Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  5. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  6. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  7. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  8. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  9. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  10. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  11. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  12. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  13. Wir machen da was mit Medien
  14. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich
  15. Blutiger Anschlag auf orthodoxe Kirche in Jordanien – Mindestens sechs Tote bei Trauerfeier

Das Schweigen des Bistums Chur in der Causa Loppacher

13. Dezember 2023 in Schweiz, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Loppacher hat vor einiger Zeit seine Beziehung zu einer Frau öffentlich bekannt gemacht. Gleichzeitig übt der geweihte Priester öffentliche Ämter in der Katholischen Kirche in der Schweiz aus. Von der Kirche hat er sich innerlich verabschiedet.


Chur (kath.net/jg)
Stefan Loppacher leitet das Fachgremium sexuelle Übergriffe der Schweizerischen Bischofskonferenz und ist Präventionsbeauftragter des Bistums Chur. Vor kurzem hat der katholische Priester öffentlich bekannt gemacht, dass er in einer Beziehung mit einer Frau lebt. Im selben Interview mit dem Sonntagblick hat er angegeben, seit 2019 keine heilige Messe mehr gefeiert zu haben. (Siehe Link)

kath.net hat eine Anfrage an das Bistum Chur gestellt, ob das Bistum Konsequenzen aus dem öffentlichen Bekenntnis Loppachers gezogen hat. Gemäß Can. 1395 CIC wäre ein Kleriker, der in einem eheähnlichen Verhältnis lebt und dadurch Ärgernis erregt, mit der Suspension zu bestrafen. Falls er mittlerweile aus dem Klerikerstand entlassen oder von seinen Weiheverpflichtungen entbunden wäre, hätte er die Möglichkeit kirchlich zu heiraten.

Stefan Loppacher übt öffentliche Ämter in der Kirche aus und hat auch seine Beziehung öffentlich gemacht. Auf der Internetseite der Katholischen Kirche im Bistum Zürich ist bei den Angaben zu seiner Person nach wie vor die Priesterweihe im Jahr 2006 angegeben. Von einer Änderung dieses Standes oder Entpflichtung ist nichts zu finden. Es besteht also die Möglichkeit, dass er als geweihter Priester in einem eheähnlichen Verhältnis lebt.


Das Bistum antwortete, dass Joseph-Maria Bonnemain, der Bischof von Chur, mit Stefan Loppacher ein „klärendes Gespräch“ geführt habe. Nach Rücksprache mit dem Dikasterium für den Klerus in Rom habe er „unter Berücksichtigung der vorhandenen Umstände die adäquaten Maßnahmen getroffen.“ Darüber hinaus gehende Einzelheiten könne das Bistum „aufgrund von Persönlichkeitsrechten, dem Schutz der Privatsphäre und den Datenschutzbestimmungen“, nicht bekannt geben, heißt es in der Beantwortung der Anfrage.

 

„Dieser Priester hat sich von Gott verabschiedet“

 

Am 7. Dezember erschien auf der Nachrichtenseite Beobachter.ch ein Artikel über Stefan Loppacher unter dem Titel „Dieser Priester hat sich von Gott verabschiedet“. Auch hier ist von seiner „Partnerin“ die Rede, die in seiner Biografie „nicht vorgesehen“ sei, weil er „geweihter Priester“ ist. Offen gibt Loppacher zu: „Der Bischof weiß davon“.

Der Artikel referiert auch die Zeit Loppachers im Orden der Servi della Sofferenza, der Diener des Leidens. Loppacher bezeichnet den Orden als Sekte. Die Erfahrung war für ihn offenbar traumatisch. 2012 fiel er in eine schwere Depression und verließ den Orden schließlich, von dem er sich in seiner Krise im Stich gelassen fühlte.

In dem Artikel wird ein Satz zitiert, den Loppacher im September in der Sendung „Club“ des SRF gesagt hat: „Die katholische Kirche ist schon lange nicht mehr meine spirituelle Heimat“. Weiters heißt es in dem Artikel über ihn: „Gott spielt in seinem Privatleben keine Rolle mehr.“ Der Beobachter zitiert ihn wie folgt: „Für mich fühlt es sich so an, als hätte er (Gott, Anm.) Suizid begangen, als wäre er einfach nicht mehr da. Und er fehlt mir überhaupt nicht.“ Eine Kirche habe er in den letzten vier Jahren nur zweimal betreten. Und: „Wenn die Liturgie anfängt, dann muss ich raus.“ Er verspüre seit Jahren „keinerlei religiöses oder spirituelles Bedürfnis mehr“, sagt Loppacher weiter.

Gegen Ende des Artikels wird er mit dem Satz zitiert: „Ich frage mich manchmal schon, was es über die Kirche aussagt, dass sie jemanden wie mich weiterhin beschäftigt.“ Offenbar ist er auf seine Arbeit in der Katholischen Kirche nicht angewiesen. „Ich habe eine Exit-Strategie“, zitiert ihn der Beobachter.

 


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bistum Chur

  1. Realitätsverlust im Bistum Chur
  2. Vatikan gibt Beschwerde gegen Statuten des Churer Priesterrates Recht
  3. Schweizer Priester und Präventionsbeauftragter: ‚Ich stehe zu meiner Partnerin’
  4. Für die Lehre der Kirche
  5. Sendungsfeier im Bistum Chur und der Unterschied zwischen gemeinsamem und Weihepriestertum
  6. Priesterseminar Chur für alle Theologiestudenten geöffnet
  7. Gemeindeleiterin Schmid: ‚Ich habe Eucharistie gefeiert, weil ich einen Auftrag des Dekans hatte.’
  8. Bistum Chur: Positionen im Streit um Verhaltenskodex unverändert
  9. Daniel Krieg wird neuer Regens des Priesterseminars Chur
  10. Churer Priesterkreis an Bischof: Gilt im Bistum Chur weiterhin die Lehre der Kirche?







Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan warnt vor ‚Extremismus‘ und ‚Spaltung‘ durch Knien beim Kommunionempfang
  2. Fatima-Tag in Berlin
  3. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  4. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  5. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  6. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  7. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  8. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  9. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  10. Im Licht der Liebe
  11. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  12. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  13. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  14. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein
  15. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz