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Ex-Finanzberater weist im Vatikan-Prozess Vorwürfe zurück

24. Juni 2022 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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In Verfahren rund um verlustreiche Vatikan-Investitionen in eine Londoner Immobilie bisher acht der zehn Angeklagten befragt


Vatikanstadt (kath.net/KAP) Im Strafprozess rund um einen vatikanischen Finanzskandal hat der italienische Finanzmakler Enrico Crasso alle Vorwürfe gegen ihn zurückgewiesen. Er bekräftigte bei seinem letzten Befragungstag am Mittwoch, dass er Opfer von falschen und rufschädigenden Anschuldigungen sei. Crasso war 27 Jahre als Finanzberater für das vatikanische Staatssekretariat tätig und nutzte dabei vor allem Kontakte zu seinem früheren Arbeitgeber, der Credit Suisse.

Ihm werden Unterschlagung, Korruption, Erpressung, Geldwäsche, Betrug, Amtsmissbrauch und Urkundenfälschung vorgeworfen. Er räumte ein, dass es ein großer Fehler gewesen sei, zu einem Treffen nach London zu reisen, bei dem ein fragwürdiger Immobilien-Deal spruchreif wurde.

Im Kern geht es in dem Prozess mit weiteren neun Angeklagten um finanzielle Unregelmäßigkeiten und Verluste von rund 270 Millionen Euro beim Erwerb einer noblen Londoner Immobilie. Hierbei sollen Berichten zufolge auch Spenden aus der päpstlichen Sammlung "Peterspfennig" benutzt worden sein; ein Vorwurf, den der ebenfalls angeklagte Kardinal Giovanni Angelo Becciu ausdrücklich zurückwies.

In dem seit vergangenen Juli laufenden Prozess wurden bis dato acht der zehn Angeklagten befragt. Alle beteuern ihre Unschuld oder sehen sich, wie etwa der Ex-Direktor der vatikanischen Finanzaufsicht AIF, Rene Brülhart, als gänzlich Unbeteiligte. Noch auf der Liste der zu befragenden Angeklagten stehen die Sicherheitsberaterin Cecilia Marogna sowie der Mailänder Rechtsanwalt Nicola Squillace. Bei beiden ist jedoch fraglich, ob sie zu einer Befragung erscheinen würden.

Im nächsten Schritt steht dann die Zeugenbefragung an. Diese kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Insgesamt sind 200 Zeugen in den Prozess involviert.

Copyright 2022 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich

Alle Rechte vorbehalten


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Lesermeinungen

 Tante Ottilie 28. Juni 2022 
 

Meine Konsequenz: Von mir KEIN Peterspfennig mehr!


0
 
 Derfromme 25. Juni 2022 
 

Hier stimmt die ganze Betrachtung nicht mehr...

allein der Umstand, daß die Bank des Vatikans sich in profane Immobilieninvestments in London verstrickt ist ein Skandal.Es gäbe weltweit Bedarf für Mikrokredite um die Situation der Ärmsten der Armen zu verbessern, das wäre ein akzeptables Betätigungsfeld für so eine Bank. Kredite für Pilgerorte, die unter der Corona-Krise litten, von mir aus. Aber bei Immobilienspekulationen in London ist das Investment schon das Problem, nicht die Frage ob es Verluste oder Profite generierte.


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