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Eine klare Ansage

17. Juli 2008 in Jugend, keine Lesermeinung
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Papst Benedikt XVI. gibt zu Beginn des Weltjugendtags den Hunderttausenden jungen Pilgern ein anspruchsvolles Programm mit auf den Weg - Von KATH.NET-Korrespondent Nathanael Liminski aus Sydney / Australien


Sydney (www.kath.net)
Papst Benedikt XVI. hat im Rahmen der offiziellen Willkommensfeier am Donnerstag seinen Besuch auf dem XXIII. Weltjugendtag in Sydney begonnen. Der Heilige Vater fuhr ähnlich der Willkommensfeier beim letzten großen Weltjugendtag in Köln im Jahr 2005 auf einem Schiff in Barangoroo Darling Harbour ein – und wurde von Hunderttausenden jungen Menschen begeistert empfangen.

Nach einer kurzen Papamobil-Fahrt Benedikts durch die Mengen der seit Stunden wartenden Jugendlichen begrüßte George Kardinal Pell den Heiligen Vater im Namen der Katholiken Australiens. Er erinnerte an die Geschichte der katholischen Kirche im „Land unter dem südlichen Kreuz“, wie der Kontinent früher genannt wurde. Pell rief Worte des ersten australischen Erzbischofs Moran in Erinnerung, der im September 1884 von Tausenden Gläubigen im Hafen empfangen worden war.

Damals meinte Erzbischof Patrick Francis Moran: „In Australien habe ich dieselbe Frömmigkeit, dieselbe Liebe zur Religion, dieselbe Großzügigkeit und dieselbe Opferbereitschaft gefunden wie in Europa.“ Nach dem heutigen Empfang für den Heiligen Vater wird sich der alte Kontinent fragen müssen, ob er in weiten Teilen mit der Freude mithalten kann, die für die Pilger in Sydney scheinbar eine Selbstverständlichkeit aus dem Glauben heraus zu sein scheint.

Ebenso verhält es sich mit der Treue zum Heiligen Vater. Pell ließ es an Deutlichkeit nicht fehlen: In ihrer kurzen Geschichte seien die Australier immer starke Unterstützer der Päpste gewesen und daran wolle man festhalten. Ein derartiges Bekenntnis zum Heiligen Vater ist in Europa nicht allenthalben selbstverständlich. Das Bekenntnis Pells galt nicht nur dem seit Amtsantritt scheinbar ungebrochen beliebten Benedikt XVI., er weitete es explizit auf den Vorgänger „Johannes Paul den Großen“ aus. An dessen zwei Besuche in Australien erinnere man sich gerne und gedenke seiner mit tiefer Bewunderung. Der 67-jährige Erzbischof von Sydney schloss seine Ausführungen mit den bewegenden Worten: „Heiliger Vater, Sie sind hier unter Freunden.“


Auch der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz, Erzbischof Philip Wilson, brachte seine Freude zum Ausdruck, dass nach dem Besuch von Paul VI. 1970 und den zwei Besuchen Johannes Pauls II. nun der vierte Besuch des Stellvertreters Christi im jungen Australien begonnen habe. In der Präsenz des Heiligen Vaters würden die australischen Katholiken ihren Glauben sowie ihre Hinwendung zu Christus und seiner Kirche erneuern.



Papst Benedikt XVI. nutzte im Rahmen des Wortgottesdienstes seine Predigt, um sich für das herzliche Willkommen zu bedanken. Anschließend ging er zielstrebig dazu über, das Programm für die Pilgerreise der jungen Besucher des Weltjugendtags zu skizzieren. Er sehe vor sich „ein lebendiges Bild der Weltkirche“. Die Lebendigkeit scheint für den Heiligen Vater vor allem im Willen zur Mission, zum Apostolat, zur Weitergabe des Glaubens zu bestehen. Er knüpfte an die Geschichte der Mission Australiens an um den jungen Zuhörern mit auf den Weg zu geben, dass es auch heute junger und engagierter Misssionare, authentischer Träger des Wortes Gottes, bedarf.

Der Papst erinnerte an die Tatkraft der vielen Lehrer, welche die Jugendlichen bereits auf ihrem jeweiligen Lebensweg begleitet hätten, um sich anschließend explizit selbst einzureihen: „Jetzt bin ich an der Reihe.“ Insgesamt fiel auf, dass der vom SPIEGEL als „Professor Papst“ titulierte Kirchenoberhaupt eine einfache, mitunter gar kindliche Sprache anschlug. Dabei integrierte er auch persönliche Gefühle und Gedanken. So schwärmte er von den Eindrücken seiner Anreise ohne zu verbergen, dass der Gedanke an eine solch lange Reise ihm als etwas bevorstand, „das einem den Mut nehmen kann.“ Er verknüpfte seine Beobachtungen der Reise mit einem Bekenntnis zur Schönheit des Kontinents und Umwelt Australiens, das vor allem bei den australischen Zuhörern auf begeisterten Empfang stieß.

An seine früheren Worte an die Jugend anknüpfend warnte der Pontifex vor den Gefahren des Relativismus, der im Grunde eine Trennung der Freiheit und Toleranz von der Wahrheit sei. Sehr lebensnahe kritisierte der Dogmatiker, dass Relativismus im Alltag darin bestehe, dass „Erfahrung zum alleinigen Kriterium erhoben“ werde.

Wahrhaft junge Menschen dagegen müssten Zeugen der Wahrheit sein, auch wenn gelte: „Die Aufgabe des Zeugen ist nicht leicht.“

In seinen abschließenden Worten begrüßte der deutsche Papst explizit auch die deutschen Pilger und freute sich erkennbar an den deutlich vernehmbaren Jubelrufen der 6.000 aus seiner Heimat angereisten Jugendlichen.



Der Papst scheint näher an der konkreten Lebenssituation zu sein als mancher Kommentar denken mag.

Gerade mit Blick auf die deutschen Jugendlichen hat das Geltung. So sagte er ihnen voraus, dass sie als mutige Zeugen ihres Glaubens auf Widerspruch stoßen würden und das Kreuz der Ablehnung erfahren würden. Ermutigung sei im sicheren Beistand Gottes zu sehen.

Diese Worte des Papsts gleich zu Beginn des XXIII. Weltjugendtags dokumentieren, dass er die begeisterten Pilger nicht zu naivem Idealismus oder gutmenschlicher Träumerei einladen, sondern auf das mitunter mühsame Mittun am Aufbau einer Zivilisation der Liebe vorbereiten will. Eine klare Ansage.

Von Nathanael Liminski aus Sydney / Australien

KathTube: Die Predigt von Papst Benedikt




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