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Homosexualität: Gott-gewollt oder Darwinischer Irrtum?

21. November 2022 in Kommentar, 46 Lesermeinungen
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Der Aachener Bischof vertritt in einem Interview die These, die gleichgeschlechtliche Veranlagung bei manchen Menschen sei keine Verirrung sondern "Gott-Gewollt". Evolutionsbiologische Fakten werden ignoriert - Gastkommentar v. Prof. Ulrich Kutschera


Linz (kath.net)

Am 13. November 2022 publizierte die "Deutsche Welle" (DW) ein ausführliches Gespräch mit dem prominenten Katholiken Helmut Dieser, wobei das Reformprojekt "Synodaler Weg" im Mittelpunkt der Diskussion stand.

 Unter der Schlagzeile "Kirche und Sex: Ein Bischof will Reformen" wurde in diesem Kontext das verhaltensbiologische Phänomen "Homosexualität"  vertiefend angesprochen. Nach dem Hinweis, dass "Der Synodale Weg...eine Folge der Aufdeckung der Missbrauchsskandale" (in der katholischen Kirche) seien, erläuterte Bischof Dieser seine These, gleichgeschlechtliche erotische Neigungen und Handlungen, populär als "Homosexualität" bezeichnet, seine "Gott-gewollt".

Unter Verweis auf  "die Wissenschaft" behauptet der Aachener  Bischof, "Homosexualität.. sei.. keine Panne, keine Krankheit, kein Ausdruck eines Defizits ... keine Verirrung", sondern "eine Variante der menschlichen Sexualität". Er würde auch ohne Probleme ein Kind zweier lesbischer Frauen taufen, sagte der weltoffene Katholik der "Deutschen Welle". Was lehrt demgegenüber die moderne Evolutions- und Entwicklungsbiologie zum 2 %-Phänomen der menschlichen  "Homosexualität"?

Wie ich in der 2. Auflage des Buchs "Strafsache Sexualbiologie. Darwinische Wahrheiten zu Ehe und Kindeswohl vor Gericht, Hamburg 2022" (www.evolutionsbiologen.de) dargelegt und in einem Kath.net-Interview zur Bedeutung der Familie für die Gesellschaft erörtert habe (www.kath.net/news/78758), ist die Aussage "Homosexuelle sind krank" ,unzutreffend und diffamierend. Wir müssen alle rechtschaffenen Menschen so akzeptieren, wie sie sind. Lesbische Frauen bzw. schwule Männer haben sich ihre gleichgeschlechtliche Veranlagung nicht ausgesucht. In den meisten Fällen liegt eine von der Norm abweichende entwicklungsphysiologische "Besonderheit" vor, die man wertfrei als vorgeburtliche "Immunisierungs- bzw. Testosteronlevel-Abweichung"  beschreibt. Die Frage, ob in manchen Fällen eine nachgeburtliche  "Fehlprägung"  ursächlich zur gleichgeschlechtlichen Neigung beiträgt, ist noch immer Gegenstand humanbiologischer Diskussionen.


Der politisch korrekte, aber sachlich falsche These, Homosexualität sei  "eine Variante der menschlichen Sexualität" muss ich unter Verweis auf Charles Darwin (1809--1882) heftig widersprechen. Vor 150 Jahren veröffentlichte der britische Universal-Biologe die 6. und verbindliche Auflage seines Buchs zum "Ursprung der Arten (The Origin of Species,1872)". Auf dem Wissensstand der damaligen Zeit beschrieb er sachlich korrekt, dass Lebewesen die angeborene Tendenz mitbringen, mehr Nachkommen zu hinterlassen, als  die Umwelt tragen kann. Bei begrenzten Ressourcen (Nahrung, Brutplätze usw.) kommt es dann logischerweise zu einem "Daseins-Wettbewerb" , sodass die besser angepassten Varianten innerhalb der Population in ihren Kindern überleben werden, während die weniger gut adaptierten, mangels Nachwuchs, aussterben.

 Da alle bisher untersuchten  Tier- und Pflanzenarten (inkl. Mensch) zweigeschlechtlich organisiert, d.h. in "Frauen und Männer" mit Eizell- bzw. Spermien-Produktionsvermögen, untergliedert  sind, ist die sexuelle Reproduktion der "Motor" der Evolution: Sex, d.h. Befruchtung via Mann-Frau-Kopulation, erzeugt variable Nachkommen, das ist ein Naturgesetz!

Ohne irgendeinem "homosexuellen" Mann bzw. einer lesbischen Frau etwas Nachteiliges "anhängen" zu wollen, sprechen Biologen seit Jahrzehnten bzgl. der "Homoerotischen Veranlagung" beim Menschen von einem "Darwinischen Paradoxon"; manchmal liest man auch das Wortpaar "Darwinischer Irrtum".  Warum dieses harsche Urteil? Wie Darwin und viele andere Biologen seit langem  aufgedeckt haben, ist die Sexuelle Fortpflanzung ein energieaufwändiges Business, mit dem Ziel, das Erbgut der Eltern in die nächste Generation zu bringen. Homoerotische Handlungen, bei welchen, natürlicherweise, ein Sexualvorgang ausgeschlossen ist  (keine Befruchtung, d.h. Spermium-Eizell-Kopulation) , sind daher im evolutionsbiologischen Sinne als "Paradoxon", ja auch als "Irrtum" zu klassifizieren.

Das Grundproblem hierbei ist, dass Gender-Ideologen, die hinter der "Homosex ist auch Sex"-These stehen, die Begriffe "Sexualität" (Ziel: Nachkommen-Erzeugung) und "Erotik" (liebevolle zwischenmenschliche Verhaltensweisen) verwechseln bzw. gleichsetzten. Damit bin ich wieder beim Aachender Bischof Helmut Dieser. Dieser sachkundig argumentierende Katholik hat leider seine "DW-Thesen" ausgesprochen, ohne den liebevollen 10-Kinder-Familienvater Charles Darwin zu berücksichtigen. Um es kurz zu sagen: Eine Population, die zu 100% aus Homoerotikern besteht, wird in einer Generation ausgestorben sein, und ein Kind stammt immer von Mutter plus Vater ab (Sex: Eizell plus Spermium-Zygote-Baby-Kind). Bei einem lesbischen Paar fehlt der Vater als natürlicher Gegenpart zur Mutter, die dann durch eine fremde Frau (lesbische Partnerin, d.h. Stiefmutter) ersetzt wird. Kindeswohl? Fehlanzeige!  Es sei nebenbei auf die Tatsache verwiesen, dass die große Mehrzahl der "Kirchen-Missbrauchsfälle" von männlichen Homoerotikern verübt wurden, die auch als " Knabenliebhaber" -- international "Boylover"-- bekannt sind.

 Die Frage, ob der christliche Schöpfergott  die "Erschaffung homoerotisch veranlagter Menschen" gewollt hat, kann ich als Atheist nicht beantworten. Im Rahmen der mir grundgesetzlich zustehenden Meinungsfreiheit vertrete ich die evolutionsbiologische Sicht, dass  Homosexualität ein "Darwinisches Paradoxon"  darstellt; ob man von einem "Irrtum der Natur" sprechen sollte, möge der Leser für sich selbst entscheiden.

 

Prof. Dr. Ulrich Kutschera ist ein in Deutschland und den USA tätiger Evolutionsbiologe und Physiologe, s. www.evolutionsbiologen.de.  In einem  Video von Imad Karim wird seine Vita sowie sein aktuelles Buch "Der Corona-Wahn. Schluss mit Virus-Angst, Ekel-Masken und Impf-Manie" vorgestellt, s.

 

 

 

 


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