Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. IRRE! – „LifeSiteNews“ postet Papst-Bild mit Henkerstrick auf X
  2. BREAKING NEWS - Der Papst hat Lungen-Krebs!
  3. 'Wenn du deinen Apparat kulturell gegen dich hast, bist du der ärmste Hund als Bischof.'
  4. Kardinal Marx meint: "Die Kirche ist kein sinkendes Schiff, sie wird nur umgebaut"
  5. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  6. Deutsche Caritas-Präsidentin fordert CDU-Annäherung an 'Die Linke'
  7. Böhmermann verhöhnt in seiner Sendung Jesus Christus
  8. „Warum bin ich Christ“
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  11. Was auch immer Synodalität sein soll
  12. Meghan Markle-Fans ‚terrorisieren‘ Priester wegen Kritik an ihrem Adventskalender
  13. Was eine Messe wiegt
  14. 'Christen können Todesstrafe in gutem Gewissen ablehnen'
  15. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti

Bischof aus Damaskus warnt vor Nahem Osten ohne Christen

24. September 2022 in Aktuelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Armenischer Bischof Nalbandian bei Tagung der "Initiative Christlicher Orient" in Salzburg: Orient ohne Christen würde zu weiterer Radikalisierung der Arabischen Welt und zu Konflikten mit dem Westen führen


Salzburg (kath.net/KAP) Vor einem Nahen Osten ohne christliche Bevölkerung hat der armenisch-apostolische Bischof von Damaskus, Armash Nalbandian, gewarnt. Das würde zu einer Radikalisierung der Arabischen Welt führen und könnte weitreichende Konflikte auch mit dem Westen auslösen. Nalbandian äußerte sich in einem Vortrag bei der Jahrestagung der "Initiative Christlicher Orient" (ICO) Montagabend in Salzburg. Im Blick auf seine Heimat Syrien sagte der Bischof, dass die Kirchen wesentlich mehr Freiheiten genießen würden als in anderen muslimischen Ländern. Gleichwohl brauche das Land mehr Demokratie. Enttäuscht zeigte sich der armenisch-apostolische Bischof vom Westen, der das Land seit Ausbruch des Krieges 2011 im Stich gelassen habe. Die ICO-Tagung steht heuer unter dem Titel "Syrien - Wege zum Frieden?!"

Die Christinnen und Christen seien integraler Bestandteil des Nahen Osten, viele Errungenschaften in den Bereichen der Bildung, der Medizin, der Kultur oder auch im sozialen Bereich seien auf sie zurückzuführen, führte Bischof Nalbandian aus. Christliche Gelehrte machten den Muslimen das Wissen der Antike zugänglich. Christen seien auch maßgeblich an der Entstehung der arabischen Nationalstaaten beteiligt gewesen. Viele politische Parteien wurden ebenso von Christen gegründet. Und trotzdem wurden die Christen immer wieder verfolgt und diskriminiert.


Der islamistische Fundamentalismus sei für die schwindende christliche Minderheit eine immanente Gefahr. Er wolle deshalb auch die schweigende muslimische Mehrheit auffordern, ihre Untätigkeit aufzugeben. Letztlich führe der Fundamentalismus auch zu ihrem eigenen Untergang, zeigte sich Nalbandian überzeugt.
Die Einhaltung der Menschenrechte erachtete der Bischof als zentral für eine gute Zukunft aller Bewohner des Landes. Um das Bewusstsein dafür zu stärken, "müssen wir noch viel mehr als bisher Brücken zu den Muslimen bauen", so der Selbstanspruch von Bischof Nalbandian. Der interreligiöse Dialog bzw. die Präsenz der Christinnen und Christen vor Ort im Orient seien auch die einzigen Garanten dafür, dass ein weiteres Aufkommen radikaler Islamisten verhindert werden könne.

Unvorstellbare Not

Das Ausmaß der Not im Land und der Zerstörungen sei eigentlich unvorstellbar: "40 bis 50 Prozent der Christen haben im Krieg in Syrien ihr Zuhause verloren", berichtete Bischof Nalbandian. Mehr als 100 Kirchen und 300 kirchliche Einrichtungen seien zerstört worden, daneben aber auch rund 1.800 Moscheen.

Nalbandian hob zudem hervor, dass kirchliche Hilfsmaßnahmen in Syrien nicht nur Christen, sondern auch Muslimen zugute kämen. Und er appellierte an den Westen, die Kirchen vor Ort auch weiterhin tatkräftig zu unterstützen, "damit wir diese Hilfe weitergeben können". Westliche Hilfe für die Kirche stärke deren Präsenz in Syrien.

Der Bischof beklagte in seinem Vortrag den Exodus unzähliger Christinnen und Christen, die in den vergangenen Jahrzehnten ihre Heimat Richtung Westen verlassen hatten. Die Zahl der verbliebenen Christinnen und Christen in Syrien setzte der Bischof mit acht bis zehn Prozent der Gesamtbevölkerung eher hoch an. Verlässliche Zahlen gebe es freilich nicht, räumte Nalbandidan ein. Die Kirchen bzw. die Gesellschaft in Syrien bräuchte aufgrund der Massenauswanderungen dringend einen "geistigen Wiederaufbau". Die westlichen Kirchen könnten aber etwa auch Stipendien für junge Syrerinnen und Syrer übernehmen, damit diese im Westen eine gute Ausbildung erhalten. Diese jungen Menschen seien beim Wiederaufbau ihres Landes dringend vonnöten. Eine notwendige Anstrengung sah der Bischof auch in der Stärkung des kirchlichen Bildungswesens in Syrien.
Im Blick auf Damaskus sprach der Bischof von guten ökumenischen Beziehungen zwischen den Kirchen, freilich müsse die kirchliche Einheit noch vertieft und die Zusammenarbeit gestärkt werden.
In Armenien und Deutschland ausgebildet

Bischof Nalbandian wurde 1973 in Aleppo geboren. 1987 begann er seine kirchliche Ausbildung am Theologischen Seminar der Armenisch-apostolischen Kirche in Etschmiadzin nahe der armenischen Hauptstadt Jerevan. Mitte der 1990er-Jahre ging er nach Deutschland, wo er als Seelsorger wirkte und seine Studien fortsetzte. Als Stipendiat des Diakonischen Werkes studierte er evangelische Theologie in Erlangen und katholische Theologie in Tübingen. 1998 wurde er zum Mönchspriester geweiht. 2004 ging Nalbandian zurück nach Syrien, 2006 wurde er zum Bischof geweiht. Er residiert in Damaskus.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Ägyptischem Konvertiten droht lebenslange Haft
  3. Arabische Jugendliche störten Abendmesse mit „Allahu Akbar“-Rufen in Wien
  4. Ukrainischer Bischof: Haben Russland nie um Hilfe gebeten
  5. Papst mahnt Studierende: Glaubenslehre nicht einseitig auslegen
  6. Messi: Ohne Gott wäre ich nie so weit gekommen
  7. Papst Leo wird operiert - Knoten in der Lunge!
  8. Das Hochzeitsmahl und die Einladung Christi: das Verhältnis zwischen Gott, Christus und der Kirche
  9. Halbierung der Pfarren und Schließung Dutzender Kirchen
  10. Die Wintersonne der Vernunft
  11. Astrochemikerin Karin Öberg erhält Pius-XI.-Medaille von Papst Leo XIV.
  12. Papst ernennt Petersdom Nachfolger von Kardinal Gambetti
  13. Präsident der Rabbinerkonferenz: Druck auf Juden in Europa steigt
  14. Wien: Über 3.000 Teilnehmende beim "Marsch fürs Leben"
  15. Papst Leo XIV. verlässt heute das Gemelli-Krankenhaus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz