Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Tantum ergo Sacramentum
  4. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  5. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  10. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  11. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  12. Spannungen hinter den Kulissen: Papst lehnt gemeinsamen Auftritt mit Macron in Notre-Dame ab!
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die katholischen Bischöfe übernehmen die Schirmherrschaft zum Marsch für das Leben/Slowakei
  15. Papst Leo XIV. hebt Gehaltskürzungen im Vatikan auf

Der synodale Endspurt beginnt

29. August 2022 in Kommentar, 33 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Bereits mit der vorletzten Synodalversammlung könnte also das faktische Ende großer Teile der katholischen Kirche in Deutschland sehr konkret Gestalt annehmen - Der Montagskick von Peter Winnemöller


Linz (kath.net)

Bald geht es wieder los. Die vorletzte Synodalversammlung des synodalen Weges von DBK und „ZdK“ trifft sich am 8. und 9. September in Frankfurt am Main. Diese Versammlung, die trotz ihres verwirrenden Namens natürlich keine Synode ist, sondern eine Veranstaltung „sui generis“ und damit keinerlei Verbindlichkeit hat, sollte man dennoch nicht unterschätzen. Man hat – schon jetzt – mit diesem Format Fakten geschaffen, die die Kirche in Deutschland nicht unberührt lassen. Die Bestrebungen aus Paderborn, Laien an der Bischofswahl zu beteiligen, zeigen das nur zu deutlich. Man wird auf der nächsten Versammlung – so denn die Pläne der Protagonisten zünden – das Bischofamt in weiten Teilen dekonstruieren. Wird der sogenannte „synodale Rat“ für Deutschland beschlossen, dann ist der Bischof nur noch ein netter Grüßaugust. Synodale Räte, das ist die Absicht, soll es auf allen Ebenen geben. Sie sollen auf allen Ebenen maßgeblich sein. Während allerdings auf Pfarr- und Diözesanebene für die Räte eine Wahl durch die Pfarr- oder Diözesanmitglieder, das bedeutet durch die im Taufregister ausgewiesenen Kirchenmitglieder, gelten soll, geht man beim bundesweiten „synodalen Rat“ kein Risiko ein. Dieser wird von der herrschenden Funktionärskaste ernannt werden, so steht es in der Beschlussvorlage. Damit wird das Regiment der Laienfunktionäre auf Dauer zementiert.

Der Vatikan hat bereits recht unterkühlt auf dieses Bestreben reagiert und erklärt, dass die Gläubigen nicht dazu verpflichtet werden können, neue Leistungsstrukturen oder neue Glaubenslehren anzunehmen. Dankbar hat man das zur Kenntnis genommen, denn in der Tat geht es exakt darum. Es sollen Fakten geschaffen werden, hinter die es kein Zurück mehr gibt. Ist der bundesweite „synodale Rat“ erst eingeführt, hat dieser gemäß dem Beschluss des „synodalen Weges“ Haushaltshoheit. Natürlich werden die Bistümer nach wie vor ihre eigenen Haushalte haben, doch es steht außer Frage, dass es Durch- und Übergriffigkeiten geben wird. Es gibt ein Modell dafür. In Europa liegt die Gesetzgebungshoheit für Fragen des Lebensrechts bei den Mitgliedsstaaten. Das jedoch hält das EU- Parlament nicht davon ab, regelmäßig Berichte zu verabschieden, die von einem frei erfundenen „Recht auf Abtreibung“ fabulieren und damit Druck auf Mitgliedsstaaten ausüben, die das Lebensrecht ungeborener Menschen zumindest partiell noch schützen.


Jeder Bischof, der auf der kommenden Versammlung des „synodalen Weges“ von DBK und „ZdK“ für den synodalen Rat stimmt, wird damit faktisch resigniert haben. Künftige Glaubensverkündigung steht dann unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Laienfunktionäre. Und wie diese aussehen soll, zeigt sich in anderen Texten, in denen zum Beispiel die Zusammenarbeit mit sogenannten staatlichen Antidiskriminierungsstellen vorgesehen wird. Solche Antidiskriminierungsstellen, die auch Deutsche gerne mal als Kartoffeln bezeichnen, stehen in der steten Gefahr zu zeitgeistigen Tugend- und Gedankenwächtern zu werden. Die Kirche als Abwehrinstanz gegen zeitgeistige Irrtümer wird damit ausgeschaltet. Steht also die katholische Morallehre, was im Grunde zu allen Zeiten der Normalfall ist, in Konkurrenz zu den Tugendwerten des Zeitgeistes, so ist die katholische Moral fortan diskriminierend und damit verboten. Predigt ein Pfarrer über katholische Ehelehre, so steht er damit schon bald mit einem Bein im Gefängnis. Denn ist klar, dass katholische Vorstellungen der Ehe als unauflöslicher Lebensbund zwischen einem Mann und einer Frau, der zudem für die Zeugung (nicht aber Erzeugung) von Kindern offen ist, dem woken Zeitgeist ein erheblicher Dorn im Auge ist. In die schöne neue diverse nichtbinäre Welt der sexuell bunten nicht heteronormativen Vielfalt passt das einfach nicht mehr.

Bereits mit der vorletzten Synodalversammlung könnte also das faktische Ende großer Teile der katholischen Kirche in Deutschland sehr konkret Gestalt annehmen. Es sollte natürlich niemand damit rechnen, dass am 11. September der Papst beim Angelus das Schisma für Teile der Kirche in Deutschland feststellt. So schnell schießen die Vatikanier nicht. Doch sollte tatsächlich der synodale Rat auf Bundesebene beschlossen werden, muss man die Augen aufhalten. Rom hat sehr klar gesagt, dass man die Bischöfe und die Gläubigen nicht zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral verpflichten kann. Insofern ist zwar eine möglicherweise Einführung eines sogenannten „synodalen Rates“ sowie dessen eventuelle Beschlüsse für Katholiken vollkommen irrelevant. Das große Aber in Deutschland ist die Verknüpfung der Mitgliedschaft in der Kirche mit der Entrichtung der Kirchensteuer. Mit Einführung einer illegitimen Leitungsebene geht einher, dass Katholiken diese dennoch mit ihren Kirchensteuern mitfinanzieren, auch wenn sie diese – dem Lehramt der Kirche folgend – ablehnen.

Es ist insofern nicht vorstellbar, dass es für gläubige Katholiken eine moralische Verpflichtung geben kann, mit der in Deutschland verpflichtend zu zahlenden Steuer illegitime Formen der Leitung der Kirche mitzufinanzieren. Somit ist aus heutiger Sicht nicht auszuschließen, dass in der Folgezeit der jetzt kommenden Vollversammlung des synodalen Weges von DBK und „ZdK“ durch die Umsetzung der Beschlüsse dieser Versammlung für gläubige Katholiken eine moralische Pflicht zur Verweigerung der Kirchensteuerzahlung entsteht. Hierzu wäre dann mal endlich ein Wort aus Rom fällig, dass es Katholiken ermöglicht, ihrer kanonischen Pflicht zur Kirchenfinanzierung anders nachzukommen. Denn auch dieser Gedanke ist zu berücksichtigen: Geld, das für die Neuevangelisierung und den Dienst an den Armen dringend gebraucht würde, darf einfach nicht in Kanäle gelangen, die systematisch zeitgeistige Irrtümer und das Schisma vorantreiben. Hier sind neben den Seelsorgern vor allem die Vordenker der Kritik am synodalen Weg von DBK und „ZdK“ gefordert. Es gilt, sich Gedanken über Auswege zu machen. Die Gläubigen in ihrer Gewissensnot allein zu lassen und rechtspositivistisch einfach auf geltendes Recht zu verweisen, ist kein Ausweg.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Montagskick

  1. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  2. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  3. Die Krise des Bischofsamtes
  4. Der Bischof und der Denunziant
  5. Das Schweigen der Bischöfe zur Causa Spahn
  6. Denn sie wissen nicht, was sie fordern
  7. Mehr Kirchensteuer bei weniger Mitgliedern
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Mehr Klarheit mit jeder Absage aus Rom
  10. Sieben Pfarreien sind viel zu viel für ein Bistum







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  4. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  5. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  6. Gericht stoppt Zwang zur Suizidhilfe für katholische Nonnen in Illinois
  7. Slowakei: Aufrufe zu Lebensschutz und Dialog bei Nationalwallfahrt
  8. Damit die nächste Saat aufgehen kann
  9. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  10. Grußwort des DBK-Vorsitzenden Wilmer verfehlt das Thema
  11. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  12. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  13. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  14. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  15. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz