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Die große Wallfahrt nach Levoca

5. Juli 2008 in Österreich, keine Lesermeinung
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Kardinal Schönborn feiert Messe bei größter slowakischer Wallfahrt - Hunderttausende Gläubige werden am Sonntag zur traditionellen Pilgerfahrt in Levoca erwartet.


Pressburg (www.kath.net/PEW) Kardinal Christoph Schönborn leitet am Sonntag, 6. Juli, um 10 Uhr den Abschlussgottesdienst der diesjährigen Wallfahrt nach Levoca in der Slowakei. Die Marienwallfahrt auf den Marienberg oberhalb der Stadt ist die größte Wallfahrt der Slowakei. Jährlich kommen Anfang Juli hunderttausende Gläubige in den ostslowakischen Pilgerort, der in einer Reihe mit den bedeutendsten europäischen Marienwallfahrtsorten Lourdes, Fatima, Mariazell, Loreto und Tschenstochau zu nennen ist.

Den großen Wallfahrtsgottesdienst wird Kardinal Schönborn gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Slowakischen Bischofskonferenz, Bischof Frantisek Tondra, feiern. Der heutige Diözesanbischof von Spis (Zips) war in den Jahren vor der „Wende“ Pfarrer in Levoca. Gemeinsam mit dem Wiener Erzbischof wird als Zeichen der mitteleuropäischen Verbundenheit der Marienorte auch eine Delegation aus dem niederösterreichischen Wallfahrtsort Kleinmariazell mit Diakon Prof.Franz Eckert an der Spitze in die Slowakei pilgern. Bischof Tondra hatte Kleinmariazell zuletzt im November aus Anlass der Erhebung der Wallfahrtskirche zur „Basilica Minor“ besucht.


Bereits seit dem 29. Juni haben sich Wallfahrer in Levoca gesammelt. Weitere Gottesdienste leiten am Samstag und Sonntag auch der Bischof von Leiria-Fatima, Antonio Marto, der Metropolit der griechisch-katholischen Kirche in der Slowakei und Eparch von Presov, Milan Babjak, der slowakische Militärbischof Frantisek Rabek sowie Weihbischof Stefan Secka (Spis). Dem Gottesdienst mit Kardinal Schönborn am Sonntagvormittag geht ab 1.30 Uhr eine Gebetsnacht mit Jugendlichen voran.

Hunderttausende Pilger auch während des Kommunismus

Die Wallfahrt von Levoca hat eine jahrhundertealte Tradition, die auf die Zeit des ungarischen Königs Bela IV. im 13. Jahrhundert zurückgeht. Nach seiner Niederlage gegen die mongolischen Heere wurde das Land verwüstet und entvölkert. Fast die Hälfte der Bewohner dürfte den Tod gefunden haben. Jene Menschen, die sich in die Wälder geflüchtet hatten, schmückten Bäume mit Marienbildern. Auf diese Weise entstand der Marienort.

Im Jahr 1470 baute man die ursprüngliche Wallfahrtskapelle zu einer kleineren gotischen Kirche um. Dort wurde eine Marienstatue verehrt, die bis heute das zentrale Symbol der Wallfahrt von Levoca ist. Später entstanden in der Stadt, die auf deutsch Leutschau und auf ungarisch Löcse genannt wurde, kostbare sakrale Kunstwerke wie der monumentale gotische Schnitzaltar des Meisters Paul von Leutschau in der Jakobskirche, mit 18,6 Metern der höchste gotische Altar der Welt. Auf dem Marienberg wurden im Laufe der Jahrhunderte mehrere Kirchen errichtet, die immer wieder zerstört wurden. Die bestehende Kirche im neogotischen Stil stammt aus den zwanziger Jahren.

Auch in der kommunistischen Zeit hatte die Wallfahrt große Bedeutung. Obwohl die kommunistischen Behörden durch administrative Schikanen und Verkehrsbehinderungen versuchten, den Pilgerstrom einzudämmen, kamen - insbesondere in den achtziger Jahren - oft bis zu 250.000 Gläubige nach Levoca. Denn Levoca hat nicht nur kirchliche, sondern auch hohe nationale Bedeutung, weil die Stadt in der Zips in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Zentrum der slowakischen Nationalbewegung war.

Nach dem Ende des Kommunismus fand 1991 in Levoca die größte Wallfahrt in der Geschichte der Slowakei statt. Nahezu eine halbe Million Gläubige nahm an der traditionellen Pilgerfahrt teil. 1995 feierte Johannes Paul II. im Rahmen seines Slowakei-Besuches in Levoca einen Wallfahrtsgottesdienst mit 300.000 Gläubigen.

Im Jahr 2003 stand die Levoca-Wallfahrt im Zeichen der Vorbereitungen auf den Mitteleuropäischen Katholikentag, dessen Höhepunkt im darauf folgenden Jahr die "Wallfahrt der Völker" in Mariazell war. Die beiden Wallfahrtsorte sind durch den internationalen Weitwanderweg I 23, miteinander verbunden. Auf 1.300 Kilometern führt dieser „Marienpilgerweg“ vom polnischen Tschenstochau (Czestochowa) über Levoca nach Mariazell.


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