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Schweiz: Wenn Teenager heimlich abtreiben

30. Juli 2008 in Schweiz, keine Lesermeinung
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Die Eltern einer 14-Jährigen reagierten entsetzt: "Mit uns hätte man reden können." Doch Spital, Beratungsstelle und Krankenkasse sind da anderer Ansicht. Ein Bericht von Christoph Keel.



Zug (kath.net)
Was Abtreibungsgegner schon vor der Fristen"lösungs"abstimmung immer wieder feststellten, wird jetzt zunehmend publik: Teenager treiben ohne Wissen und Einwilligung der Eltern ab. Sie werden dabei staatlich unterstützt.

Die Berner Zeitung (BZ) berichtet in Ihrer Ausgabe vom 15. Juli 2008 von einem konkreten Fall einer 14-jährigen im Spitalzentrum Biel. Das Bundesamt für Statistik gab für das Jahr 2007 122 Abtreibungen an Mädchen unter 16 Jahren an, aber lediglich 11 Geburten für das Jahr 2006 in derselben Altersgruppe (die Zahlen zu Geburten für 2007 sind demnächst erhältlich). Niemand weiss, wie viele dieser 122 Mädchen ohne Wissen der Eltern und unter "gütiger" Mithilfe staatlicher Beratungsstellen abtreiben.

Autofahren und Alkoholverkauf an unter 16-jährige sei verboten, nicht hingegen Abtreiben, meint die BZ in der Einleitung zu einem Artikel unter dem Titel "Wenn Kinder abtreiben". Im vorliegenden Fall hatte eine 14-jährige mit der Komplizenschaft einer Beratungsstelle und der Krankenkasse abgetrieben. Aus einem nicht näher beschriebenen Grund ist die Sache jedoch "aufgeflogen".

Die Eltern sind entsetzt und drücken sich so aus (Zitat BZ):" 'Das darf doch nicht wahr sein', empört sich die Mutter. 'Mit uns hätte man reden können', sagt der Vater. Dass ihnen das Spital auch jetzt, wo sie von dem Schwangerschaftsabbruch ihrer Tochter wissen, keine Informationen etwa über die Nachbetreuung ihrer Tochter gibt, verstehen die beiden nicht."

Der stellvertretende Kantonsarzt Thomas Schochat zeigt sich erstaunt darüber, dass die Erziehungsberechtigten nicht einbezogen wurden, juristisch sei das hingegen korrekt. Bestätigt wird er von Carlo Tschudi, Vorsteher des Rechtsamts der kantonalen Gesundheits- und Fürsorgedirektion. "Der Entscheid für oder gegen ein Kind betrifft die psychische und physische Integrität eines Menschen, ist also höchstpersönlich und deshalb zu respektieren – auch bei Minderjährigen".

Selbstverständlich müsste der Jurist bereits an dieser Stelle mindestens von der physischen Integrität zweier Menschen sprechen... Das scheint jenseits seines Horizontes zu liegen. Weiter meint er, die Urteilsfähigkeit müsse festgestellt werden.

Das wiederum unterstreicht auch die Leiterin der Familienplanungsstelle des Spitalzentrums Biel, Béatrice Frei. Sie gibt zu, dass die Verarbeitung einer Abtreibung für einen Teenager gar nicht einfach sei: (Zitat BZ) " 'Das Mädchen muss sich darüber klar werden, ob es ungewollt schwanger ist und ob seine Notlage so gross ist, dass es sich später den Abbruch verzeihen kann' [...] 'Ich habe noch nie einen Fall erlebt, in dem ein Mädchen den Abbruch alleine bewältigte.' Sie würden die Mädchen auch immer motivieren, 'die Eltern oder eine andere nahestehende Person einzuweihen' ".

Der geneigte Lesende denkt: Angesichts des Versicherungsobligatoriums und der Tatsache, dass normalerweise in diesem Alter der Selbstbehalt von den Eltern bezahlt wird, fliegt die Sache spätestens beim Eintreffen dieser Rechnung auf. Dem widerspricht Frei und meint: (Zitat BZ) " 'Bei jenen Mädchen, deren Eltern nichts von der Abtreibung wissen dürfen, gibt es Vereinbarungen mit der Krankenkasse.' " Das heisst, den Selbstbehalt übernimmt so weit wie möglich die Jugendliche. Wenn sie über keine Mittel verfügt, springen andere Stellen ein."

Dass es sich hier um eine totale Missachtung der Elternrechte handelt, ein regelrechtes Aushebeln von deren Erziehungsautorität, schreibt die Berner Zeitung nicht. Offenbar finden solche Praktiken systematisch statt. Unsere Informationen ergeben sogar: In Weiterbildungen von Beraterinnen der Familienplanungsstellen ist die Frage, wie an einem Mädchen eine Abtreibung ohne Wissen und Einwilligung der Eltern durchgeführt werden kann, ein ausführliches Thema...

Christoph Keel ist Sekretär von Human Life International, Schweiz


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