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Kritik: CSU-Fraktionschef verwischt Unterschiede zwischen Religionen

24. Februar 2005 in Deutschland, keine Lesermeinung
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Streit ums Schulgebet: Glauben Christen, Juden und Moslems an denselben Gott?


München (www.kath.net / idea) Auf Kritik ist die Aussage des CSU-Landtagsfraktionsvorsitzenden Joachim Herrmann gestoßen, dass Schüler in Bayern auch islamische Gebete als Schulgebet sprechen können. Letztlich glaubten Christen, Juden und Moslems an den gleichen Gott, so Herrmann laut einem Bericht der Tageszeitung „Die Welt“.

Der Vorsitzende der Kirchlichen Sammlung für Bibel und Bekenntnis (KSBB), der Religionspädagoge Andreas Späth (Sachsen bei Ansbach), sagte gegenüber idea, er sei erschüttert, dass ausgerechnet ein CSU-Politiker die Unterschiede zwischen Islam und Christentum verwische.

„Wenn das Schule macht, könnte das ‚C’ im Parteinamen der CSU eines Tages überflüssig werden“, so Späth. Außerdem lasse sich diese Sicht nicht mit der Verwerfung des muslimischen Glaubens vereinbaren, wie sie etwa im ersten Artikel des Augsburger Bekenntnisses, aber auch in der katholischen Lehre zu finden seien.

Können Christen zu Allah beten?

Hintergrund von Herrmanns Äußerungen ist das neue ökumenische Gebete- und Liederbuch „mitten unter uns“ (Verlag Don Bosco, München), von dessen 157 Seiten vier Seiten islamische Gebete wiedergeben. Bei einem Besuch der muslimischen Gemeinde in Nürnberg sagte Herrmann, in bayerischen Schulen könne nun „durchaus auch zu Allah gebetet werden“. Der KSBB-Vorsitzende Späth befürchtet deshalb, dass durch dieses Gebetbuch der schleichenden Einführung von interreligiösen Gebeten und Schulgottesdiensten Vorschub geleistet werde.

„Wir neigen uns nach Mekka ...“

Der Pressesprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Markus Hepp (München), widersprach der Auffassung, dass es an bayerischen Grundschulen künftig interreligiöse Gebete geben sollte. „Wenn es in einem islamischen Gebet heißt ‚Wir neigen uns nach Mekka zum Gebet’, dann können wir das als Christen nicht mitbeten – wir hätten auch keinen Grund dazu“, sagte Hepp gegenüber idea.

Das neue Schulgebetbuch wolle vielmehr dem Umstand Rechnung tragen, dass an manchen Grundschulen mehr als 50 Prozent einer Klasse Muslime seien. Wenn eine Religion bete, dann sollten die Mitglieder anderer Religionen zuhören. „Toleranz ist das Gegenteil von Gleichmacherei“, betonte Hepp.



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