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Nicaragua: 80-jähriger Bischof Abelardo Mata unter Hausarrest gestellt

vor 1 Stunden in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Bischof Matas Stimme, die innerhalb der nicaraguanischen Kirche besonderes Gewicht hat, machte ihn zu einem der schärfsten Kritiker von Präsident Daniel Ortega.


Estelí (kath.net/Katolicka Agencja Informacyjna/red) Nachdem er innerhalb von zwei Tagen zweimal festgesetzt worden war, wurde der nicaraguanische Bischof Abelardo Mata – der 80-jährige emeritierte Bischof der Diözese Estelí – von den Behörden unter Hausarrest gestellt. Darüber informiert die polnische katholische Presseagentur KAI anhand internationaler Medienberichte. Seit Jahren verurteilt er öffentlich Angriffe auf Grundfreiheiten sowie die autoritären Übergriffe der Regierung. Seine Stimme, die innerhalb der nicaraguanischen Kirche besonderes Gewicht hat, machte ihn zu einem der schärfsten Kritiker von Präsident Daniel Ortega, wie die Website „Tribune Chrétienne“ berichtet.


Der Geistliche wurde erstmals am 29. Juni in einem medizinischen Zentrum festgenommen. Er wurde in das Hauptquartier einer gefürchteten Ermittlungseinheit gebracht und dort mehrere Stunden lang verhört, bevor er nach Hause zurückkehren durfte. Doch bereits am nächsten Tag nahmen Sicherheitskräfte ihn erneut fest, wie die Nachrichtenagentur ACI Prensa und unabhängige nicaraguanische Medien berichten. Seither ist Bischof Mata in seinem Haus in Tisma festgehalten; seine Bewegungsfreiheit ist eingeschränkt, und er steht unter ständiger polizeilicher Überwachung.

Das Regime von Daniel Ortega stellt den Hergang der Ereignisse unterdessen anders dar. Laut einer Erklärung des Innenministeriums wurde der Geistliche lediglich im Rahmen von Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption befragt; er sei „mit Respekt“ behandelt worden und anschließend „bei bester Gesundheit“ nach Hause zurückgekehrt. Diese Darstellung wird jedoch weder durch aktuelle Fotos des Bischofs noch durch öffentliche Auftritte seinerseits untermauert. Unabhängigen nicaraguanischen Medien zufolge – namentlich den Online-Portalen „Despacho 505“ und „100% Noticias“ sowie der Wochenzeitung „Confidencial“ – gibt es keinerlei Belege dafür, dass er sich in Freiheit befindet. Weder die Diözese Estelí noch die Familie oder enge Vertraute des Geistlichen haben bislang bestätigt, Kontakt zu ihm gehabt zu haben.

Dieser Fall ereignet sich vor dem Hintergrund der systematischen Verfolgung der katholischen Kirche in Nicaragua. Seit den regierungsfeindlichen Demonstrationen des Jahres 2018 – die von der Kirche unterstützt wurden – betrachten die Behörden Teile des Episkopats als politische Gegner. Bischöfe, Priester, Ordensangehörige und engagierte Laien wurden verhaftet, ausgewiesen oder zur Ausreise gezwungen. Hunderte von Prozessionen wurden untersagt, katholische Hilfsorganisationen und Universitäten geschlossen und religiöse Medien schrittweise zum Schweigen gebracht. Der wohl symbolträchtigste Fall ist der von Bischof Rolando Álvarez, der 2023 zu 26 Jahren Haft verurteilt und im Januar 2024 – nach einer mit dem Heiligen Stuhl getroffenen Vereinbarung – schließlich nach Rom abgeschoben wurde.

Archivfoto Bischof Mata © Nicaraguanische Bischofskonferenz


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