Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. AfD Rheinland-Pfalz suchte Gespräch mit Bischof Ackermann – dieser ging auf Demo gegen ‚rechts’
  2. Wieder Unmut über Fastentücher in Tirol und Wien
  3. R.I.P. Alexej Nawalny – ein Kämpfer für die Freiheit
  4. Vatikan bestürzt über Tod Nawalnys
  5. „Bischöfe, macht Euch ehrlich!“
  6. Sie sahen: Das Ende des Synodalen Weges
  7. Bischof Krautwaschl meint: ‚Diskussion zum Thema Frauenweihe nicht beendet’
  8. Wieder ein Brief aus Rom an die deutschen Bischöfe
  9. Israels Botschaft weist Aussagen des päpstlichen Chefdiplomaten Parolin zurück
  10. Kardinal Schönborn an DBK: "Weigerung einzulenken wäre Anzeichen eines Schismas"
  11. Papst Franziskus reist zur Biennale nach Venedig
  12. "Das unpräzise Pontifikat"
  13. "Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle"
  14. Historiker Wolffsohn: ‚Kirche macht sich überflüssig’
  15. Das Oxford Oratorium verzeichnet eine steigende Zahl von Menschen, die katholisch werden

Treiber*in, wohin?

7. Februar 2023 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Otti's Optik: Auch "Rechte" haben Rechte - Von Franz Norbert Otterbeck


Köln (kath.net)

Da hat Seine Heiligkeit, Papa Francesco, mal ins Schwarze getroffen. Die "deutsche Elite" jault, jedenfalls soweit es im Dunstkreis der deutschen Bischöfe abhängig beschäftigte Laienbeamte sind. Man stottert immer noch karg, weil der Wortschatz einfach nicht ausreicht, um differenziert zu argumentieren. Man wolle sich die "Treiberfunktion" nicht nehmen lassen, hieß es. Ich denke nicht, dass Queen Zetdeka II. die Analogie aus der Computerwelt entnahm. Sie kann doch nur an eine schwäbische Treibjagd auf der Alb gedacht haben. Was machen Treiberinnen und Treiber denn da? Sie treiben die früher "linke", heute "rechte" Wildsau dem Duodezfürst vor die Flinte. Päng, Sau tot! Halali. Auch Hermann Göring und Erich Honecker vergnügten sich auf der Schorfheide an diesem Hobby. Es soll unfassbar viel Wild absichtlich der mordlüsternen Elite zugetrieben worden sein, um eine vortreffliche "Strecke" zu legen. Da sind elitäre Ideologen von weit links bis weit rechts völlig gleich gestrickt: Wo wir sind, da ist oben. Mit einem herrlichen Blick über das frenetisch applaudierende Volk. Und beide Beispiele, Staatsratsvorsitzender wie Reichsmarschall, hatten ein unfehlbares Gespür dafür, was dem Volke nützt. Oder etwa nicht? Etwa nur auf der Jagd?

Beim Kleinstaat im Staate, der Doppelmonarchie Debekanien-Zetdekanien, ist es mit der Unfehlbarkeit noch viel viel einfacher. Denn man bleibt ja unter sich, braucht sich vom frommen Geschwätz der "Rechtskonservativen" in Rom, Linz oder Köln nicht beirren zu lassen. Die Treiber*innen da mögen ihren Kompass. Denn der zeigt ja immer in dieselbe Richtung. Norden? Nein, glühend linkswärts. Wenn aber das Wild ausreißt? Oder den Treiberlärm als simplen Egotrip durchschaut? Dann werden der synodalen Elite ein paar fett gemästete Hausschweine zum Fraß vorgelegt, frisch aus der Tiefkühltruhe "Würzburg '75". Unsere Hoffnung: Recht ist, was dem Bauche nützt!


Kurios. Auch "Rechte" haben Rechte. Jedenfalls meinte das Grundgesetz das so, mit der Menschenwürde. Mir fehlt jede persönliche Sympathie für H.G. Maaßen. Ich mag noch nicht einmal seine Brille und keinen seiner Kraftsprüche. Ob die CDU noch seine politische Heimat ist, das kann ich nicht sagen. Manche empfinden es bereits als "Ehre", diese politische Heimat verloren zu haben. Bislang tut Friedrich Merzel eher wenig für sein "Lager" aus Merkelzeiten. Das soll unser Thema heute nicht sein. Aber ohne Maßen immer gegen Maaßen? Stimmt dann der Kompass der Demokratie noch, wenn ihr Begriff mehr und mehr inhaltlich präjudiziert wird? Demokrat ist nur noch, wer mehr oder weniger "links" argumentiert, Antidemokrat aber, wer "rechts" steht? Auf beiden Flügeln laborieren Extreme, die tatsächlich mit der Demokratie hadern, weil sie langsam arbeitet und selten mehr erreicht als Kompromisse. Insgesamt zu hohe Anforderungen an die Politik zu stellen, das war seit jeher widerchristlich, denn wir Christen wissen, "das Heil" kommt nicht vom Staate, ob sauber geführt oder korrupt. Dieser Zwang zur Gelassenheit war einmal der Vorzug des Grundgedankens christlicher Demokratie, wie sie in Deutschland, Italien, teils auch in Spanien oder Frankreich für Epochen vernünftiger Schrittmacher des Gemeinwohls war.

Wer sich eine "Treiberfunktion" beimisst, ob in der Kirche oder der Politik oder der Kirchenpolitik von DKB/ZdK, gibt vor, die richtige Richtung zu kennen, in den Fortgang der Geschichte bereits "eingeweiht" zu sein. Den anderen muss die "Macht" entwunden werden, denn "wir" wissen Bescheid, "wir" nur wenden die Macht gut an. Die anderen sind die Störer, weg damit! Diesen Ansatz erkennt jede/r als elitär, ohne tiefere Initiation in die Mysterien des deutschen Humanismus. Denn die Hybris: 'zeige mir den Punkt und ich hebe Dir die Welt aus den Angeln', die teilt sich unmittelbar mit, trotz des "stotter-kargen" Sprachgebrauchs der müden Kreuzritter "von links". Diese Welt muss "unser" sein! Und weigert sie sich, dann machen wir uns erstmal die Kirche untertan.

Gott will es!

Was will Gott mit seiner Kirche? Ein fast schon verbotene Frage, zwischen Bonn, Frankfurt und Limburg. Die Kirche heißt nicht Katholische Kirche mit großem K, denn das ist nicht ihr Firmenname. Es ist die katholische Kirche, die allgemein-christliche. Das ist eine anti-elitäre Eigenschaft. Die Hierarchie der Kirche ist nicht ihre "Elite", sondern ihr eingestiftet, um Kirche wesentlich offen zu halten für alle. Der Papst, der Bischof, der Pfarrer: Sie sind mit Autorität ausgestattet, um auch dem einfachen Gläubigen, dem vielleicht sogar Abtrünnigen, dem am Rande, zum Recht verhelfen zu können, auch gegen die Eliten, die sich in Pfarreien, Bistümern, vielleicht sogar in Rom breitmachen, um die Beute unter sich aufzuteilen. Auch das kirchliche Lehramt war eine Erfindung, um in die Breite wirken zu können. Wir sind keine Kirche der Erwählung, sondern des Volkes Gottes, wenn auch angeführt durch eine "Ordnung". Sie ist ein Dienst, der Vollmacht benötigt, um aufzuklären und beisammenzuhalten. Paulus Striet, das wird der Name des Magnus sein, wenn er sich noch bekehrt, sein "Damaskus" im Breisgau erleben wird, wird das noch lernen müssen, dass der einzelne Theologe mit seiner Meinung weder Staatsratsvorsitzender noch Reichsmarschall der Kirche sein kann, weder nach Kriterien der Moderne noch der Antimoderne. Und gar nicht danach gieren sollte, Beute als "Strecke" vorgelegt zu bekommen, auch nicht in Gestalt von Buchauflagen. Treiber, lest Ratzinger!

Petrus fragte einst den Auferstandenen: 'Quo vadis, Domine?' (Vielleicht auf Griechisch oder Aramäisch.) Wo Du hingehst, da will auch ich sein. Also notfalls auch mal nach "rechts" abbiegen, wenn "links" die höllischen Klippen drohen. Das wäre mal ein Tipp für den synodalen Egotrip, mit Courage zu fragen: Wohin gehst Du, Christus, unser Herr?

 




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 girsberg74 8. Februar 2023 
 

Nein, aus der Computerwelt kann der Begriff „Treiber“ nicht entnommen sein,

wiewohl der Grundgedanke hinsichtlich des Treibens derselbe ist. Das kann aber trotzdem nicht sein, denn es gibt dort keine Treiber.Innen; die gibt es nur bei der Saujagd. Und so sind die Verhältnisse teilgeklärt.

Die Frage, um im Bild zu bleiben, ist, wer oder was alles getrieben wird, denn getrieben wird von diesen Treiber.Innen allerhand.

Aus dem Blick bleibt der Jäger, der alles kassiert; darnach fragen die Treiber.Innen nicht. Diese treiben einfach und treiben es ohne Rücksicht, ohne den Jäger in der Deckung wahrzunehmen.

Der kommt dann umso einfacher an das große Fressen. - Wie, die Treiber kriegen nichts? Wieso, die hatten doch ihren Spass.


0
 
 FNO 7. Februar 2023 

@ J.

Mir fallen bei den Werken des Großen Vorsitzenden Bätzing sogar die Ohren zu. Sogar bei seine extrem kurzen Predigten.


2
 
 J. Rückert 7. Februar 2023 
 

Linke Sau, rechte Sau

Meine Sozialisierung erfolgte in den 50er und 60er Jahren. Damals war links einfach bäh: ein linkes Ding, ein linker Vogel, gelinkt werden usw. - man schüttelte sich.
Mit der deutschen Kulturrevolution kam alles anders. Ein Komantsche im Karl-May-Museum mit einem Hakenkreuz unter der Wäsche bringt derzeit ganze Radebeul unter Rechtfertigungsdruck: Wie können wir mit dieser Schuld leben? Eine rücksichtslose Selbstkritik wie 1966 in China wird gefordert. Damals klagte eine junge Krankenschwester öffentlich ihren Mann, einen Chirurgen, an: "An medizinischer Literatur kann er nicht genug verschlingen. Wenn er aber die Werke des Großen Vorsitzenden liest, fallen ihm sogleich die Augen zu. Auf ihn müsst ihr aufpassen, sonst wird er noch ein Rechter!" Das ist jetzt Deutschland, machen wir uns nichts vor!


2
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Otti's Optik

  1. Salzburg '23: Die "letzte" Hochschulwoche?
  2. Kein Himmel mehr voller Geigen
  3. Anmache oder Mache oder beides - kreuz und queer?
  4. "Veni Sancte Spiritus"
  5. "Die nächste Messe? Am Sonntag!"
  6. "Wo bleibt das Fleisch?"
  7. "Der Lauf der Welt"
  8. Hirtensorge und Selbstmästung
  9. 'Klappe zu, Affe tot!'
  10. Ein gutes Zeugnis für Papst Benedikt






Top-15

meist-gelesen

  1. Karwoche und Oktober 2024 mit kath.net in MEDJUGORJE
  2. Kommen Sie mit! - 13. Oktober 2024 in Fatima + Andalusien!
  3. Sie sahen: Das Ende des Synodalen Weges
  4. Kardinal Schönborn an DBK: "Weigerung einzulenken wäre Anzeichen eines Schismas"
  5. Christian Geyer in FAZ-Kommentar: „Synodaler Ausschuss - Bischöfe als juristische Deppen?“
  6. Wieder ein Brief aus Rom an die deutschen Bischöfe
  7. "Das unpräzise Pontifikat"
  8. "Ihr aber macht daraus eine Räuberhöhle"
  9. R.I.P. Alexej Nawalny – ein Kämpfer für die Freiheit
  10. Kardinal Kasper: „Ich stimme Kardinal Schönborns Mahnung an die DBK voll und ganz zu“
  11. AfD Rheinland-Pfalz suchte Gespräch mit Bischof Ackermann – dieser ging auf Demo gegen ‚rechts’
  12. Wieder Unmut über Fastentücher in Tirol und Wien
  13. Grußwort des Apostolischen Nuntius, Erzbischof Eterović, an die Deutsche Bischofskonferenz
  14. Historiker Wolffsohn: ‚Kirche macht sich überflüssig’
  15. Kardinal Zen/Hongkong mit Grundsatzkritik: „Wie wird die Synode weitergehen und enden?“

© 2024 kath.net | Impressum | Datenschutz