Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Fünf weibliche Opfer von Pater Marko Ivan Rupnik schreiben offenen Brief an Papst Leo XIV.
  2. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  3. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  4. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  5. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  6. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  7. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  8. Salzburg: 1.000 Gläubige bei Adoratio-Kongress zu "Himmlischer Friede"
  9. Bei öffentlichen Anlässen: Kanadas Militärkapläne dürfen nicht über Gott sprechen
  10. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  11. Der Katholik Macron wird bei keiner der drei Papstmessen in Frankreich mitfeiern
  12. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  13. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  14. Der evangelischen Theologischen Hochschule Basel soll die Akkreditierung entzogen werden
  15. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter

Großerzbischof Schewtschuk: Kyrill treibt "Logik des Teufels"

25. Juli 2023 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Ukrainisch-katholischer Großerzbischof Schewtschuk nach russischem Angriff auf Kathedrale von Odessa mit scharfer Kritik am Moskauer Patriarchen - Kyrill auf Moskauer Bischofsversammlung mit Rundumschlag gegen Ukrainisch-katholische Kirche


Kiew/Moskau  (kath.net/KAP) Die von einer russischen Rakete in der Nacht zum Sonntag schwer beschädigte orthodoxe Kathedrale von Odessa hat zu einem neuerlichen heftigen Wortgefecht zwischen Kirchenvertretern in der Ukraine und in Russland geführt. Der ukrainisch-katholische Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk sprach am Montag von einer "Logik des Teufels", die Patriarch Kyrill umtreibe. "Stellen Sie sich einen solchen Patriarchen vor, der zuerst die Kathedrale weiht und dann die Rakete segnet, die in das Heiligtum fliegt und es zerstört", so der Großerzbischof wörtlich in einer auf der Website der Griechisch-katholischen Kirche veröffentlichten Stellungnahme.

Er sprach zugleich den Angehörigen der Ukrainisch-orthodoxen Kirche (UOK) sein Mitgefühl aus. Die Erlöser- und Verklärungskathedrale ist die größte orthodoxe Kirche in Odessa und gehört zur Ukrainisch-Orthodoxen Kirche, die bis vor rund einem Jahr dem Moskauer Patriarchat unterstellt war. Aufgrund des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatte sich die Kirche im Mai 2022 aber vom Moskauer Patriarchat losgesagt und sich für unabhängig erklärt. Der tatsächliche Status der Kirche ist allerdings ungewiss und in der Ukraine steht die Kirche stark unter Druck.

Die UOK-Kirchenleitung von Odessa verurteilte jedenfalls "die Aggression der Russischen Föderation gegen die Ukraine, diesen Terrorakt gegen das Hauptheiligtum und das geistige Zentrum der Stadt Odessa". Und auch das Oberhaupt der UOK, Metropolit Onufri, äußerte seine tiefe Trauer über "den weiteren feindlichen Angriff auf die Stadt Odessa". "Wer in den Himmel zielt, trifft letztlich sich selbst", betonte er. Von ukrainischer Seite musste er sich allerdings den Vorwurf gefallen lassen, sich nicht deutlicher von Moskau bzw. vom Moskauer Patriarchat abzugrenzen. Das Moskauer Patriarchat hatte sich nämlich schon kurz nach dem Angriff den offiziellen russischen Narrativ zu eigen gemacht und in einer Presseerklärung davon gesprochen, dass wohl eine ukrainische Fliegerabwehrrakete die Kirche zerstört habe. Die Ukrainer seien unfähig, Fliegerabwehrsysteme zu benützen bzw. würden diese absichtlich so positionieren, dass auch Wohngebiete gefährdet sind, behauptete


Kyrill kritisiert ukrainische Katholiken

Für großen Ärger in der Ukraine sorgte auch die jüngste Bischofsversammlung des Moskauer Patriarchats. Kyrill hatte in seinem Bericht auf der Plenarsitzung der Bischofsversammlung der Russischen Orthodoxen Kirche, die am 19. Juli in Moskau stattfand, erstmals in dieser Deutlichkeit Kritik an der mit Rom verbundenen Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche geübt, wie der Ökumene-Fachdienst der deutschen Katholischen Nachrichtenagentur KNA in seiner aktuellen Ausgabe berichtete. Der Patriarch bezichtigte sie in seiner Rede vor den Bischöfen der "Aufstachelung und Aufrechterhaltung der Verfolgung des orthodoxen Volkes der Ukraine".

Auch sie gehöre zu den "eigentlichen Nutznießern zahlreicher gesetzloser Beschlagnahmungen orthodoxer Kirchen auf dem Territorium der Ukraine". In seiner Ansprache wies der Patriarch auch generell darauf hin, dass in seiner Sichtweise "die Idee der Unia - die Unterordnung des kirchlichen Lebens unter Rom mit der scheinbaren Bewahrung des östlichen Ritus - bereits seit mehreren Jahrhunderten, beginnend im späten 16. Jahrhundert, unermessliches Leid über die orthodoxen Christen auf dem Gebiet der Polnisch-Litauischen Gemeinschaft gebracht hat, zu der einst von russischen orthodoxen Menschen bewohnte Gebiete gehörten."

Auch heute hätten sich die Unierten voll und ganz "mit der unverhohlen nationalistischen Agenda identifiziert", die in der Ukraine gepflegt werde, und wären zu "Komplizen der ukrainischen Behörden bei der Umsetzung ihrer diskriminierenden Politik" gegenüber der Ukrainischen Orthodoxen Kirche geworden, behauptete Kyrill. Keine Akzeptanz der UOK Kyrill ging in seinen Ausführungen weiters auch davon aus, dass die UOK nach wie vor selbstverständlich Bestandteil des Moskauer Patriarchats sei. Darauf machte der Pressesprecher der konkurrierenden Orthodoxen Kirche der Ukraine (OKU), Evstratiy (Zoria), aufmerksam, indem er auf die statistischen Angaben des Patriarchen in seiner Rede hinwies. Zoria hielt in seiner Stellungnahme zudem fest, dass vonseiten der UOK niemand gegen diese Darstellung des Moskauer Patriarchen protestiert hatte.

Auch wenn die führenden Vertreter der UOK in der Ukraine selbst immer wieder beteuern würden, sich von Moskau gelöst zu haben, mache sie dies nicht glaubwürdiger. Unterdessen haben am Dienstag aber zahlreiche Geistliche der UOK Metropolit Onufri öffentlich aufgerufen, ein Konzil einzuberufen, auf dem endgültig die Loslösung von Moskau beschlossen werden soll. In einem offenen Brief nannten die Priester die Aggression Russlands gegen die Ukraine "satanisch" und verurteilen die Unterstützung des Krieges durch Patriarch Kyrill, wie das Nachrichtenportal "risu" berichtete.

 

Foto:  Die Kathedrale von Odessa nach den Angriff der Russen

 

Copyright 2023 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Ukraine

  1. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  2. Nuntius in Kiew ermutigt zur Unterstützung der Ukrainer
  3. Ukraine: Sophienkathedrale als Leuchtturm der Hoffnung
  4. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  5. Ukrainische Katholiken erhalten katholische Kirche für 50 Jahre zurück
  6. Die menschenverachtenden Angriffe auf die Ukraine durch Russland gehen täglich weiter!
  7. Papst Leo XIV. plant Ukraine-Besuch!
  8. Friedensappell für Ukraine von Kardinal Woelki und Weihbischof Hrutsa aus Lwiw
  9. Bei Treffen mit Leo: Selenskyj lädt Papst in die Ukraine ein
  10. Kritische Analyse des US-Friedensplanes von Präsident Donald Trump







Top-15

meist-gelesen

  1. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  2. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Kirche in der Krise – und wie wir sie nicht retten sollten“
  3. „Die hl. Märtyrer von Międzyrzecz waren Menschen aus Fleisch und Blut, die bereit waren…“
  4. BDKJ und eine doch getaufte Kandidatin im Bundesvorstand
  5. „Der Wahlausgang in Berlin im September 2026 gibt vielen Bevölkerungsgruppen Anlass zur Sorge“
  6. Bemerkenswerte Geste: Wenn Papst Leo nach Frankreich kommt, werden alle Kirchenglocken läuten
  7. Wer ist der Mann auf dem Tuch?
  8. Mutmaßlicher IS-Anhänger soll Anschlag auf eine Kirche in Bremen geplant haben - Festnahme
  9. Programm für Lateinamerika-Reise des Papstes veröffentlicht
  10. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Präsident Trump nominiert Tochter von Franklin Graham zur Sonderbotschafterin für Religionsfreiheit
  12. Irreversibel – die Diktatur des Geschehenen. Wenn die Geschichte zum ‚Lehramt‘ wird
  13. Fast der gleiche Glaube?
  14. Gender-Ideologie: Katholische Familie kämpft um ihre Tochter
  15. Slowakei: Papst Leo XIV. grüßt die Teilnehmer des Nationalen Marsches für das Leben in Bratislava

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz