Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  9. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  10. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  11. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  12. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  13. R.I.P. Martin Lohmann
  14. "Hassprediger und Hofnarr"
  15. Britische Gesundheitsbehörde gibt Zahlen zu Covid-Impfung und Übersterblichkeit nicht bekannt

Ostkirchen-Expertin kritisiert vatikanische Ukraine-Diplomatie

5. November 2024 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Münsteraner Ostkirchen-Professorin Elsner in "Herder Korrespondenz": Vatikan versucht Gesprächskanäle mit Moskau offenzuhalten, verrät dabei aber die eigenen ukrainischen Gläubigen


Freiburg (kath.net/KAP) Heftige Kritik an der vatikanischen Ukraine- und Russland-Diplomatie übt die deutsche Ostkirchenexpertin Regina Elsner. Der Vatikan versuche, Neutralität zu wahren, um mit Russland im Gespräch zu bleiben. "Dadurch verrät er aber die eigenen, vor allem die ukrainischen Gläubigen", so Elsner im aktuellen Themenheft der "Herder Korrespondenz" ("Orthodox. Wohin die Kirchen des Ostens steuern"), das ganz der Orthodoxen Kirche bzw. aktuellen Entwicklungen innerhalb der Orthodoxie gewidmet ist. Der Vatikan sei nicht fähig, eindeutige Solidarität mit den ukrainischen Gläubigen und dem ukrainischen Volk zu zeigen, zeigte sich Elsner enttäuscht. Sie ist Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik an der deutschen Universität Münster.

Elsner: "Ich würde mir vor allem wünschen, dass der Vatikan den Menschen zuhört, die diesen Krieg täglich erleben und erleiden. Der Papst empfängt ukrainische Gläubige, zeigt die ukrainische Flagge oder erhält von (Präsident Anmk.) Selenskyj Ikonen aus dem Krieg. Das sind schöne Gesten, aber sie reichen nicht."

Die Verantwortlichen der ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche seien regelmäßig in Rom. Sie würden berichten, was dieser Krieg tagtäglich für sie bedeute. Aber: "Es kommt nichts davon auf der Ebene der Stellungnahmen und der Diplomatie an."
Der Vertrauensverlust des Vatikans in der Ukraine sei dementsprechend enorm. Zwar sei dieser Verlust ein wenig dadurch aufgefangen worden, dass im Sommer griechisch-katholische Priester aus russischer Gefangenschaft auch durch Vermittlung des Vatikans freigekommen waren. Aber, so Elsner: "Die Menschen nehmen sehr genau wahr, dass der Vatikan sich alle Türen nach Moskau offen hält, obwohl es in Moskau offensichtlich kein Interesse gibt, darauf in irgendeiner Weise einzugehen."
Bereits in sowjetischer Zeit habe der Vatikan ökumenische Kontakte mit Moskau gepflegt, während gleichzeitig die eigenen Gläubigen in der Ukraine verfolgt wurden. "Daran erinnern sich die Menschen."


Ökumeniker: Verhalten ist kontraproduktiv

Der Vorsitzende der deutschen Arbeitsgemeinschaft Christliche Kirchen (ACK), der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron, bestätigte in der "Herder Korrespondenz" Elsners Befund: "Die Griechisch-Katholischen sind die Romtreuesten in der Ukraine. Ihre Lage ist auch deswegen tragisch, weil sie wegen dieser extremen Rombindung im Kommunismus gelitten haben."

Es sei klar, dass die Leitung einer Weltkirche immer das große Ganze im Sinn haben müsse, "aber für diese Menschen ist das eine Tragödie", so Miron. Als Ökumeniker müsse er hinzufügen, "dass dieses Verhalten auch ökumenisch im Land selbst und außerhalb kontraproduktiv ist".

Kritik auch an Belarus-Diplomatie

Elsner zeigte sich auch mit der vatikanischen Diplomatie im Blick auf Belarus höchst unzufrieden: "Dort sind Katholiken und orthodoxe Gläubige sehr enttäuscht, dass die diplomatischen Vertretungen des Vatikans gerne mit (Präsident Anm.) Alexander Lukaschenko und seinen Diplomaten Sekt trinken und gleichzeitig werden belarussische gefangene Priester und Gläubige nicht befreit; viele Katholiken sitzen in Belarus in Gefangenschaft." Der Vatikan schweige dazu. Elsner: "Für die Gläubigen wiederholt sich ein Trauma aus der Geschichte. Ich habe nicht den Eindruck, dass der Erfolg der Diplomatie das aufwiegt."

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto: Papst Franziskus zeigt eine ukrainische Flagge


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  13. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz