Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  2. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  3. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  4. Katholische Kirche in Island hilft Menschen mit homosexuellen Neigungen enthaltsam zu leben
  5. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  6. Niedersachsen plant Religionsunterricht ohne Gott!
  7. Der stumme Gott unserer Zeit
  8. Beschließen ohne zu entscheiden?
  9. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  10. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  11. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  12. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  13. Frankreich: Neues Gesetz bestraft Versuch, von Suizidhilfe abzuhalten
  14. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  15. Junge Katholiken suchen in der Kirche lehramtliche Klarheit und nicht Anpassungsfähigkeit

Kardinal Schönborn: Kirche braucht gelebtes Glaubenszeugnis

24. August 2022 in Spirituelles, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wiener Erzbischof in tschechischer Kirchenzeitung "Katolicky tydenik": Neue Position der Kirche in säkularer Gesellschaft bietet auch "große Chance"


Prag/Wien (kath.net/KAP) Kardinal Christoph Schönborn (Archivfoto) sieht in der wegen der zunehmenden Säkularisierung geänderten gesellschaftlichen Position der Kirche "nicht nur eine negative Nachricht". Die Situation beinhalte auch "eine große Chance" für ein authentisch gelebtes Christentum, sagte der Wiener Erzbischof in einem Interview für die aktuelle Ausgabe der tschechischen Kirchenzeitung "Katolicky tydenik" (Mittwoch). "Der heutige Mensch hört lieber auf Zeugen als auf Gelehrte, und wenn er auf Gelehrte hört, dann deshalb, weil sie Zeugen sind", zitierte Schönborn aus dem Apostolischen Schreiben "Evangelii nuntiandi" (1975) von Papst Paul VI. über die Evangelisierung in der Welt von heute. Christen können dann überzeugen, wenn sie selbst mit ihrem gelebten Glauben Zeugen der Frohbotschaft sind, so der Kardinal.

Schönborn erinnerte auch an Worte von Papst Benedikt XVI. über dessen Tschechien-Besuch im Jahr 2009. Auch im am stärksten säkularisierten Land Europas habe er erlebt, dass die Menschen "Sehnsucht nach etwas Großem und Reinem haben", sagte Benedikt XVI. damals. "Und ich glaube, dass auch der heutige Tag für die Kirche eine günstige Situation wie in den ersten Tagen des Christentums sein kann", fügte Schönborn hinzu: "Wie sagte doch Johannes Paul II.: Öffnet die Tore für Christus!"


Der Wiener Erzbischof hatte zuletzt den Marienfeiertag am 15. August im tschechischen Brünn verbracht. Unter anderem leitete er in der Mariä-Himmelfahrt-Basilika der Augustinerabtei St. Thomas in Altbrünn (Stare Brno) eine Wallfahrtsmesse.

Angesprochen auf seine persönliche Beziehung zu Maria antwortete Schönborn im "Katolicky tydenik"-Interview mit den Worten "fröhlich und freudig, weil dies unsere Zukunft ist", die "nicht nur hier auf Erden" liege. Auf sein Brustkreuz verweisend, sagte der Kardinal, Johannes Paul II. habe es ihm 1996 persönlich gewidmet. Fortwährend rufe es ihm das Motto des heiligen Papstes "Totus tuus - ganz der Deine" in Erinnerung und daran, "der Jungfrau Maria voll zu vertrauen, weil sie uns zu Jesus führt".

"Gebürtiger Böhme"

Im Gespräch mit der Kirchenzeitung nahm der 1945 in Skalken in Böhmen geborene Wiener Erzbischof auch Bezug auf seine böhmischen Wurzeln. Auch wenn er sich auf Tschechisch leider nicht verständigen könne, bezeichne er sich als "gebürtiger Böhme", sagte Schönborn. Er habe es nicht gern, wenn jemand von ihm sage, er sei in den Sudeten geboren. Seine im Frühjahr 2022 im 102. Lebensjahr verstorbene Mutter Eleonore sei in Brünn geboren worden, wo sie auch ein tschechisches Gymnasium besuchte, erzählte der Kardinal. Sie habe fließend Tschechisch gesprochen, zu Hause aber sei Deutsch gesprochen worden.

Infolge der Benes-Dekrete wurde Eleonore Schönborn im Herbst 1945 als Mutter von zwei kleinen Kindern, unter ihnen der damals erst neun Monate alte Sohn Christoph, binnen einer Stunde aus ihrer Heimat vertrieben. In Brünn (Brno) sei er das erste Mal im Jahr 1968 im sogenannten "Prager Frühling" gewesen, sagte Kardinal Schönborn der "Katolicky tydenik". Zusammen mit seiner Mutter habe er damals Orte besucht, die mit ihrer Kindheit und Jugend verbunden gewesen seien. Neben Brünn habe man auch Wischau (Vyskov) besucht, wo Eleonore Schönborns Vater nach dem Ersten Weltkrieg Direktor der Zuckerfabrik gewesen sei.

Zu einem längeren Besuch habe ihn erst nach der Samtenen Revolution von 1989 ein Vortrag geführt, den er 1990 in Brünn hielt, berichtete der Kardinal. Bei seinem ersten Besuch sei Brünn eine graue Stadt gewesen, in der eine "traurige Atmosphäre" geherrscht habe, heute sei es eine "moderne und offene Stadt".

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten

Archivfoto Kardinal Schönborn (c) kathpress/Paul Wuthe


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu








Top-15

meist-gelesen

  1. kath.net ISLAND REISE im JULI 2026 - ANMELDUNG nur mehr bis 25. MÄRZ möglich!
  2. Oktober 2026 - Wunderbares SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Vier von sieben: Die unglaubliche Berufungs-Geschichte der Familie Morrison
  4. Der Apostolische Stuhl und die FSSPX: Wenn Extreme sich berühren
  5. Österreich: Liturgische Kommission wirbt für Kommunion in beiderlei Gestalt
  6. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  7. "Herr Kardinal Parolin, wieviele zehntausende Tote brauchen Sie noch im Iran, bis Sie aufwachen?"
  8. Bischof Overbeck ist mit Weidel und Chrupalla in Sachen Iran einer Meinung
  9. Eine große BITTE an Ihre Großzügigkeit! - FASTENSPENDE für kath.net!
  10. Ab Juli müssen Besucher Eintritt für den Kölner Dom bezahlen
  11. Abtreibungs-Aktivisten greifen Profemina-Beratungszentrum an
  12. „Nimm deine kleinen Kinder zur Messe mit!“
  13. Hatte J.D. Vance doch Recht? Wenn Hitler-Vergleiche in Deutschland die Polizei auf den Plan rufen
  14. Exorzismus-Experte: Aktuelle Weltlage nicht nur Werk des Bösen
  15. Beschließen ohne zu entscheiden?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz