Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  4. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  5. These: Die Wahrheit steht über der nachdrücklichen Forderung nach Einheit
  6. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  7. So fühlt sich Nachhausekommen an
  8. Der Weihnachtsglaube - Sand oder Fels
  9. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  10. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  13. Griechisch-orthodoxe Bischöfe üben scharfe Kritik an EU-Plänen zu Abtreibungsfonds
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne

Tück: „Werke des Schock-Künstlers Gottfried Helnwein gehören nicht in eine Kirche“

21. März 2024 in Österreich, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Dogmatikprofessor Jan-Heiner Tück kritisiert die Fastentücher im Wiener Stephansdom – „Soll nun zu Ostern auch noch die Darstellung eines zwölfjährigen Kindes mit blutigen Wundmalen aufgehängt werden?“


Wien (kath.net) „Vor einem Jahr irritierte das großformatige Foto eines eingeschnürten (Schweine-)Herzens im Altarraum der Spitalskirche in Innsbruck, das ein Zeichen gegen Gleichgültigkeit setzen wollte, aber bei nicht wenigen Gläubigen Unmut und Protest, ja sogar Kirchenaustritte hervorgerufen hat. Seit einigen Wochen sorgt das violette Fastentuch im Wiener Stephansdom von Gottfried Helnwein für einen Chor von Unmutsbekundungen, zu der Kunst-Experten und Theologen bis jetzt auffallend laut schweigen.“

Das schreibt der Wiener Professor für Dogmatik, Jan-Heiner Tück, in einem Beitrag in der in Freiburg i.Br. erscheinenden Zeitschrift „Communio“. Der Künstler Gottfried Helnwein sei „auf Schockeffekte“ spezialisiert und bevorzuge als „Sujet: misshandelte Kinder“, dabei gehe er „immer wieder an die Schmerzgrenzen“, „um Aufmerksamkeit zu erzeugen“. Helnwein erhalte „mit der gotischen Kathedrale eine Bühne, die mehr Resonanz verspricht als jedes Museum im Land“.


Doch gebe es „das anhaltende Gegrummel in Teilen des Kirchenvolks“. Tück wertete es als Arroganz, würde man versuchen, „diesen Unmut als naive, kunstfeindliche Äußerung der einfachen Gläubigen beiseitezuschieben. Obendrein „widerspräche eine solche Taubheit dem Bild einer lernbereiten, hörenden, synodalen Kirche. Seit Jahren predigt Papst Franziskus, dass es in einer synodalen Gesprächskultur darum gehe, das Wahrheitsmoment der anderen, ja gerade der einfachen Gläubigen zu würdigen.“ Helnwein schreibt wörtlich: „Die Allianz zwischen Kirche und Gegenwartskunst ist hier ein elitäres Projekt der Wenigen, bei dem das Votum der Vielen nicht gefragt ist.“

Tück beschreibt Helnweins Fastentuchinstallation als „geradezu nekrophile Inszenierung des Todes“. Außerdem erläutert er: „In der Mitte hängt – kopfüber! – der Christus des Turiner Grabtuchs. Vor allem dieses mittlere Bild wird nicht nur als gelungene künstlerische Provokation wahrgenommen. Den einen ist es zu ‚plakativ‘ oder zu ‚makaber‘, andere sehen hier gar eine ‚blasphemische Verdrehung‘. Dabei spielt nicht nur die Nähe des Künstlers zur Scientology-Sekte eine Rolle.“

Der Dogmatiker schreibt abschließend: „Für jetzt bleibt nur die bange Frage, welche Reaktionen am bevorstehenden Osterfest das nächste Tryptychon Helnweins auslösen wird. Nach den Plänen der Verantwortlichen sollte ab Karsamstag im Stephansdom eine Darstellung Christi als zwölfjähriges Kind mit blutigen Wundmalen zu sehen sein.“

Starke Kritik kommt im Anschluss an diesen „Communio“-Beitrag auch vom bekannten Augsburger Theologen Bernhard Meuser. Er schreibt auf Facebook: „Dass Helnwein ohne den Kontext Scientology quasi neutral zu betrachten wäre, ist eine Illusion. Helnweins Arbeiten haben einen die christliche Anthropologie torpedierenden, die Würde des GottesGeschöpfs ‚Mensch‘ verhöhnenden Ansatz.“

Auch sei „der Schmusekurs des Wiener Dompfarrers“ „kein Zeichen geistiger Weite, sondern das ridiküle Resultat spezifisch katholischer Minderwertigkeitsgefühle. Man möchte doch zeigen, dass man auf der Höhe der Zeit ist. Und greift so zielsicher wie blind in die Kloschüssel.“ Meuser kommentiert, dass dies „zum katholisch Fremdschämen“ sei. „Dieser bescheuerte Akt der Verbrüderung des Wiener Domkapitels mit dem aggressiven Widersacher ist überdies übergriffig gegenüber den Gläubigen, die ein Recht auf ‚ihre‘ Kirche haben. Der Dom ist nicht das Wohnzimmer von Toni Faber.“

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kunst

  1. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  2. Egino Weinert - Der demütige Meister
  3. Riskante Schau: Vatikan zeigt Raffaels Wandteppiche in Sixtina
  4. Einer, der seine Kunst in den Dienst Gottes stellt
  5. Stephansdom: Mögliche Wandzeichnung von Albrecht Dürer entdeckt
  6. Ist Alfred Hitchcock ein katholischer Künstler?
  7. ‘Der Sonntag’ erklärt ‘Geheimnis von Leonardos Abendmahl’
  8. Michael Jackson im Herz-Jesu-Look
  9. Wiener Votivkirche zeigt große Renaissancekünstler-Ausstellung
  10. Stephansdom bleibt höchste Kirche Österreichs






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Australischer Forscher Andrew Lowenthal analysiert Zensur in Deutschland
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. „Sehr brüderliche Atmosphäre, die meisten waren von Dringlichkeit der Neuevangelisierung überzeugt“
  6. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  7. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  8. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  9. Regensburger Bischof Voderholzer beim Papst
  10. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  11. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  12. Papst Leo XIV: Meinungsfreiheit auch im Westen beschränkt
  13. Gott schütze Venezuela!
  14. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  15. So fühlt sich Nachhausekommen an

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz