Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  9. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  10. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  11. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  12. R.I.P. Martin Lohmann
  13. "Hassprediger und Hofnarr"
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. Salzburg: Die drei Goldensteiner Ordensfrauen dürfen im Kloster bleiben, ABER...

Forscher: Kirchen werden verstärkt als touristische Attraktionen wahrgenommen

25. August 2024 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Tourismus- und Freizeitpastoral-Experte über "Musealisierung von Kirchen" - Ähnlich wie beim Museumsbesuch: "Ich gehe hinein, verhalte mich etwas ruhiger und erlebe in Kirchenräumen Religionen als Phänomen der Vergangenheit"


Wien (kath.net/KAP/red) Unter den zehn beliebtesten Sehenswürdigkeiten Europas sind fünf Kathedralen und Kirchen, darunter der Petersdom in Rom und der Mailänder Dom. Der Leiter des Forschungsprojekts "Religion-Kultur-Tourismus", Christian Cebulj, Rektor der Theologischen Hochschule Chur, erklärte dies in der Ö1-Sendung "Religion aktuell" (19. August) mit einer zunehmenden "Musealisierung von Kirchen", durch die Kirchenräume als kulturelle Schätze wahrgenommen werden, die nicht nur Gläubige, sondern auch kulturinteressierte Besucher anziehen. Speziell in den Ferien besuchten Menschen Kirchen, um sich zu bilden, so der Theologe. Der "Habitus" der Besuchender sei dabei ähnlich wie beim Museumsbesuch: "Ich gehe hinein, verhalte mich etwas ruhiger und erlebe in Kirchenräumen Religionen als Phänomen der Vergangenheit."

Der Trend zur "Musealisierung" von Kirchen schließe aber Spiritualität nicht aus, stellte Cebulj klar: "Wenn ich Zeit habe, herunterkomme, nachdenke, haben auch Sinnfragen und spirituelle Fragen mehr Platz; dann suche ich dafür Angebote, für die in der Hektik des Alltags unter dem Jahr kein Platz ist."


In Österreich verzeichnete etwa das Benediktiner-Stift Melk im Jahr 2023 die stolze Zahl von 440.000 Besuchern und nur überholt von der Basilika in Mariazell mit über 700.000 Besuchern, informierte Cebulj zuvor in einem Artikel auf dem Portal "feinschwarz.net" (5. August). Neben dem Megatrend Wissenskultur gäbe es den "unübersehbaren Trend zur Musealisierung der Religion", was sich etwa in Kirchen als Touristenmagneten zeige. Es gäbe aber auch pragmatische Gründe für hohe Besucherzahlen, etwa weil Kirchen "in der Mitte der Städte liegen oder einen wertvollen Kunstschatz zu bieten haben, wie das ehemalige Antoniterkloster in Colmar mit dem berühmten Isenheimer Altar von Matthias Grünewald".

Ein Besuch in einer berühmten Kirche berge wie jede Reise eine "Chance zu einem Perspektivenwechsel" und "spannende religiöse Lernchancen", meinte Cebulj. Durch die Beschäftigung mit Architektur, Baustil und historische Eckdaten, könnten Touristen Religion schließlich auch als Bildungsgegenstand erleben, "der im Zusammenspiel von sinnlichen, kognitiven, ästhetischen und soziokulturellen Aspekten in Erscheinung tritt" -woraus sich wiederum religionsbezogene Lernsituationen ergeben könnten.

Seele baumeln lassen

"Im Urlaub haben die Menschen Zeit und Muße für Dinge, die sie im Alltag nicht haben", erklärte auch Hermann Signitzer von der Tourismus- und Freizeitpastoral der Erzdiözese Salzburg gegenüber Kathpress. Den oft lang ersehnten Urlaub bezeichnete er als "Sonntag des Jahres", bei dem man - ähnlich wie an Sonntagen - die Zeit finde, um zur Ruhe zu kommen oder Kirchen zu entdecken. Viele Urlauber "wollen ihre Seele baumeln lassen, versuchen sich Ruhe zu gönnen und schalten quasi zurück, um in einer geringeren Geschwindigkeit zu leben".

Im Urlaub gehöre es für viele Urlaubende auch dazu, heilige Stätten wie Klöster, Wallfahrtsorte, Einsiedeleien und verschiedene Andachtsstätten zu besuchen. "Viele sind ergriffen von der künstlerischen Qualität, von der Botschaft und der zeitlosen Erhabenheit dieser Orte", so Signitzer. Dies bedeute jedoch nicht, dass Pfarren in Tourismusgebieten den ganzen Sommer über ein Programm anbieten müssten. Oft seien es die kleinen Dinge, die Gäste in kirchlichen Stätten schätzen, etwa ein kurzes Gespräch, ein herzliches Willkommen, gute Texte oder die Gelegenheit, für Freunde und liebe Menschen eine Kerze anzuzünden und dabei kurz innezuhalten, so der Vorsitzende des österreichischen Arbeitskreises für Tourismus- und Freizeitpastoral.

Copyright 2024 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
 (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu







Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  13. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz