Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  10. „Das Ende von Maria 2.0“
  11. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  14. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  15. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus

Als ob es Gott nicht gäbe

28. November 2022 in Kommentar, 25 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bätzing ist nur ein Beispiel für viele, die unmittelbar nach Rom weiter ihre verdorbenen Reformbotschaften in die Welt posaunen. Das Schisma muss doch irgendwie zu erreichen sein, scheint die Botschaft zu sein - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Ein wenig turbulent ging es ja schon zu. Der Ad-limina-Besuch der deutschen Bischöfe in Rom brachte das erwartete Ergebnis. Selbstverständlich würde man den deutschen Bischöfen die Grenzen aufzeigen. Dies geschah und weil man sich in Deutschland Kommunikationsprofis hält, machte sich die DBK direkt daran. Die Lufthoheit über die Deutung der römischen Gespräche zu beanspruchen. Für gewöhnlich zeigt sich der Vatikan gerne mal mit moderner Kommunikation überfordert. Man sagt den Bischöfen, was zu sagen ist und macht so weiter, wie seit Jahrhunderten.

Kaum wieder in Deutschland sprachen Bischöfe davon, dass es keine Stoppschilder gegeben habe. Man äußerte sich zufrieden und wohlwollend über die Gespräche, ja, man fühlte sich gar ermutigt. Es konnte ja keiner Wissen, was in den Gesprächen gesagt wurde. Doch dann zeigte Rom sich von einer unerwarteten Seite. Die Reden der Kardinäle Ladaria und Ouellet wurden veröffentlicht. Sie sind in mehrere Sprachen übersetzt und erscheinen auf Internetseiten und in den Sprachausgaben des Osservatore Romano. Nun kann jeder nachlesen, was die römischen Kardinäle wirklich gesagt haben. Auch wenn es keine offizielle Begründung für die Abwesenheit des Papstes bei dem interdikasteriellen Gespräch gab, der leere Platz des Papstes ausgerechnet an dem Tag, vor allem im Kontext der nun öffentlich einzusehenden Texte, ist mehr als nur sprechend.

Nun könnte man annehmen, dass die deutschen Bischöfe nach diesem Besuch und nach diesem deutlichen Warnsignal Zeichen einer Umkehr erkennen lassen. Immerhin hat Rom mal die Zähne gezeigt. Ein Moratorium des synodalen Weges von DBK und „ZdK“ hätte der Kirche in Deutschland eine hilfreiche Atempause beschert. Nein, es geht weiter auf dem inzwischen unaufhaltsamen Weg ins Schisma.


In der Woche nach dem Besuch in Rom verabschiedete der ständige Rat der DBK eine Rahmenordnung für ein neues Arbeitsrecht der Kirche. Zwar müssen die einzelnen Bischöfe diese noch in diözesanes Recht umsetzen, doch die sofortigen Erklärungen, dies auch unverzüglich tun zu wollen, ließen nur Stunden auf sich warten. Dieses neue Arbeitsrecht der Kirche stellt eine bis dahin nicht gekannte Erschütterung dar. Jetzt geht es sogar in kirchlichen Dienststellen und Betrieben so zu „etsi deus non daretur“. Mit einer nonchalanten Selbstverständlichkeit hat man für kirchliche Mitarbeiter das sechste Gebot abgeschafft.

Statt für kirchliche Mitarbeiter ein neues Arbeitsrecht zu erfinden, könnte die Kirche eben jene Betriebe (zum Beispiel in Stiftungen) ausgliedern, für die es nicht mehr genügend katholische Mitarbeiter gibt. Diese könnten dann auch die christlichen Ideale hochhalten, aber unabhängig und unter staatlichem Arbeitsrecht agieren. Dazu müsste man loslassen können. Viele Aufgaben, die in der Tat die Kirche der Gesellschaft geschenkt hat, kann die Gesellschaft inzwischen selber. Andere Dinge wären dringend kirchlich zu tun. Kliniken, Hospize und Praxen, in denen Menschen vor Abtreibung und Sterbehilfe sicher sind, wären eine kirchliche Aufgabe, die die Gesellschaft derzeit nicht bewältigen kann.

Mission oder Evangelisation sind die Kernthemen der Kirche. Den Menschen das Evangelium zu verkünden ist die Aufgabe der Kirche. Wenn sich aus dem Auftrag der Caritas ergibt, ein Werk zu tun, dann sind auch die Menschen da, das Werk zu tun. Es ist diese lausige Verweltlichung der Kirche, die nicht mehr auf das Wort Gottes glaubt hören zu müssen, sondern sich Sachzwängen ergeben will. Wir wollen bei den Großen dieser Welt mitspielen, das war schon immer die Versuchung für die Kirche und nicht zuletzt für die Bischöfe. Und weil die Großen dieser Welt gerade die Genderideologen, die Diversen, die Woken sind, kann man sich selber herleiten, wo denn auch der Episkopat so gerne mitspielen möchte.

Es wundert insofern nicht im Geringsten, wenn Georg Bätzing kaum aus Rom zurück, direkt wieder die Weihe von Frauen fordert. Bätzing ist nur ein Beispiel für viele, die unmittelbar nach Rom weiter ihre verdorbenen Reformbotschaften in die Welt posaunen. Das Schisma muss doch irgendwie zu erreichen sein, scheint die Botschaft zu sein. Nun möchte Bätzing sich weiter für die Weihe von Frauen einsetzen, die zu spenden – unendlich oft wurde es betont – die Kirche keine Vollmacht hat. Na, also bitte, wenn er das doch möchte, so möge er sich eine willige Frau suchen und eine Weihesimulation an ihr vornehmen und schauen, was passiert. Dann wäre doch endlich Klarheit. Die Forderung an sich reicht als Gedankenspiel. Niemand muss sie wirklich durchführen. Die Folge wäre in der Tat die Suspendierung und Exkommunikation des handelnden Bischofs, sowie die Exkommunikation der Frau, die es hat mit sich machen lassen. Können wir uns jetzt den wirklich wichtigen Dingen zuwenden?

Beide Beispiele, es gäbe noch zahlreiche andere, zeigen überdeutlich, woran es in der Kirche krankt. Es gibt zwei Dinge, die man als Katholik gut kennen sollte: Die Bibel und den Katechismus. Je tiefer man sich dort hinein begibt, umso klarer wird es, dass das Amt überhaupt gar nicht anzustreben ist. Es ist kein Ideal, es ist kein Machtinstrument und wenn es dazu gemacht wird, ist es pervertiert. Das Amt ist sakramental und hat allein die Aufgabe sakramental zu wirken. Lehren, leiten und heiligen ist das dreifache Charisma des Amtes in der Kirche.

Leiten ist im Sinne des Charismas des Amtes ein Dienst am Volk, der Demut fordert. Ob das im Sinne der Frauenpriestertumsforderinnen (m/w/d) ist? Wohl kaum. Entspricht es der Wirklichkeit? Diese Frage mag sich jeder selbst beantworten, der in unseren Tagen erlebt, mit welch einem Hochmut deutsche Bischöfe sich über die Weltkirche erheben und ihr Verständnis von kirchlichen Reformen arrogant und überheblich ertrotzen wollen.

Der Normalfall des Christen ist der Getaufte und Gefirmte, nicht der Geweihte. Taufe, Firmung und Eucharistie im eigenen Leben zu vertiefen ist die Aufgabe des Katholiken. Das Leben in der Welt verlangt viel. Eine Weihe gehört nicht dazu. Jene aber, die herausgerufen werden, die Kleriker, sind nicht zu beneiden. Dieses Gieren nach dem Amt ist denkbar ungesund. Es ist ungesund für den einzelnen, es ist auch ungesund für die Kirche insgesamt. Vielleicht, man könnte einmal darüber nachdenken, fehlen uns die Berufungen, weil zu viele gierig auf das Amt schauen.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. "Marsch für das Leben"-Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Die Krise des Bischofsamtes
  4. Der Bischof und der Denunziant
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  10. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  3. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  4. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  5. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  6. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  7. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  8. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  9. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  10. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  11. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  12. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  13. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  14. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  15. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz