beginn seiner Reise, seine Ersparnisse, 25.000 Dollar, spendet und sein Bargeld verbrennt, quasi als symbolischen Bruch mit Zivilisation und Elternhaus, da wird es meinem sechzehnjährigen Sohn zuviel und er verläßt fluchtartig das Zimmer. Wie man so handeln kann, ist im unbegreifbar.

Chris hält uns in seinem Durst nach unverdorbenen, genuinen Leben immer wieder das Spiegelbild eigener Mittelmäßkeit vor. Manchmal ist das schwer zu ertragen, manchmal von schöpferischer Größe.

Seine Reise, weil wahrhaftig, wird immer wieder zur Gottesbegegnung für ihn, aber auch für andere. Da gibt es das alte Hippie Paar Jan und Rainey. Ihre Begegnung wird für die beiden zu einer Art Jesustrip. Ganz erstaunt fragt Rainey Chris „Bist du Jesus?“. Chris lacht, denn den Jesusbart trägt Rainey, nicht er. Doch Chris führt die beiden allein durch sein Da-Sein wieder zusammen und in ihrer Begegnung geschieht Heilung alter traumatischer Wunden.

Später, in der Wüste, etwas abseits des badenden Lustvolkes, zivilisationsmüder Aussteiger, führt Chris einen alten, einsamen Mann, Ron Franz, auf einen Berg. Und Ron führt ihn zu Gott. Mit der Vergebung, sagt er, „kommt das Licht“. Im selben Moment bricht die Sonne durch die Wolken und Chris ist geplättet. Wow!

Chris trägt auch ein Trauma mit sich herum. Es sind die Eltern, denen er vergeben muß. Doch das muß er erst lernen. Auf dem Berg, neben dem alten Mann, kommt er der Vergebung ein gutes Stück näher.

Dann, am Ziel seiner Reise, hoch im Norden Alaskas, jenseits von Fairbanks, in dem einschüchternd gigantischen Denali National Park, findet er einen alten von der Flut fortgetragenen grünen Bus in mitten von Nirgendwo. Er wird zu seinem letzten Hafen auf Erden. Von Hunger entkräftet, aber innerlich vom Glück erfüllt, eins mit sich und Gott, hat er offensichtlich das Ziel seiner Reise erreicht, sein Heil. In diesem Stadium ist die Rückkehr in die alte Welt versperrt. Der Bach von einst ist jetzt ein reißender Strom, undurchquerbar und tief. Panik erfasst ihn. Vor ihm liegt der Weg zu einer neuen, unbekannten, aufregenden Welt. Es ist der Weg nach Hause, nach Hause ins Licht. Und so endet der Film: Ein Lächeln im Licht.




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