Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  5. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  12. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm

"Bischof Bode sollte nach jahrzehntelangem Fehlverhalten von allen Ämtern zurücktreten"

23. September 2022 in Deutschland, 15 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Initiative Neuer Anfang: "Wir stellen diese Frage an alle anderen Bischöfe der Bischofskonferenz: ... Kann ein Beschuldigter in Ihrer Mitte Ihr stellvertretender Vorsitzender bleiben?"


Neuss (kath.net/Initiative Neuer Anfang) Glaubwürdigkeit erhält man nicht durch wohlklingende Worte, sondern durch konsequente Handlungen. Sexueller Missbrauch selbst, das Versagen im Leitungsamt aber auch das Wegsehen muss verantwortet werden von denjenigen, die ihre Aufsichtspflicht persönlich verletzt haben. Der 600-seitige Zwischenbericht der Universität Osnabrück, der sich speziell den Pflichtverletzungen der Bistumsleitung widmet, hat schwere Versäumnisse insbesondere durch Bischof Franz-Josef Bode ermittelt. Nicht nur als Bischof von Osnabrück, sondern auch als stellvertretender Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz und als Vizepräsident des Synodalen Weges steht Franz-Josef Bode in einer besonderen Verantwortung. Die Initiative „Neuer Anfang“ fordert deshalb, dass er sich seiner Verantwortung stellt und ernsthafte Konsequenzen zieht, dem Papst seinen Rücktritt anbietet und als stellvertretender Vorsitzender der deutschen Bischofskonferenz sowie als Vizepräsident des Synodalen Weges zurücktritt.

Wenn Bischof Bode nun zu Protokoll gibt, er sei „blind gewesen“ so ist das eine beschönigende Darstellung. Das Missbrauchsgutachten listet da eher gravierendes Wegschauen auf. Als katholische Laieninitiative haben wir wiederholt eine unabhängige Aufarbeitung der Missbrauchskrise gefordert. Wer wissen will, warum es bis heute keinen nennenswerten Fortschritt gibt, findet gerade wieder ein bitteres Beispiel: Bischöfe wie Bode, die sich als Reformer gerieren und auf eine angebliche "systemische Schuld" der Kirche umlenken, statt zu ihren persönlichen Verfehlungen zu stehen.


Es braucht endlich eine glaubhafte Aufarbeitung der Missbrauchsthematik und die kann nicht durch Bischöfe passieren, die selbst verstrickt sind. Niemand kann Richter oder Ermittler in eigener Sache sein. Wir brauchen keine neue Moral in der katholischen Kirche, sondern Priester, die sich selbst daran halten.

Wir stellen diese Frage an alle anderen Bischöfe der Bischofskonferenz: Wollen Sie jetzt zur Tagesordnung übergehen auch bei der nun anstehenden Vollversammlung der Bischöfe oder unmissverständliche Klärung fordern? Kann ein Beschuldigter in Ihrer Mitte Ihr stellvertretender Vorsitzender bleiben?

Wir stellen aber auch diese Frage an die Teilnehmer der Synodalversammlung auf dem Synodalen Weg: Wie glaubwürdig ist die sowieso bereits zweifelhafte Aufarbeitung der Missbrauchsthematik durch dies Gremium, wenn Sie einen Vizepräsidenten auf dem Synodalen Weg dulden, dem selbst eklatante Versäumnisse und Vertuschung vorgeworfen wird?

Das Gutachten der Universität Osnabrück listet gegenüber Bischof Bode Versäumnisse und Fehlentscheidungen in einem besorgniserregenden Ausmaß auf. Zitat:

„Besonders schwer wiegen Verletzungen der Pflicht zu angemessenen Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Taten von Beschuldigten.“ Bis über das Jahr 2000 hinaus sei teils in schwerwiegender Weise dagegen verstoßen worden. Auch schwer belastete Beschuldigte seinen in Pfarreien eingesetzt worden und erhielten „damit neue Tatgelegenheiten z. B. an Messdienern oder in der Jugendarbeit“. Der Osnabrücker Bischof Franz-Josef Bode ist seit 1995 im Amt. Der Bericht versichert: „Die Bischöfe trifft eine individuelle Verantwortung bei Entscheidungen über den weiteren Einsatz Beschuldigter.“ Er spricht vom „Führungsversagen an der Spitze des Bistums“.

Der Personalreferent im Bistum habe „streng darauf geachtet, die Personalplanung in engster Abstimmung mit dem Bischof vorzunehmen“. Ab dem Jahr 2002 wurde er von Bischof Bode gleichzeitig zum ersten Missbrauchsbeauftragten des Bistums ernannt, ein Vorgang, den die Osnabrücker Wissenschaftler wegen der damit verbundenen Interessenkollision für problematisch halten.

Wie nachlässig die Bistumsleitung mit Missbrauchsfällen umging, macht der letzte Fall deutlich, den der wissenschaftliche Bericht beschreibt: „Im Fall des Beschuldigten Z. S. wandten sich über einen Zeitraum von fast 20 Jahren immer wieder Betroffene an das Bistum Osnabrück. … Die Verantwortung für das Handeln der Bistumsleitung trug Bischof Bode.“

In einem anderen Fall wird berichtet: „Die beim Auftreten der ersten Verdachtsumstände im Jahr 2002 vom damaligen Missbrauchsbeauftragten des Bistums Osnabrück ergriffenen Maßnahmen erscheinen völlig unzureichend, um die erkennbaren erheblichen Gefahren für Kinder in der fraglichen Gemeinde abzuwehren und den Betroffenen Hilfe anzubieten. Auch Bischof Bode hätte darauf bestehen müssen, dass entschieden gegen den Beschuldigten vorgegangen wird, um dessen Handeln gegenüber Kindern und Jugendlichen sofort und sicher zu beenden. Dem Beschuldigten hätte insbesondere sofort verboten werden müssen, Kinder und Jugendliche in seiner Privatwohnung zu empfangen oder sich mit ihnen allein in einem geschlossenen Raum aufzuhalten; erst recht natürlich, ihnen Alkohol anzubieten.“

Es gleicht einer Verhöhnung der Opfer – gerade auch derjenigen, die vermeidbar gewesen wären – wenn der Bischof nicht bereit ist, zu seiner persönlichen Verantwortung zu stehen. De weiteren Ansehens- und Vertrauensverlust für die Gesamtkirche müsste er sich dann auch zurechnen lassen.

Weiterführender Link: Kommentar Petra Lorleberg: Stellvertr. DBK-Vorsitzender Bode steht nach Missbrauchsbericht über sein Bistum vor Scherbenhaufen - Man darf gespannt sein zu beobachten, ob die Mainstreampresse in den kommenden Wochen ihre Vorwürfe gegen einen Bischof, der ja ihre eigene kirchenpolitische Agenda immer bereitwillig bedient hat, zügig „vergessen“ wird.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“
  4. Auf Christus schauen!
  5. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  6. Tschechien: Kirchenkommission warnt vor prorussischer Desinformation
  7. Die Geburt des neuen Antisemitismus aus dem verurteilten alten Antisemitismus
  8. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  9. Papst Leo XIV. berät mit seinen Behördenleitern
  10. Primat in Synodalität – Synodalität in Communio
  11. Altabt bei Jugendfestival: Jesus als Vorbild für gelebte Liebe nehmen
  12. Leo XIV.: „Ihre Anwesenheit ist ein leuchtendes Zeugnis für die ungeschuldete Zuwendung Gottes“
  13. Neue Kirche "Heilig Kreuz" in Selfoss eingeweiht: Meilenstein für die katholische Kirche Islands
  14. Papst würdigt „berühmten Hymnus ‚Lead, Kindly Light‘ (Führ, liebes Licht)“ des hl. John Henry Newman
  15. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz