Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  2. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  3. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  4. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  5. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  8. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  11. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  12. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  13. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  14. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  15. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel

Ostkirchen-Expertin kritisiert vatikanische Ukraine-Diplomatie

5. November 2024 in Weltkirche, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Münsteraner Ostkirchen-Professorin Elsner in "Herder Korrespondenz": Vatikan versucht Gesprächskanäle mit Moskau offenzuhalten, verrät dabei aber die eigenen ukrainischen Gläubigen


Freiburg (kath.net/KAP) Heftige Kritik an der vatikanischen Ukraine- und Russland-Diplomatie übt die deutsche Ostkirchenexpertin Regina Elsner. Der Vatikan versuche, Neutralität zu wahren, um mit Russland im Gespräch zu bleiben. "Dadurch verrät er aber die eigenen, vor allem die ukrainischen Gläubigen", so Elsner im aktuellen Themenheft der "Herder Korrespondenz" ("Orthodox. Wohin die Kirchen des Ostens steuern"), das ganz der Orthodoxen Kirche bzw. aktuellen Entwicklungen innerhalb der Orthodoxie gewidmet ist. Der Vatikan sei nicht fähig, eindeutige Solidarität mit den ukrainischen Gläubigen und dem ukrainischen Volk zu zeigen, zeigte sich Elsner enttäuscht. Sie ist Professorin für Ostkirchenkunde und Ökumenik an der deutschen Universität Münster.

Elsner: "Ich würde mir vor allem wünschen, dass der Vatikan den Menschen zuhört, die diesen Krieg täglich erleben und erleiden. Der Papst empfängt ukrainische Gläubige, zeigt die ukrainische Flagge oder erhält von (Präsident Anmk.) Selenskyj Ikonen aus dem Krieg. Das sind schöne Gesten, aber sie reichen nicht."

Die Verantwortlichen der ukrainischen Griechisch-katholischen Kirche seien regelmäßig in Rom. Sie würden berichten, was dieser Krieg tagtäglich für sie bedeute. Aber: "Es kommt nichts davon auf der Ebene der Stellungnahmen und der Diplomatie an."
Der Vertrauensverlust des Vatikans in der Ukraine sei dementsprechend enorm. Zwar sei dieser Verlust ein wenig dadurch aufgefangen worden, dass im Sommer griechisch-katholische Priester aus russischer Gefangenschaft auch durch Vermittlung des Vatikans freigekommen waren. Aber, so Elsner: "Die Menschen nehmen sehr genau wahr, dass der Vatikan sich alle Türen nach Moskau offen hält, obwohl es in Moskau offensichtlich kein Interesse gibt, darauf in irgendeiner Weise einzugehen."
Bereits in sowjetischer Zeit habe der Vatikan ökumenische Kontakte mit Moskau gepflegt, während gleichzeitig die eigenen Gläubigen in der Ukraine verfolgt wurden. "Daran erinnern sich die Menschen."


Ökumeniker: Verhalten ist kontraproduktiv

Der Vorsitzende der deutschen Arbeitsgemeinschaft Christliche Kirchen (ACK), der griechisch-orthodoxe Erzpriester Radu Constantin Miron, bestätigte in der "Herder Korrespondenz" Elsners Befund: "Die Griechisch-Katholischen sind die Romtreuesten in der Ukraine. Ihre Lage ist auch deswegen tragisch, weil sie wegen dieser extremen Rombindung im Kommunismus gelitten haben."

Es sei klar, dass die Leitung einer Weltkirche immer das große Ganze im Sinn haben müsse, "aber für diese Menschen ist das eine Tragödie", so Miron. Als Ökumeniker müsse er hinzufügen, "dass dieses Verhalten auch ökumenisch im Land selbst und außerhalb kontraproduktiv ist".

Kritik auch an Belarus-Diplomatie

Elsner zeigte sich auch mit der vatikanischen Diplomatie im Blick auf Belarus höchst unzufrieden: "Dort sind Katholiken und orthodoxe Gläubige sehr enttäuscht, dass die diplomatischen Vertretungen des Vatikans gerne mit (Präsident Anm.) Alexander Lukaschenko und seinen Diplomaten Sekt trinken und gleichzeitig werden belarussische gefangene Priester und Gläubige nicht befreit; viele Katholiken sitzen in Belarus in Gefangenschaft." Der Vatikan schweige dazu. Elsner: "Für die Gläubigen wiederholt sich ein Trauma aus der Geschichte. Ich habe nicht den Eindruck, dass der Erfolg der Diplomatie das aufwiegt."

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
(www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto: Papst Franziskus zeigt eine ukrainische Flagge


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  6. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  7. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  8. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  9. Ein Frühstück für den Verleugner
  10. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  11. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  12. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  13. Warum zwei Kardinäle aus Afrika erst jetzt 80 Jahre alt werden
  14. „Ich fragte mich: Welche Drogen hat er jetzt genommen?“
  15. Bischöfliche Spökenkiekerei zum Jahreswechsel

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz