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US-Präsident Biden gibt auf - Er zieht seine Präsidentschaftskandidatur zurück

22. Juli 2024 in Aktuelles, 21 Lesermeinungen
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Nach blamablen TV-Auftritten waren offenbar selbst seinen demokratischen Parteifreunden erhebliche Zweifel an seiner Fähigkeit für die nächste Präsidentschaft gekommen. Von Petra Lorleberg


Washington DC (kath.net/pl) Der amtierende Präsident der USA, Joe Biden (Demokraten), zieht seine Kandidatur für die nächsten Wahlen (November 2024) zurück. Das erklärte er vor wenigen Stunden ganz offiziell mit einem Schreiben auf der Plattform X. Nach blamablen TV-Auftritten waren offenbar selbst seinen demokratischen Parteifreunden erhebliche Zweifel an seiner Fähigkeit für die nächste Präsidentschaft gekommen. Obwohl immer wieder dementiert, sprechen TV-Auftritte und Versprecher gigantischen Ausmaßes dafür, dass er unter einer bereits fortgeschrittenen Form der Demenz leidet. So hatte der 81-Jährige neulich den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelenskyj ausgerechnet als „Präsident Putin“ vorgestellt, also mit dem russischen Aggressor verwechselt. Außerdem hatte er seinen Wahlkampfgegner Donald Trump peinlicherweise als seinen Vizepräsidenten bezeichnet und gelobt. Biden hatte noch vor wenigen Wochen gesagt, dass er unbedingt kandidieren werde und nur Gott ihn stoppen könne.

Biden, der trotz seiner katholischen Konfession als ausgesprochener Abtreibungsbefürworter gesprochen und agiert hatte, empfiehlt seiner Partei seine derzeitige Vizepräsidentin Kamala Harris als Präsidentschaftskandidatin. Harris, die eher noch stärker als Biden für die Abtreibung eintritt, gilt innerparteilich als linksorientiert. Allerdings gilt sie gleichzeitig als sehr unbeliebt, möglicherweise würde sie selbst im Fall einer Kandidatur nicht genügend Stimmen für die Demokraten sammeln können. Außerdem gilt es noch keineswegs als sicher, dass sie von den Demokraten überhaupt nominiert wird. Immerhin muss sie gegen Donald Trump antreten, der entgegen vieler Mediendarstellungen keineswegs nur Feinde hat und der derzeit von einer Welle der Beliebtheit getragen wird, die noch wenige Stunden vor dem Attentat auf ihn unvorhersagbar gewesen war.


Aktuell werden auch Stimmen laut – vermutlich aus den Reihen demokratischer Anhänger – die Biden zum direkten Verzicht auf seine Präsidentschaft auffordern. Möglicherweise geht die Rechnung dieser Parteianhänger in die Richtung, dass dann ja automatisch Vizepräsidentin Harris noch für kurze Zeit US-Präsidentin werden würde und damit eine erhebliche Steigerung ihrer Chancen zur Wiederwahl zu erwarten wäre. Ob diese Hoffnung sich dann allerdings tatsächlich bewahrheiten würde, bleibt ebenfalls unvorhersagbar.

Für das Rennen um das höchste politische Amt in den USA gilt derzeit jedenfalls: Es ist und bleibt hochgradig spannend. Sicher ist: Das ProLife-/ProChoice-Thema wird in diesem Wahlkampf wieder eines der absoluten Leitthemen sein.


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