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Super Thursday

18. Juli 2008 in Jugend, keine Lesermeinung
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KATH.NET-Generation-Benedikt-Blog aus Sydney - Donnerstag: Die Willkommensfeier mit dem Heiligen Vater war für viele von uns die eigentliche Eröffnungsfeier des XXIII. Weltjugendtags


Sydney (kath.net)
Weltjugendtage ohne Papst sind keine Weltjugendtage. So war denn auch die Willkommensfeier mit dem Heiligen Vater heute für viele von uns die eigentliche Eröffnungsfeier des XXIII. Weltjugendtags hier in Sydney. Der Donnerstag war von den Zeitungen in Australien als „Super Thursday“ angekündigt worden. Und die Leser von „The Daily Telegraph“, „The Sydney Morning Herald“ und „The Australian“ wurden nicht enttäuscht. Selbst überkritische Beobachter gestehen der katholischen Kirche eine Stärke zu: die Schönheit des Ritus, die Würde der Messfeier und die Fähigkeit zur im Medienzeitalter nicht unwichtigen Inszenierung der eigenen Religion.




Weltjugendtage sind wie Festivals dieser Kultur des gesunden Feierns. In kongenialer Zusammenarbeit mit dem Heiligen Petrus als Wetterzuständigem des Himmels hatten die Organisatoren des Weltjugendtags gleich zu Beginn die große Pauke gewählt: Papst Benedikt XVI. fuhr auf einem Kreuzfahrtsschiff in den Hafen von Sydney ein, passierte das weltberühmte Opernhaus am Circular Quay, die monumentale Harbour Bridge als Eingangstour nach Australien, bevor er anschließend nahe dem wunderschönen Darling Harbour von Hunterttausenden Jugendlichen begeistert empfangen wurde. Noch auf dem Schiff erhielten viele Jugendliche die Gelegenheit, mit dem Heiligen Vater zu sprechen. All das wurde auf dem Gelände der Willkommensfeier live auf Leinwand übertragen. Als der Papst endlich am Pier anlegte und im Papamobil durch die Menge der seit Stunden wartenden Jugendlichen fuhr, war klar: Jetzt ist zusammen, was zusammengehört. Der deutsche Papst zeigte sich sichtlich bewegt. Er grüßte die Gäste aus aller Welt in der jeweiligen Sprache und erhielte lang anhaltende Sprechchöre als Antwort. Kardinal Pell drückte kurz und bündig aus, was viele von uns auf dem Feld dachten: „Holy Father, you are among friends.“


Der Papst begann dementsprechend seine Predigt mit der Ansprache „My dear young friends“ und wählte auch sonst einen Ton und eine Sprache, welche die meisten von uns trotz aller Müdigkeit ansprach. Jedenfalls war die Konzentration, den Papst über die Lautsprecher akustisch und im Hirn faktisch zu verstehen, geradezu mit Händen zu greifen. Ruhe und Stille herrschten auf dem ehemals umtriebigen Industriegelände von Barangoroo. Es sprach der Nachfolger Petri, der Heilige Vater. Und er hatte etwas zu sagen. Zielstrebig machte er sich daran, das inhaltliche Programm unserer Pilgerreise zum Weltjugendtag zu skizzieren. Er sehe vor sich „ein lebendiges Bild der Weltkirche“. Die Lebendigkeit scheint für den Heiligen Vater vor allem im Willen zur Mission, zum Apostolat, zur Weitergabe des Glaubens zu bestehen. Er knüpfte an die Geschichte der Mission Australiens an um uns mit auf den Weg zu geben, dass es auch heute junger und engagierter Misssionare, authentischer Träger des Wortes Gottes, bedarf.

Der Papst erinnerte an die Tatkraft der vielen Lehrer, welche die Jugendlichen bereits auf ihrem jeweiligen Lebensweg begleitet hätten, um sich anschließend explizit selbst einzureihen: „Jetzt bin ich an der Reihe.“ Oberlehrerhaft wirkte er dabei nicht. So schwärmte er von den Eindrücken seiner Anreise ohne zu verbergen, dass der Gedanke an eine solch lange Reise ihm als etwas bevorstand, „das einem den Mut nehmen kann.“ Er verknüpfte seine Beobachtungen der Reise mit einem Bekenntnis zur Schönheit des Kontinents und Umwelt Australiens nicht ohne Hintergrund. Klar benannte er die Hintergründe der fortschreitenden Umweltzerstörung: Geiz, Gier und maßloser Konsum.

Er warnte vor den Gefahren des Relativismus, der im Grunde eine Trennung der Freiheit und Toleranz von der Wahrheit sei. Sehr lebensnahe kritisierte der Dogmatik-Professor, dass Relativismus im Alltag darin bestehe, dass „Erfahrung zum alleinigen Kriterium erhoben“ werde. Wahrhaft junge Menschen dagegen müssten Zeugen der Wahrheit sein, auch wenn gelte: „Die Aufgabe des Zeugen ist nicht leicht.“



Das wussten auch viele von uns auf dem Feld. Auch wenn die ausgelassene Stimmung etwa bei den Konzerten im Anschluss an die Hauptveranstaltungen des Weltjugendtags Begeisterung hervorruft: Für viele von uns war gerade der Wunsch, Kraft und Mut für das ganz persönliche Glaubensleben zu tanken, ein Motiv die lange und kostenspielige Reise zum Weltjugendtag anzutreten.
Es mag die wenigsten verwundern, aber wir sind froh, schon am Donnerstag der Weltjugendtagswoche sagen zu können: Es hat sich gelohnt.

Generation Benedikt: www.generation-benedikt.de

Aktuelle Fotos von der "Generation Benedikt" auch
auf www.kathtube.com

Der KATH.NET-Generation-Benedikt-Blog aus Australien:

Tag 1: Australien liegt tatsächlich am Ende der Welt
Tag 2: 6 more days to go!
Tag 3: Wenn das berüchtigte 'Weltjugendtagsfeeling' aufkommt!
Tag 5: Nur der Papst fehlt noch!



Foto: (c) WYD2008.org


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