Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  3. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  4. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  5. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  6. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  7. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  8. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  9. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

Pater Dominikus Kraschl OFM: Wie demokratisch ist Kirche?

12. Dezember 2023 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Frag den Theologen – „Durchgängige Demokratisierung kirchlicher Entscheidungen wäre mit ihrer apostolischen Verfassung unvereinbar, da Autorität des Petrus- und Aposteldienstes unteilbar ist. Synodale Strukturen … spielen dennoch eine wichtige Rolle“


Salzburg (kath.net/Antonius) kath.net übernimmt den Beitrag von Pater DDr. habil. Dominikus Kraschl OFM aus dem „Antonius“ in voller Länge und dankt der Zeitschrift der österreichischen Franziskaner für die freundliche Erlaubnis zur Weiterveröffentlichung.

Frage: Manchmal hört man Sätze wie «die Kirche sei kein Parlament». Gleichzeitig werden Beschlüsse wie jetzt bei der Weltsynode nach Beratungen durch Mehrheiten entschieden. Für mich ist da kein großer Unterschied erkennbar. Wie demokratisch ist Kirche? Alois G. (62), Wels

P. Dominikus: Die katholische Kirche ist kein Staatswesen. Damit ist sie weder Monarchie, Oligarchie noch Demokratie. Und sie hat auch keine Regierung oder ein Parlament. Schließt das demokratische Elemente, Strukturen und Prozeduren aus? Keineswegs!

Betrachten wir einige Beispiele: Das Kollegium der Kardinäle wählt den Papst, Mönche wählen ihren Abt, die Pfarrgemeindemitglieder wählen den Pfarrgemeinderat und anderes mehr.

Nun könnte man fragen: Warum werden in der Kirche nicht viel mehr oder sogar alle Entscheidungen durch Mehrheitsbeschlüsse ermittelt? Und: Gibt es Grenzen solcher Entscheidungsfindung?


Die Kirche ist göttlichen Ursprungs

Ja, es gibt Grenzen. Die Kirche ist ihrem Selbstverständnis zufolge göttlichen Ursprungs. Sie verdankt sich dem Wirken des dreieinen Gottes, von dem sie ihr Wesen, ihre Sendung und ihre Verfassung empfangen hat.

Was ihre Verfassung betrifft, ist die Kirche apostolisch. So formuliert es das große, nizäno-konstantinopolitanische Glaubensbekenntnis. Jesus Christus selbst hat das Kollegium der Apostel eingesetzt. Damit hat er den Aposteln und ihren Nachfolgern, den Bischöfen, den Dienst der Leitung, der Lehre und der Heiligung übertragen. Dem Nachfolger Petri kommt dabei die Aufgabe der Leitung der Universalkirche zu:
«Der Bischof der Kirche von Rom, in dem das vom Herrn einzig dem Petrus, dem Ersten der Apostel, übertragene und seinen Nachfolgern zu vermittelnde Amt fortdauert, ist Haupt des Bischofskollegiums, Stellvertreter Christi und Hirte der Gesamtkirche hier auf Erden...» (CIC, Can. 331)

Leitungsdienst ist Aposteldienst

Den (Diözesan)Bischöfen hingegen kommt die Leitung einer Teilkirche zu. Sie «empfangen durch die Bischofsweihe selbst mit dem Dienst des Heiligens auch die Dienste des Lehrens und des Leitens, die sie aber ihrer Natur nach nur in der hierarchischen Gemeinschaft mit dem Haupt und den Gliedern des Kollegiums ausüben können.» (CIC, Can. 375)

Eine durchgängige Demokratisierung kirchlicher Entscheidungen wäre mit ihrer apostolischen Verfassung unvereinbar, da die Autorität des Petrus- und Aposteldienstes unteilbar ist. Synodale Strukturen und Prozeduren spielen dennoch eine wichtige Rolle: etwa, wenn es um das gemeinschaftliche Hinhören auf Gott und die Unterscheidung der Geister geht. In diesem Sinn kommt Bischofssynoden zwar keine entscheidende, wohl aber eine einheitsfördernde und beratende Funktion zu:
«Die Bischofssynode ist eine Versammlung von Bischöfen, die, aus den verschiedenen Gegenden der Erde ausgewählt, zu bestimmten Zeiten zusammenkommen, um die enge Verbundenheit zwischen Papst und Bischöfen zu fördern und um dem Papst bei Bewahrung und Wachstum von Glaube und Sitte, bei Wahrung und Festigung der kirchlichen Disziplin mit ihrem Rat hilfreich beizustehen und um Fragen bezüglich des Wirkens der Kirche in der Welt zu beraten.» (CIC, Can. 342)

Was kann Synode?

Bezüglich der Kompetenzen einer Bischofssynode hält der Codex Iuris Canonici fest:
«Sache der Bischofssynode ist es, über die Verhandlungsthemen zu beraten und Wünsche zu äußern, nicht aber diese zu entscheiden und über sie Dekrete zu erlassen, wenn nicht in bestimmten Fällen der Papst ihr Entscheidungsgewalt übertragen hat, in diesem Fall ist es seine Sache, die Entscheidungen der Synode in Kraft zu setzen.» (CIC, Can. 343)

Es wäre mehr zu sagen. Doch halten wir fest: Ja, es gibt in der Kirche demokratische Elemente, Strukturen und Prozeduren. Es gilt aber auch und noch mehr: Die Kirche ist auf das Fundament der Apostel gegründet, der Eckstein ist Jesus Christus selbst (Eph 2,20). Die apostolische Verfassung der Kirche ist für sie selbst eine unverfügbare Vorgabe. Bezüglich ihrer Ausgestaltung bestehen jedoch erhebliche Spielräume.

P. DDr. Dominikus Kraschl OFM (Link) lehrt Philosophie an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Benedikt XVI. Heiligenkreuz und am Internationalen Theologischen Institut Trumau


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  3. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  4. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  5. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  6. Vatikan erinnert neue Missionsbischöfe: „Liturgie ist nicht unser eigenes Werk“
  7. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  8. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  9. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  10. Die Würde des Menschen ist unverfügbar
  11. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  12. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  13. 'Schweigen angesichts des Bösen ist selbst Böses'
  14. „Die fünfsaitige Lyra der Pentarchie neu zum Klingen bringen“
  15. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz