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Kirchenrechtler Schüller befürchtet: Der gesamte Synodal-Prozess in Deutschland steht auf der Kippe

3. September 2025 in Deutschland, 32 Lesermeinungen
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Prof. Thomas Schüller teilt im „Kirche + Leben“-Interview nach allen Seiten aus, auch an die eigenen Seiten


Münster (kath.net) Jeder bekommt die Grundsatzkritik über den aktuellen Zustand des Synodalen Weges in Deutschland durch den Münsteraner Kirchenrechtler und Mitglied im Synodalen Aussschuss, Prof. Thomas Schüller, zu spüren. Im Interview mit dem Münsteraner Bistumsblatt „Kirche + Leben“ erläutert er, es werde „gerade ernst bei der Abfassung der Satzung für das synodale Organ auf Bundesebene. Die Bischöfe wollen augenscheinlich dieses Gremium als reines Beratungsgremium ohne Beschlusskompetenz.“ Doch falle dies „hinter das zurück, was für den Synodalen Weg bisher galt, was zudem auf der Bischofssynode 2024 beschlossen wurde – und was zudem im Kirchenrecht längst bestimmt ist.“ Schüller kritisiert: „Insbesondere beim Geld wollen sich die Bischöfe nicht in die Karten schauen lassen. Der Verband der Diözesen Deutschlands (VDD), also der Rechtsträger der Bischofskonferenz (DBK), will seine Macht nicht abgeben, obwohl er über Kirchensteuern, also das Geld der Gläubigen, entscheidet. Die letzte Sitzung des Synodalen Ausschusses im November in Fulda wird daher sicher sehr schwierig. Der gesamte Prozess steht momentan auf der Kippe.“ Die nahe Verknüpfung von (Kirchensteuer-)Geld und dem deutsch-synodalen Prozess mag dabei auffallen.


Ungehemmt teilt Schüller seine Kritik aus, nicht nur an die Kritiker des Deutsch-Synodalen Weges, sondern sogar auch an seine Protagonisten:

Die Satzungen des Synodalen Weges und des Synodalen Ausschusses „binden keinen einzigen Diözesanbischof. Jeder kann machen, was er will.“ Dies sei „der Preis für eine Satzung, die Kardinal Reinhard Marx als damaliger DBK-Vorsitzender und der damalige ZdK-Präsident Thomas Sternberg so wollten, weil ihnen die verbindliche Form einer Nationalsynode nicht passte.“

Außerdem gebe es „im zerstrittenen deutschen Episkopat keine integrative Persönlichkeit“, „geschweige denn den Vorsitzenden, der die Kraft und die moralische Autorität besitzt, die miteinander ringenden Bischöfe zu einen“ – so greift Schüller u.a. den DBK-Vorsitzenden Bischof Georg Bätzing an, ohne direkt dessen Namen zu nennen.

Im Synodalen Ausschuss habe er, spät hineingewählt, selbst erleben müssen, „dass Quereinsteiger eher stören. Die Außenperspektive ist augenscheinlich nicht erwünscht, das mühsam auf dem Synodalen Weg Erreichte wird für sakrosankt erklärt, obwohl es schon in sich fragwürdig und wackelig ist.“

Die Stimmungslage beim Synodale Weg sei entmutigend, räumt Schüller ein und spricht von „Frust und Resignation“.

Mit Bezug auf die Bischöfe schildert Schüller: „Die meisten Bischöfe sind geistlich ausgebrannt und müde. Sie sind es leid, synodaler - das heißt, partizipativer - wesentliche Fragen mit Gläubigen erörtern oder gar gemeinsam mit ihnen entscheiden zu müssen.“

Mit Bezug auf die ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp und den ZdK-Generalsekretär Marc Frings sagt er (auch hier ohne Namensnennung, aber mit Funktionsbezeichnung): Man brauche gute Theologie, „die das Veränderbare zu unterscheiden weiß vom nicht Verhandelbaren, beispielsweise der sakramentalen Grundstruktur der katholischen Kirche. Leider werden solche Ansprüche durch Präsidentin und Generalsekretär des ZdK, die beide keine theologische Expertise aufweisen, direkt als störend abgetan.“

Außerdem sägt er wieder einmal an der Kathedra des bei ihm unbeliebten Kritikers des Synodalen Weges, dem Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki.

Trotz allem hofft Schüller nun doch noch auf Rückenwind für den Deutsch-Synodalen Weg durch Papst Leo XIV.


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